Schwarze Witwe



Foto: PSW Photography

DH: Man kennt Dich als die "Schwarze Witwe". Welcher Mensch verbirgt sich dahinter? Wieso hast Du Dir diesen Künstlernamen gewählt?

SW: Weil ich meine Männchen nach der Paarung fresse (lacht). Ich bin so zu sagen die nette Spinne von nebenan.

DH: Du bist ja nun bereits seit einigen Jahren als DJane in der schwarzen Szene aktiv. Wie kam es eigentlich dazu, dass Du Djane geworden bist?

SW: Es hat mich wie eine Droge dazu hingezogen. Mit 16. stand ich das erste mal hinter einem Turntabel. Ich weiß noch wie aufgeregt ich war. Es ist ein geiles Gefühl die Musik zu spüren. Zu sehen wie die Party von Stunde zu Stunde wächst. Und wenn das Publikum zufrieden ist, bin ich es auch.


Foto: Janine Maria H.

DH: Auf welche Musiksstile hast Du Dich Laufe der Zeit spezialisiert? Gibt es manche Lieder, die Du unbedingt an einem Abend immer spielen willst?

SW: Ich habe mich nie auf einen Musikstile spezialisiert. Und das behalte ich bis heute bei. Es kommt ganz auf mein Publikum und die Party an.

DH: Wie beurteilst Du aus der Sicht einer DJane die Entwicklung der schwarzen Musikszene. Denkst Du, dass es schwieriger geworden ist, an einem Abend Musik zu spielen, die allen gefällt?

SW: Schwierig würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Du musst das Motto der Party sehen. Und nicht immer und überall liegt eine Wunschliste aus, die dann auch wirklich bearbeitet wird. Außerdem habe ich z.B die Erfahrung gemacht, das es manchmal sogar auf die Stadt ankommt was du in welchem Club auch immer für eine Band spielst. Und nicht jedem gefällt alles. Wie immer reine Geschmacksache.

DH: Zu erwähnen ist sicher auch Dein soziales Engagement bei diversen Veranstaltungen. Aktuell ist demnächst wieder ein großes Event geplant. Erzähl uns doch etwas davon? Wo findet es statt und legst Du dort selber auch als DJane auf?

SW: Bestimmt meinst du das Benefiz vor Kids Festival. Dieses findet am 5. und 6. Oktober in Tangermünde statt. Bei diesem Festival steht nicht der Kommerz, Zusammenhalt der Szene oder sonnst etwas im Vordergrund. Es geht einzig allein ums Helfen. Alle Künstler die dort spielen, spielen ohne Gage. Die Erlöse des Festivals gehen an das Kinderheim in Stendal sowie die Kinder und Jugendhäuser "Anne Frank" in Tangermünde und natürlich an eine Kunstplatte in Stendal. Da es uns besser geht, auch wenn wir es manchmal nicht sehen wollen, sollten wir anderen helfen. Jeder von euch kann helfen. Einfach kommen und mit uns feiern, schon habt ihr einen guten Teil dazu beigetragen. Ich werde dort zum zweiten Mal auflegen, ja. Und ich mache es sehr gerne.

DH: Neben Deiner Aktivität als Djane bist Du auch in anderen künstlerischen Bereichen sehr aktiv. So konnte man Dich vor kurzem auch erstmals auf einer Theaterbühne erleben. Wird es demnächst weitere schauspielerische Aktivitäten von Dir geben?

SW: Ich kann mein Leben nicht einseitig gestallten..das wäre für mich langweilig. Und Langeweile ist ein zustand den ich hasse. Im Moment gibt es ein kleines Filmprojekt an dem ich mitarbeite. Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.



DH: Die "Schwarze Witwe" gilt meines Erachtens nach als der ersten Persönlichkeiten der schwarzen Szene, die mittels sozialer Netzwerke eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. So konnte man unlängst Beiträge Deiner Fans im Internet lesen für die es absolut toll war, Dich einmal persönlich zu sehen. Wie gehst Du mit dieser Berühmtheit um? Bist Du selber darüber überrascht und gibt es schon Autogrammkarten von Dir?

SW: Ich bin nicht "Berühmt". So sehe ich mich nicht. Ich lebe einfach meine Art der Kunst aus. Diejenigen die es lieben, sind willkommen. Nicht mehr und nicht weniger.

DH: Wen würdest Du gerne einmal persönlich treffen? Gibt es Leute, die Du gerne einmal kennenlernen würdest?

SW: Mir fällt keiner ein, nein.

DH: Gelegentlich arbeitet ja auch RTL mit Dir zusammen. Kennst Du so etwas wie Lampenfieber? Ist es nicht komisch zu wissen, dass Millionen Menschen Dich gleichzeitig im Fernsehen sehen?

SW: Nunja, es kommt drauf an wie die Zusammenarbeit aussieht. Wenn ich zwischen zwei Seiten vermitteln und planen muss ist es mir relativ egal. Lampenfieber? Denke mal das dass jeder kennt. So ziemlich normal.

DH: Würdest Du gerne mehr Fernsehen machen, eventuell eine eigene Sendung haben? Denkst Du es sollte mehr Sendungen im Fernsehen geben, die sich auch mit Themen der schwarzen Szene beschäftigen?

SW: Ich wüsste jetzt nicht was ich mit einer oder meiner eigenen Sendung anfangen sollte. Da wir so oder so von Tag zu Tag immer mehr verstrahlt werden würde uns auch kein "schwarze-Szene-Magazine" weiter helfen. Wenn ich "Fernsehen" will, buche ich eine Reise.

DH: Du gilst zudem als großer Sci-Fi Fan! Welches ist Dein absoluter Sci-Fi Lieblingsfilm? Und welche Sci-Fi Serie findest Du besonders toll? Hast Du schon einmal einen Star aus einer Sci-Fi Serie persönlich gesehen? Stand vielleicht vor Deiner Wohnung sogar schon einmal eine altmodische englische Telefonzelle?

SW: Ich liebe so viele Filme. Mich jetzt zu entscheiden ist schwer. Einmal im Jahr bin ich auf der FedCon in Düsseldorf. Das ist die größte Science Fiktion Convention Europas. Dort habe ich zusammen mit ein paar Kollegen einen Pressestand zu britischen Serie "Doctor Who". Dort sieht man dann einige Schauspieler. Also bis jetzt stand noch keine vor meiner Wohnung. Wenn ich eine sehen sollte, sage ich natürlich sofort bescheid.

DH: Hast Du manchmal das Gefühl schon einmal gelebt zu haben? Würdest Du gerne in einer anderen Zeit leben? Würdest Du gerne wissen, was in der Zukunft passiert?

SW: Was würde denn passieren, wenn wir wüssten was in der Zukunft passiert? Würdest du anfangen einige Dinge zu verändern? Weder das eine noch das andere.

DH: Früher hast Du immer schwarze Haare gehabt, dann warst Du lange Zeit blond und jetzt wieder schwarz. Welche Haarfarbe gefällt Dir am besten?

SW: Ob Rot ob Braun ich liebe alle Frauen. So in der Art.



DH: Im Internet wie etwa bei Youtube gibt es ja viele Styling Videos - was denkst Du darüber? Könntest Du Dir vorstellen so etwas auch mal zu machen? Gibt es etwas, dass Du jungen Szenegängern empfehlen würdest, worauf sie bei ihrem Outfit achten sollten?

SW: Klar, ich schaue mir auch alle an, ja (lacht). Jeder hat seinen eigenen Geschmack und den sollte er/sie auch ausleben.

DH: In der schwarzen Szene hat es ja schon viele modische Erscheinungen gegeben. Was denkst Du über die neue Bewegung der Cybergoths? Könntest Du Dir vorstellen für ein Fotoshooting eventuell Dich auch so zu stylen?

SW: Nun gut, dass könnte aber ein bisschen dauern. Denn von Heute auf Morgen geht meine Waschmaschine nicht so schnell kaputt. Und die Schläuche brauche ich. Im laufe der Zeit ändern sich viel. Auch eine Szene bleibt nicht stehen. Für mich selber ist das nichts.

DH: Du bist ein sehr künstlerisches Wesen. Neben der Musik und dem Theater ist sicher auch die Fotografie etwas, was Du auslebst. So kann man bei sozialen Netzwerken wie Facebook viele Deiner qualitativ hochwertigen Fotos ansehen. Gibt es eigentlich schon einen Bildband von Dir?

SW: Bis jetzt gibt es kein Bildband von mir. Wer weiß was die Zeit bringt.

DH: Hast Du bei all Deinen öffentlichen Aktivitäten eigentlich noch ein Privatleben und kannst Du dieses auch von der "Schwarzen Witwe" abgrenzen? Gibt es auch Momente in denen Du etwas Ruhe suchst?

SW: Natürlich habe ich ein Privatleben. "Die Schwarze Witwe" ist eine exzentrische Kunstfigur die saugt und lebt solange sie in ihrem Terrarium ist. Ich teile meine Sachen sehr gut ein. Sobald es zuviel wird kompensiere ich es so runter das ich mit der Dosis zufrieden bin.

DH: Neben all diesen künstlerischen DIngen, gibt es etwas, was Du noch gar nicht gemacht hast und es unbedingt mal ausprobieren willst? Welches sind Deine weiteren Pläne für die Zukunft?

SW: Ich will einmal nackt durch die Wüste der Sahara laufen und das ohne gesehen zu werden (lacht). Für die Zukunft? Kommt Zeit, kommt rat.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei allem, was Du tust. Dir gehört das Schlußwort:

SW: Ich habe zu danken. Viel Erfolg weiterhin mit eurem Online Magazine und allen anderen: don't forget, black is beautiful. stay dark!

Interview: Andreas Ohle