Twin Machine



Das Electro Duo Twin Machine existiert schon seit einigen Jahren und ist in Insiderkreisen bekannt für hochkarätige Produktionen im Electrobereich. Aus Anlass der Veröffentlichung des neuen Albums "Generator" stellten sich die beiden Masterminds des Projekts Marco und Cliff unseren "gnadenlosen" Fragen:

DH: Hallo Marco, hallo Cliff. Das letzte Mal als ich Euch für das Dark Heart Magazin interviewte war das 1998 - also vor sechs Jahren. Was hat sich seitdem alles für Euch verändert?

Ja, ich erinnere mich gut daran. Möglicherweise war das sogar unser erstes Interview. Nachdem ich mir das Foto dazu in eurem Archiv angeschaut habe, muss ich feststellen, dass sich zumindest unsere Frisuren geändert haben…Aber ich glaube musikalisch hat sich auch einiges getan. Unsere Musik ist etwas songlastiger geworden und der Sound hat sich verbessert. Inzwischen haben wir nach „neo“ 2001 endlich unser zweites Album „generator“ veröffentlicht. Wir konnten über die Jahre hinweg den einen oder anderen Hörer für uns gewinnen. Gerade in letzter Zeit ist die Resonanz merklich gestiegen, darüber freuen wir uns.

DH: Wenn Ihr Eure Musik und deren Inhalte heutzutage selbst beschreiben würdet, wie würdet Ihr antworten?

Wir machen Musik mit ausnahmslos elektronischen Klangerzeugern, ohne uns irgendwelchen Stilvorgaben zu unterwerfen. Daher ist das was dabei herauskommt, nur schwer einzuordnen. Einige Konstanten unseres Stils sind sicher Cliffs ausgetüftelte Sounds, merkwürdige Arrangements und der als Gegenpol zur kalten Soundlandschaft positionierte emotionale Gesang.



DH: Eure Musik ist immer noch elektronisch - allerdings fällt die Professionalität auf mit der ihr mittlerweile an Eure Songs herangeht. Ist dies ein besonderes Kriterium bei Euren Produktionen?

Klar, dass wir stets versuchen, das Beste aus unseren Songs herauszuholen. Dazu gehört natürlich auch eine vernünftige Produktion. Das klappt inzwischen schon ganz gut. Die Arbeit im Studio macht uns großen Spaß. Es ist immer wieder faszinierend mitzuerleben, wie ein Song langsam Gestalt annimmt und manchmal in eine Richtung geht, die man vielleicht vorher gar nicht so geplant hatte.

DH: Euer neues Album heißt "Generator". Wie kam es zu dem Titel des Albums?

Wir wollten diesmal ein Album machen, das die härtere, tanzbare Facette Twin Machines betont. Da ein Generator elektrische Energie hervorbringt, erschien mir der Titel recht treffend. Außerdem ist die lateinische Bedeutung des Wortes Generator „Erzeuger“. Damit verbinden wir die Hoffnung, mit unseren elektronischen Maschinen vielleicht etwas Neues geschaffen zu haben.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu dem Album und wo fanden die Aufnahmen statt? Habt Ihr von bestimmten Erlebnissen oder Ereignissen während der Aufnahmen inspirieren lassen?

Die Aufnahmen zum Album fanden in drei Studios mit drei verschiedenen Tontechnikern statt. Dass das Album trotzdem so homogen klingt, hat mich auch überrascht. Gelobt sei das Mastering!

DH: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Label Pandailectric?

Marta von Pandailectric moderiert auf Radio ct in Bochum eine Sendung namens Melancholia. Sie hat dort hin und wieder Songs von uns gespielt. Sie ist Mitgründerin des neuen Sublabels von Pandaimonium. Nachdem wir erfahren hatten, dass sie dort mit von der Partie ist, haben wir gleich Interesse angemeldet. Dann ging alles recht schnell…



DH: Auf dem Album befinden sich insgesamt 12 Songs. Wie gestaltete sich die Songauswahl? Entstanden die Songs Titel für Titel nacheinander oder gab es auch Songs die paralell produziert und aufgenommen wurden?

Meistens entstehen mehrere Songs gleichzeitig. Hin und wieder hänge ich mit den Texten etwas hinterher. Wenn ein Studiotermin ansteht, haben wir aber meist mehr Songs parat, als Zeit, um diese abzumischen.

DH: Wie wichtig waren Euch bei dem neuen Album "Generator" die Texte? Die Songtexte sind allesamt in englisch verfasst. Könntet Ihr Euch für die Zukunft auch Songs mit deutschsprachigen Texten denken?

Es ist uns schon wichtig, dass die Texte im Verhältnis zur Musik nicht abfallen. Sie sollten jedoch nicht zu sehr im Vordergrund stehen. Die deutsche Sprache hat eine ganz andere Klangfarbe als die englische und kann sehr von der Musik ablenken. Ich konnte mich bisher nur einmal dazu durchringen, eine Strophe auf Deutsch zu verfassen und zwar in dem Song „319“, auf unserem ersten Album.

DH: Viele Bands im Electrobereich lassen ihre Songs remixen. Habt Ihr in der Vergangenheit auch schon Songs von Euch remixen lassen oder plant ihr eventuell Remixe des aktuellen Albums? Was denkt ihr ganz persönlich über Remixe?

Das ist ein Thema, das völlig an uns vorbeigeht. Ehrlich gesagt, geht mir dieser Trend auch eher auf die Nerven – ist einfach nicht unser Ding.

DH: Wird es zum neuen Album auch eine Tour geben? Sind Liveaktivitäten in Planung?

Termine stehen noch nicht fest. Aber es wird sicher einige Konzerte geben. Wir werden Dich auf jeden Fall auf dem Laufenden halten

DH: Im elektronischen Bereich gestalten sich Konzerte ja bisweilen etwas problematischer - aufgrund der Tatsache, dass viele Sequenzen bzw Samples vom Rechner kommen. Wie geht ihr damit um und setzt Eure Musik auf der Bühne um?

Es ist in diesem musikalischen Sektor unmöglich alles live umzusetzen. Insofern kommt auch bei uns einiges aus der Konserve. Trotzdem versuchen wir soviel Parts wie möglich live zu spielen. Deswegen haben wir auch noch unseren zweiten Keyboarder „benmachine“ mit auf der Bühne, der auch hin und wieder auf die Drumpads trommelt. Außerdem sind unsere Videoprojektionen ein wesentlicher Bestandteil unserer Show.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und viel Erfolg mit dem neuen Album. Euch gehört das Schlusswort:

DH: Vielen Dank auch Dir. Bis zum nächsten Mal. Vielleicht schaffen wir ja das nächste Interview vor 2010…

Interview: Andreas Ohle