Whispers In The Shadow



DH: Erzählt uns doch bitte zunächst einmal, wie habt Ihr zusammengefunden. Wie kam es zur Gründung von Whispers In The Shadow?

Alles begann als Soloprojekt 1996. Durch diverse Live Angebote hatte ich mich dann aber schnell entschlossen Whispers als Band weiterzuführen. Davor spielte ich schon in einer anderen Band konnte mich dort aber nicht so austoben wie ich es gern getan hätte aus dieser Frustration heraus entstanden die ersten Songs. Der Name Whispers in the Shadow ist übrigens inspiriert von einer Geschichte von H.P.Lovecraft – The whisperer in the dark.

DH: Wie würdet Ihr selber Eure Musik beschreiben? Warum habt Ihr Euch dafür entschieden genau diese Art von Musik zu machen?

Ich würde nicht sagen dass wir uns entschlossen haben „dies ist die Musik die wir machen“, das hat sich einfach so ergeben. Unsere Songs kommen ja sozusagen aus unserem inneren. Ich mache mir keine Gedanken darüber wie man unsere Art von Musik nun nennen mag, das ist eigentlich total irrelevant, Gothic Rock? Meinetwegen gern…Ich mache das in erster Linie für mich selber. Klar es ist bestimmt keine Fröhliche Musik das ist zumindest klar. Aber im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen habe ich kein Problem damit wenn man uns als Gitarren Gothic Rock Band bezeichnet. Ich denke wir haben mit unserem letzten Album gezeigt das diese Musik Richtung noch nicht tot ist und es durchaus möglich ist diesem todgeglaubten Genre wieder leben einzuhauchen…“undead“, sozusagen hahaha…

DH: Kurz nach Veröffentlichung Eures letzten Albums folgt nun mit "Borrowed Nightmares & Forgotten Dreams" bereits das nächste.

Wie kam es zu der Entscheidung so schnell ein weiteres Album zu veröffentlichen?

Nun das ganze Album ist eher ein glücklicher Unfall würde ich sagen. Ich hab nach Fertigstellung unseres letzten Studioalbums INTO THE ARMS OF CHAOS einfach alle möglichen Leute gefragt ob sie nicht Lust hätten Remixe oder gar Coverversionen von Whispers Songs zu machen. Innerhalb relativ kurzer Zeit war klar dass die Arbeiten viel zu gut sind als sie nur als Bonus Tracks oder Downloads auf den Markt bringen. Außerdem haben wir davor 7 lange Jahre kein Studio Album herausgebracht, da kann man dann schon mal ein wenig Gas geben was die Veröffentlichungen angeht.

DH: Bei dem neuen Album handelt es sich um eine Remix-CD an der viele verschiedene Künstler und Bands beteiligt sind. Wie kamen die Remixe zustande? Habt Ihr von Euch aus die Bands dafür angefragt oder sind die einzelnen Künstler und Gruppen an Euch herangetreten?

Wie gesagt ich habe einfach alle Leute gefragt mit denen ich in der Vergangenheit musikalisch schon zu tun hatte, oder die ich von Konzerten her kannte. Die einzige Vorgabe die gegeben wurde: Je mehr es nach den jeweiligen Künstlern klingt desto besser, deshalb habe ich auch überall dazugesagt die Herren und Damen sollen doch auch ihre eigenen Vocals beisteuern. Je weiter entfernt es von dem was Whispers in the Shadow sonst macht ist desto besser. Das Ganze war natürlich auch ein Experiment, aber ein geglücktes wie ich finde.

DH: Bands wie Sieben oder The House Of Usher lassen Eure Songs in einem ganz anderen Licht erscheinen. Ist es spannend für Euch die Songs in einer anderen Version zu hören?

Ja sehr spannend sogar! Ich konnte es immer nicht abwarten bis zum nächsten Remix. Wir hatten so was ja noch nie gemacht, von daher war es doppelt interessant zu sehen wie andere Leute unsere Musik sehen bzw. hören.

DH: Habt Ihr überhaupt jedes Lied wiedererkannt oder gab es Remixe, die gänzlich anders klingen als das Original?

Ja vor allem die Coverversionen von Pandora’s Calling, A Taste of Decay oder Train klingen ja vollkommen anders. Man kann in diesem Fall echt schon nicht mehr von einem Remix sprechen…das sind eigentlich wie gesagt Coversongs.

DH: Wo wurden die Remixe aufgenommen? Haben die damit beauftragten Bands und Künstler das jeweils an anderen Orten gemacht oder fand alles an einem Ort statt?

Jeder hat seine Versionen in den Hauseigenen Studios aufgenommen. Heutzutage ist das ja mittels Technik alles kein Problem mehr und Logistisch sehr viel einfacher zu lösen als noch vor 10 Jahren.



DH: Gibt es bestimmte Lieder, die Euch besonders am Herzen liegen, die unbedingt geremixt werden sollten?

Etwas schade fand ich dass niemand Neither : Neither geremixt hat, das würde ich total spannend finden, Ich habe ja den Künstlern vollkommen freie Hand gegeben bei der Auswahl der Songs. Von daher ist es auch zu ein paar Überschneidungen gekommen. Was aber nicht weiter schlimm ist weil die Interpretationen der jeweiligen Stücke ja eh total verschieden sind. Der wichtigste Remix kam aber von Lazy Schulz (Eminence of Darkness), seine Version von Train hat bei uns so großen Anklang gefunden dass er nun bei uns Gitarre spielt, schon lange liebäugle ich mit einem 2ten Gitarristen und als ich dann seine Version hörte da wusste ich sofort: This is it! Wir spielen den Track jetzt auch in dieser Version. Schon alleine von dieser Geschichte her hat uns dieses Projekt sehr viel gebracht. Unser erstes gemeinsames Konzert war einfach traumhaft! Leider wird er nicht immer dabei sein können da der gute Mann aus Dresden stammt, nicht gerade um die Ecke von Wien.

DH: Besonders gut gefällt mir der Song "Killing Time". Wovon handelt das Lied und wie entstand die Idee zu diesem Song? Wovon handeln generell Eure Songs? Gibt es bestimmte Themen, die Euch am Herzen liegen?

Die Idee bei Killing Time war einen Song über Langeweile zu schreiben, also den langweiligsten Song den es je gegeben hat, tja da sind wir wohl gescheitert hahaha.. Seit dem letzten Album INTO THE ARMS OF CHAOS hat es einen Wechsel gegeben was die Themen unserer Songs angeht. Okkulte Thematiken und Autoren wie Austin Osman Spare, Aleister Crowley aber auch der so genannte „Cthulhu“ Mythos von H.P.Lovecraft haben Einzug gehalten. Dies wird sich in der nahen Zukunft auch fortsetzen. Aber natürlich fließen auch persönliche Themen in die Songs ein…Hauptinspiration ist das Leben an sich und natürlich Träume…wie schon so oft…eine nie versiegende Inspirations-Quelle….

DH: Bezüglich der Aufnahmen zu Eurer letzten CD "Into The Arms Of Chaos" würde ich gerne wissen: Wie entsteht überhaupt ein Song bei Euch? Gibt es da ein bestimmtes Prozedere oder lasst ihr der kreativen Energie einfach freien Lauf? Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal komme ich schon mit einem fix und fertigen Demo in den Proberaum und wir erarbeiten diesen Song dann als Band, sprich jeder steuert seine Ideen bei. Es kommt aber auch vor dass ich nur ein Gitarren Riff habe, eine Idee, oder ein Fragment, daran arbeiten wir dann als Band bis der Song fertig ist. Wir lassen uns dabei auch auf keine Beschränkungen ein, das wäre nur hinderlich. Es ist sehr wichtig der Energie freien Lauf zu lassen, nur so kann man gute Songs schreiben würde ich sagen. Diese Energie kann aber auch zerstörerisch sein, aber das ist egal, alles was am Ende des Tages zählt ist der Song…nicht mehr, nicht weniger.

DH: Neben den "Borrowed Nightmares" finden sich auf der CD auch als zweiter Teil die "Forgotten Dreams". Erzählt uns etwas mehr zu diesen Songs, die keine Remixe sondern ältere Songs von Euch sind. Von wann stammen die Lieder und wieso werden sie erst jetzt veröffentlicht?

Diese fünf Tracks wurden bereits 2005 aufgenommen und stammen aus einem „verlorenen Album“. Ich fand es eine gute Gelegenheit diese nun doch noch unter die Leute zu bringen. Die Gründe warum dieses Album nie auf den Markt gekommen ist könnten mannigfaltiger nicht sein und würden wohl den Rahmen dieses Interviews sprengen…nur so viel: es war nicht gerade die glücklichste Zeit als Band. Ich möchte hier auch betonen dass diese doch etwas poppigeren Songs keinesfalls die Richtung widerspiegeln die wir nun beschreiten werden.

DH: Welche weiteren Pläne habt Ihr nach der Veröffentlichung dieses Album? Werdet Ihr demnächst wieder live auf Tour sein?

Vorerst stehen eine Menge Festival Gigs an: Das WGT in Leipzig, Mera Luna, Summer Darkness, mRockfest in Polen und das kleine aber sehr feine Apocalyptic Factory Festival in Mannheim. Evtl. wird es im Herbst eine kleine Tour geben. Da sind wir gerade dran. Und wir haben bereits begonnen am Nachfolge Album von INTO THE ARMS OF CHAOS zu arbeiten. Das Songwriting ist fast abgeschlossen und ein VÖ ist für Anfang 2010 geplant, auch den Titel kann ich schon verraten: THE ETERNAL ARCANE…teil 2 eines 4 Alben umfassenden „okkult“ geprägten Zyklus. Am Anfang war tatsächlich das Chaos..

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das letzte Wort:

Ich danke!
ZI DINIGIR TAMATU KANPA!
SHINE ON & BLESSED BE

Interview:
Andreas Ohle (Dark Heart Magazin)