Traumtänzer



DH: Wie kam es zur Gründung von Traumtänzer? Hattet Ihr schon vorher bereits musikalische Erfahrungen gesammelt?

Tom:Ich bin in der Tat schon seit einiger Zeit im semiprofessionellen Bereich tätig.Angefangen hab ich so 1991 als Gitarrist und Co-writer von der Band The Garden of Delight.Da bin ich dann bis 2001 mit von der Partie gewesen.Ab 2005 war ich dann nach mehreren kleineren Projekten Gitarrist und Produzent der Band Downscarred,wo ich dann auch schon mit Marco zusammengearbeitet habe.Daraus ergab sich dann ,zunächst als Sideprojekt Traumtänzer.

Marco: Ich fing im Jahre 1995 mit der Musik an. Angefangen mit Rock, über Death und Black bis hin zum Goth. Mit Downscarred fing die Leidenschaft an, emotionale und tiefgründige Musik zu schreiben und diese auf der Bühne zu leben. Mit Traumtänzer geht ein langer Wunsch in Erfüllung. Deusche Texte mit tanzbaren Klängen.

DH: Wie ist Euer aktueller Line-Up?

Tom: Marco Blum - Gesang
Sandra Happel - Gesang
Lothar Holzschneiders - Cello
Tom O`Connell - Gitarre, Programm.

In Zukunft wird wohl auch Dirk Rosenkranz als Live Schlagzeuger mitwirken.

DH: Eure Musik würde ich beschreiben als eine Mischung aus Gothic, Darkwave und Electro. Stimmt Ihr mir da zu? Wie kommt es, dass Ihr genau diese Art von Musik macht?

Tom: Ich für meinen Teil bin mit dieser Musik aufgewachsen.Da hat alles einen Einfluß gehabt.Angefangen vom Ur-Gothic mit Bands wie Bauhaus, Virgin Prunes und Play Dead über den Darkwave von Dead Can Dance und Clan of Xymox bis hin zu rockigeren Sachen wie Megaherz und Janus.Das alles hat Einfluß auf die Musik von Traumtänzer gehabt.Durch Lothar und Sandra gibt es so ein gewisses klassizistisches,fantasymäßiges Element und durch Marco kommt ein eher härteres Element zum tragen.

Marco: Ich habe mir eigentlich noch überhaupt keine Gedanken darüber gemacht. Für mich ist es nicht wichtig, in was für eine Schublade man gesteckt wird. Wichtig ist, das die Musik gut klingt.

DH: Eure aktuelle EP heißt "Stigmata". Erzählt uns etwas darüber. Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD und wo fanden sie statt?

Tom:Die Aufnahmen als solche dauerten etwa ein halbes Jahr,wobei Songwriting und Produktion eigentlich ein Prozeß war.Alle Aufnahmen fanden in meinem eigenen Sattva Studio statt,wobei es dann in Erocs Studio den finalen Masteringschliff bekommen hat.



DH: Gab es besondere Ereignisse oder Erlebnisse, die Ihr in den Songs der EP verarbeitet?

Tom:Es sind eigentlich mehr Situationen und Stimmungen als konkrete Erlebnisse.Es geht ja auch um eine fiktive Geschichte.Da verwende ich auch sehr gerne Metaphern.Es gibt immer wieder kleine Geschichten, die mich inspirieren die dann aber nur``Ideengeber`` sind.

DH: Wie enstand die Idee zu dem Song "Für die Nacht"? Wovon handelt das Lied?

Tom: Eigentlich ist das Lied eine Art``Hymne an die Nacht`` In der Nacht eröffnet sich eine eigene kleine geheimnisvolle Welt,welche mit dem Morgengrauen wieder verschwindet. Ich habe tatsächlich Leute kennengelernt, die nur Nachts Leben. Die würdest Du nie tagsüber irgendwo treffen.

DH: Habt Ihr das Gefühl durch die Arbeit an der Stigmata E.P. heute ein noch stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl als Band zu haben?

Tom:In der Tat ist es letztendlich ein Bandprodukt geworden, an dessen gelingen alle beteiligt waren.

Marco: Dem stimme ich voll und ganz zu. Für mich galt Traumtänzer nur als Projekt neben Downscarred. Doch Traumtänzer ist viel mehr als das geworden.

DH: Wieso habt Ihr Euch dafür entschieden Eure Musik in deutscher Sprache zu produzieren? Könntet Ihr Euch auch vorstellen Lieder in englischer Sprache zu schreiben?

Tom:Ich habe vorher immer nur englische Texte geschrieben.Da war die deutsche Sprache eine Herausforderung.Sie hat einen schönen Klang, wenn man sie richtig einsetzt und hat eine andere Ästhetik wie die englische,gerade weil sie so direkt und hart ist.Das funtioniert besser mit der Musik von Traumtänzer.

Marco: Ich singe eigentlich seit 1995 in englischer Sprache. Mit Downscarred fing es an, deutsche Texte zu singen. Es waren nicht viele, doch ich merke schnell, das ich deutsche Texte lieber singe als englische Texte. Es ist schwer gut klingende deutsche Texte zu schreiben, doch ich finde das es uns sehr gut gelungen ist.



DH: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Leichenwetter und der Idee einen Clubmix von "Die Wahrheit" zu machen?

Tom:Ich kenne Numen von Leichenwetter schon ein paar Jahre.Wir wollten immer mal was zusammen machen und irgendwann ergab sich das halt.

DH: Mit dem Song "Mein Herz" findet sich auch ein Non Album Track auf der EP. Dieser ist ausgesprochen gelungen. Wieso erscheint er nicht auf Eurem kommenden Album?

Tom:Wir wollten etwas exklusives auf der EP haben.``Mein Herz``ist ja quasi unplugged und bietet sich schon alleine deswegen als Exklusivtrack an.

DH: Auf der Stigmata E.P. haben auch als Gäste Numen und Mr.Broomstick mitgewirkt. Werden die beiden auch bei Eurem kommenden Album mit dabei sein?

Tom:Weiß ich noch nicht.Numen ist mit Leichenwetter sehr beschäftigt und Mr.Broomstick spielt bei jedem, der Bedarf nach 4, 5 oder 6 Bassaiten hat.Egal ob elektrisch, akustisch, gezupft oder gestrichen.Ein echtes Multitalent:-)

DH: Was erwartet uns bei Eurer neuen CD? Könnt Ihr schon etwas über das neue Album erzählen?

Tom:Es geht wie gesagt um eine geschlossene Geschichte.Marco singt dabei den Part des Protagonisten und Sandra den der Eisprinzessin.Ein elfenhaftes aber böses Traumwesen.Es geht thematisch natührlich um Traumwelten, aber auch um das loslassen von Träumen.

DH: Tretet Ihr auch live auf? Sind demnächst eventuell Konzerte oder eine Tour von Euch in Planung? Wie stellt Ihr Euch die Umsetzung Eurer Musik für die Bühne vor?

Tom:Es ist jetzt zunächst mal das Weltentor Festival in Gera geplant. Bei der Umsetzung will ich noch nicht viel verraten, es wird aber kein gitarrenschwingendes Rockkonzert bei dem wir vier Mattenschwingend uns den Schweiß ins Publikum schütteln. Eher etwas visueller:-)



DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und viel Erfolg. Euch gehört das Schlußwort:

Ich hoffe, das wir in Zukunft mit unserer Musik viele Leute erreichen und vielleicht auch einen starken Labelpartner für unsere Musik finden.

Interview: Andreas Ohle