Voleurs




DH: Welche Musiker verbergen sich hinter Voleurs? Wie seid Ihr eigentlich zusammen gekommen und seid wann existiert die Band? Wie seid Ihr zur Musik gekommen?

Robert: Voleurs sind Kathrin Ohlmann am Gesang und Robert Lindauer an den Instrumenten. Wir sind schon seit Jahren befreundet, haben aber erst im letzten Jahr begonnen, zusammen Musik zu machen. Davor war Peter Kruppa Sänger der Band. Er musste aber aus zeitgründen aussteigen. Er hat für die Platte nun zusammen mit Anja Neuefeind die Gestaltung übernommen. Da ich alleine angefangen habe, mit unterschiedlichen Namen, kann man eigentlich nicht genau sagen, wann die Band gegründet wurde. Ich war schon immer sehr musikbegeistert, habe viele Platten gekauft und mit meinem ersten Gerät, einem billigen Drumcomputer, hatte ich eine neue Leidenschaft. Dann kamen nach und nach neue Geräte dazu.

DH: Wenn Ihr die Musik von Voleurs selber beschreiben müsstet, was würdet Ihr dann sagen:

Robert: Wenn ich versuche, jemandem die Musik zu beschreiben, dann sage ich meist Elektro – Wave. Genaueres muss man sich dann einfach anhören, denn jeder Versuch zur Beschreibung geht meistens in die Hose, was aber auch daran liegt, dass in meinem Bekanntenkreis kaum jemand andere Bands mit ähnlicher Richtung kennt oder sogar hört.

DH: Eure Musik finde ich in gewisser Weise retrolastig und erinnert mich an eine Mischung aus 80`er Jahre Underground Rock/Pop Musik mit hauptsächlich deutschsprachigen Texten. Wie kommt es, dass Ihr genau diese Art von Musik macht?

Robert: Ich lasse mich immer gerne von der Musik beinflussen, die ich selber gerne höre. Die stammt zu einem großen Teil aus den 80`ern. Dann kommt noch dazu, dass mein Equipment zum Großteil noch aus dieser Zeit stammt, weil ich nie das Geld für größere neue Investitionen hatte. Wir haben uns für Voleurs nicht zusammengesetzt und diskutiert, welche Art von Musik wir jetzt machen, das passierte einfach so. Viele Texte wurden von Claes Neuefeind, einem guten Freund, geschrieben. Ich hatte einen Ordner davon in meinem Zimmer, und wenn ich Musik gemacht habe, konnte ich dort nach Texten suchen, denn mir selber fallen nur sehr selten gute Texte ein.

DH: Wie entstand Euer Debutalbum "Il Sonne"? Wo fanden die Aufnahmen statt? Wie entstand der Kontakt zu Eurem Label "Haute Areal". Habt Ihr zuvor schon nach einem geeigneten Label gesucht?

Robert: Ich habe immer mal wieder Tapes mit meiner Musik verschickt, jedoch mit der Zeit immer seltener, weil die Musik eine relativ schlechte Soundqualität hatte, und vom Stil her schwierig einzuordnen war. Es ging mir hauptsächlich darum, Musik zu machen. Um die Vermarktung habe ich mich nur sehr halbherzig gekümmert. Es kann auch sehr frustrierend sein, wenn man das, was einem so wichtig ist, bei Leuten anpreisen muss, die kein großes Interesse haben. Auf der Toilette vom Underground fand ich dann einen liebevoll zusammengeschnibbelten Flyer mit Totenköpfen drauf und der Aufforderung, eigene Musik zu schicken. Ich hatte das schon ganz vergessen, auch weil ich dachte, die wollen eher was punkiges, als die von Haute Areal sich meldeten und sagten, sie seien von meinem Demo begeistert. Von da an fing das ganze erst an, bandmäßig zu werden, weil dann auch bald Konzerte anstanden.

Bis auf die Nachbearbeitung, die wir bei und mit Fred von Haute Areal machten, haben wir das gesamte Album in meinem Appartment aufgenommen. Wenn das Lied stand, hat Kathrin zu Hause am Gesang gefeilt, während ich den Song weiter ausgearbeitet habe. Dann haben wir uns getroffen und zusammen mit Fred aufgenommen. Es war sehr schön, mitzuerleben, wie so langsam das gesamte Album entstanden ist. Nach den ersten Liedern war noch nicht ganz klar, ob das gesamte Album auch eine runde Geschichte wird, das konnte man da noch nicht absehen, denn die Lieder waren sehr unterschiedlich, andererseits wollten wir aber auch Abwechslung reinbringen..

DH: Inwieweit kann die Atmosphäre eines Hochhauses prägend sein für den Sound einer Band? Gab es bei den Aufnahmen nicht auch soundtechnische Probleme z.B. störende Nebengeräusche aus den Nachbarwohnungen?

Robert: Der Ausblick, den man beim Musikmachen hat und das ganze Drumherum hat natürlich Einfluss auf die Atmosphäre der Lieder und der Texte. Der größte Vorteil ist, dass man unheimlich gut abschalten kann, um sich voll auf die Musik zu konzentrieren. Man steht da und singt oder spielt auf die ganze Stadt herunter, das macht unheimlich Spaß. Während wir Gespenster aufgenommen haben, hörte man leises Geklopfe und Gehämmer. Leider zu leise für die Aufnahme, man hört es nicht, es hat sich aber wunderbar den gewollten Hintergrundgeräuschen angepasst. Die Geräuschkulisse an sich aber unterscheidet sich kaum von der anderer Mietwohnungen. Ich glaube, die störenden Nebengeräusche haben eher wir für die Nachbarn produziert.

DH: Eure Texte sind sehr melancholisch. Ist diese Melancholie ein Ausdruck Eures Lebensgefühls? Wie entstehen Eure Texte eigentlich? Gibt es bestimmte Erlebnisse oder Ereignisse, die Euch beim Schreiben eines Songs beeinflussen?

Robert: Die Texte sind meist der Versuch, eine Stimmung einzufangen, weniger das Festhalten konkreter Erlebnisse. Die Melancholie der Texte passt einfach auch gut zur Musik, bzw. die Texte bekommen manchmal durch die Musik erst diese Färbung. Wenn man sich beispielsweise Sonnenuntergang als Text einfach nur durchliest, dann

DH: Besonders gut gefällt mir der Song "Sonnenuntergang". Wovon handelt das Lied und wie entstand die Idee zu diesem Song?

Robert: Ich hoffe, dass Claes, der Autor des Textes, hierzu noch etwas schickt.

DH: Demnächst wird es von Euch eine Tour geben. Was denkt Ihr wie die Musik von "Il Sonne" auf der Bühne umgesetzt werden sollte? Habt Ihr schon konkrete Ideen für Eure Performance?

Robert: Da gibt es schon Ideen und Pläne, aber die sind noch viel zu unkonkret und wackelig, um sie anzukündigen. Ich bin vor allem gespannt, wie die Konzerte auf die Leute wirken werden.

DH: Welche weiteren Pläne habt Ihr nach Veröffentlichung des Albums? Sind eventuell schon weitere Songs in Arbeit?

Robert: Im Prinzip sind ständig Songs in Arbeit, es existieren auch noch viele Songs, die nicht auf der Platte sind. Nach der Veröffentlichung werden wir Konzerte geben, und dann wird hoffentlich weiter veröffentlicht.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlusswort:

Interview: Andreas Ohle