Vadot




D.H.:Welche Anforderungen stellst du persönlich an einen guten Song?

Ich versuche Anforderungen zu vermeiden. Wirklich Gut wird Musik doch in der Regel erst wenn man Sie teilen kann. Wenn etwas zwischenmenschliches entsteht oder eine Party gut läuft. Sobald Erwartungshaltungen entstehen, kommt es schnell zu Entäuschungen.

D.H.:Wenn ihr neue Songs komponiert, benötigt ihr da eine bestimmte innerliche Stimmung oder eine besondere Atmosphäre?

Stimmung ja aber Atmosphäre nein. Meistens kommen die guten Ideen in den ungelegensten Momenten.

D.H.:An welchen Orten könnt ihr euch am besten auf das Schreiben neuer Songs und Texte konzentrieren?

An menschenleeren Orten. Ohje ich werd wohl Berlin verlassen müssen (lach)

D.H.:Wie wichtig sind euch eure Texte? Nehmen sie in der Musik von VADOT einen großen Stellenwert ein, oder seht ihr die Texte eher als Beiwerk zur Musik?

Ich glaube ohne Texte gäbe es Vadot nicht. Wir haben bei unserer letzten Fotosession ja bewusst mit Text, Songpassagen und Notizen gearbeitet. Die Idee hatte unserer Fotograf Uwe Lauterkorn. Ich bin total stolz auf die Fotos. Die Bilder funktionieren auch ohne Ton. Uwe hat ganz viel Musik und Rhythmus in die Fotos gebracht.



D.H.:Wie, wo und wann kam es zur Gründung von VADOT?

Vadot wurde nicht wirklich gegründet sonder kam einfach mit der Zeit. Zunächst war es nur ein Gefühl dann gab es ein paar Songs. Ein Myspaceprofil, Demos, Flyer, Shirts usw. Irgendwann saßen wir an einem verregneten Samstagabend in einer Kneipe und ich dachte - Mensch! wir sind ja ne Band.

D.H.:Wie zufrieden seid ihr mit dem bisher Erreichten und was würdet ihr ändern, wenn ihr die Zeit zurückdrehen könntet?

Wir sind ja noch ne ganz jungfräuliche Band. Die Frage stell ich nochmal zurück fürs Jahr 2016. Alles ist gut wie es gerade ist.

D.H.:Was war für jeden von euch überhaupt damals das Schlüsselerlebnis selbst Musik machen zu wollen?

Das kam natürlich aus dem Bauch. Den Rest haben "Ingolf Lück" und "Peter Illmann" mit "Formel Eins" erledigt.

D.H.:Was glaubt ihr, wie wichtig ist in der heutigen (Gotik) Musiklandschaft das Image und das visuelle Erscheinungsbild einer Band?

Die Schwarze Szene indentifiziert sich sehr stark über Äußerlichkeiten. In keinem anderen Genre laufen so viele Fotografen auf Festivals rum wie in der Gothicszene. Hinzu kommen unzählige Magazine, Onlineportale und Foren. Das Erscheinungsbild war aber in der Szene schon immer wichtig. Neu ist heute allerdings, dass jede kleine Nische in der Musiklandschaft sofort gelabelt wird. Das nervt mich persönlich. Ich find es schade, wenn Musiker und Fans sich abgrenzen. Musik verbindet doch eigentlich. Das Kapital hat jedoch die Alternative unterwandert. Independent unterwirft sich den Gesetzten der Marktwirtschaft. Daher weht der Wind. Äußerlichkeiten werden zum Diktat einer Gruppierung. Wer nicht mitspielt fliegt raus.



D.H.:Wen seht ihr als das typische Publikum an? Gibt es ein bestimmtes Publikum, das ihr mit eurer Musik ansprechen möchtet?

Nein alles kann, nichts muss (lach)

D.H.:Wie kann man sich einen VADOT Auftritt vorstellen? Was geht bei euch so auf der Bühne ab?

Vadot live ist einfach großartig. Es passiert ganz viel was auf Platte nie umsetzbar wäre. Der Dynamikumfang und die Interaktion auf der Bühne lassen Vadot erst richt lebendig werden.

D.H.:In welchem Land würdet ihr gerne auf Tour gehen?

In allen Ländern die nicht gegen die Genfer-Konventionen verstoßen.

D.H.:Wie wichtig ist für VADOT (musikalischer) Erfolg?

Erfolg lässt sich schwer definieren. Manchmal genügt eine gute Probe. An anderen Tagen können Lobpreisungen und Grammys nicht mal mehr die trübe Seele bewegen. Aber Erfolg ist uns dennoch total wichtig. Ich glaube wenn der Sound stimmt, Leute die Musik gerne mit uns teilen und dann ein kaltes Bier über den Tresen gereicht wird, fühle ich mich erfolgreich.

D.H.:Würdet ihr euch vielleicht auch (musikalisch) verbiegen lassen, um dadurch eventuell erfolgreicher zu werden, einen fetten Label Deal zu bekommen und bei VIVA & MTV den lieben langen Tag präsent zu sein?

Es wird dem ganzen Business viel zu viel Bedeutung beigemessen. Das Geschäft hat nicht viel mit Musik zu tun. Eine Plattenfirma würde auch gamlige Melonen verkaufen. Jeder von uns geht Tag für Tag 20000 Kompromisse ein. Die Musikindustrie und ihre Helferlein potentieren diese Kompromisse einfach nochmal um ein 10-faches. Heraus kommt dann ein Gemänge - ein Brei aus Ideen. Vadot macht genauso viele Kompromisse wie Marylin Manson, Depeche Mode oder The Cure. Das ganze nur in arm. (lach) Wenn ich dir 50 Millionen Euro ans Bein Nagel schreibst Du auch was ich Dir sage.

D.H.:Verbindet ihr mit Musik machen irgendwelche Träume? (Wenn ja, welche?)

Ich wollte immer Musik machen. Das ist der Traum. Das Leben ist eigentlich ganz einfach.

D.H.:Mit welchen Schwierigkeiten habt ihr als Band momentan am meisten zu kämpfen? Oder läuft bei VADOT alles so, wie es laufen sollte? Wie gesagt. Es ist eigentlich alles ganz einfach.

D.H.:Ist es für VADOT wichtig auch im Internet vertreten zu sein?

Ja natürlich wir bekommen einen sehr großen Teil an Reaktionen direkt übers Netz.



D.H.:Was möchtet ihr in naher Zukunft (musikalisch) mit VADOT erreichen?

Gute Platten machen und grandiose Konzete spielen.

D.H.:Was wollt ihr nach der Musik machen?

Nach der Musik wird der Sarg zugenagelt.

D.H.:Wenn ihr einen Wusch frei hättet, was würdet ihr euch wünschen?

Ach, Wünsche sind doch was für den Weihnachtsmann. Wir sind doch alle mittlerweile in dem Alter in dem wir selber unsere Wünsche erfüllen können. Es gehört zwar etwas Arbeit dazu, aber Rest kommt von allein. Ich fang schon mal an mit dem Weltfrieden.

Interview: Claudia Wagner