Touch The Spider


DH: Stellt euch zunächst einmal selbst kurz vor. Wie seid Ihr zur Musik gekommen? Wie kam es zur Gründung von TOUCH THE SPIDER?

CE: TTS sind Unholy Ghost (vocals, bass, guitars, percussion, keys) und Cosmic Energy (drums, percussion, keys, fx, artwork). Wir haben uns über eine Anzeige kennen gelernt.

UG: Das war wie ein Urknall.

CE: Ja, endlich hatte die ewige Langeweile ein Ende und wir konnten dem Leben einen Sinn geben.

UG: Nee, mal im Ernst, für uns ist Musik die Möglichkeit, Erlebtes zu verarbeiten und Gefühlen Ausdruck zu geben.

CE: ...eine Art Psychotherapie...

DH: Eure Musik geht meiner Ansicht nach in die Richtung Batcave / Gothicrock. Wie kommt es, dass ihr genau diese Art von Musik macht? Gibt es da in Eurer Jugend besondere musikalische Vorprägungen?

UG: Wir haben diverse Einflüsse und bedienen uns aller möglichen Stilrichtungen und ...

CE: ...machen aber den spezifischen TTS-Sound.

UG: Genau, wir werden immer wieder in unterschiedliche Schubladen gesteckt. Aber alle sind sich einig (CE: wir auch!), dass wir düstere, morbide Musik spielen.

DH: Ist es wichtig für Euch anders bzw. eigenständiger zu klingen als andere Batcave Bands.

UG: Wir spielen einfach das, was uns auf der Seele brennt.

DH: Euer Album heißt "I spit on your grave". Erzählt uns etwas zu dem Album. Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD und wo fanden sie statt.

CE: Die Aufnahme der Songs hat ca. ein Jahr bis letzten Juni in Anspruch genommen. Die ersten Spuren (Drums und Gitarre) haben wir im Proberaum aufgenommen.

UG: Danach habe ich die Gitarre, Bass und Gesang im heimischen Keller eingespielt.

CE: Garage Band war gestern, heute ist Cellar Band.

UG: Und dann kommt die Mischung, danach das Mastering... fertig.

DH: "I spit on your grave" wirkt auf mich sehr düster und verstörend. Ist Eure Musik in gewisser Weise ein Spiegel Eurer Seelen? Seid Ihr dem "realen" Leben gegenüber ähnlich eingestellt, wie dies in Eurer Musik zum Ausdruck kommt?

UG: In den Songs verarbeiten wir definitiv negative Begebenheiten. In letzter Zeit scheinen die dunklen Elemente in unserer Welt ja auch zu überwiegen. Kein Wunder also, wenn unsere Songs nicht den Heiterkeitspreis gewinnen.

CE: Ich finde die Songs ja eher freundlich ... düstere Zeiten brauchen düstere Musik.



DH: Gibt es bestimmte Themen oder Ereignisse, die Euch beim Songschreiben für dieses Album besonders beeinflusst haben? Wie entsteht überhaupt ein Song bei Euch? Gibt es eine Person, die alle Songs schreibt oder entstehen die Songs im gemeinsamen Zusammenspiel?

UG: Die Songs beziehen sich größtenteils auf reale Ereignisse oder auf vorhandene Ängste, Visionen, Reflexionen. "Circle of lies" hat Mobbing als Hintergrund, "You are not alone" handelt vom Abschied eines geliebten Menschen.

CE: Vergiss nicht "Make me sick". In dem Song dürfen sich alle Arschlöcher angesprochen fühlen.

UG: Alles um mich herum inspiriert mich zu neuen Texten.

CE: Die Texte und die passenden Riffs auf der Gitarre bringt UG mit in den Proberaum.

UG: Und da funktioniert die Zusammenarbeit quasi automatisch. CE unterstreicht den Charakter der Songs mit den Drums und dann feilen wir hier und da noch ein wenig, bis der Song perfekt ist.

CE: Das Ganze klappt ohne viel Tralala, einfach aus dem Feeling heraus.

DH: Besonders gut gefällt mir der Song "Where are you from". Wie entstand die Idee zu diesem Song und wovon handelt das Lied?

CE: Der Song ist bereits ein paar Wochen nach Bandgründung entstanden. Wir waren beide früher Fans von Hawkwind. Und quasi als Hommage an diese genialen Klangkünstler ist dieser Song herausgekommen.

UG: Kurz zum Inhalt.: Der Song handelt von einer Person, die kurz vorm Einschlafen glaubt, einem Zeitreisenden gegenüber zu stehen. Der Text spiegelt dieses beklemmende Gefühl wider.

DH: Auf Eurem Album befasst Ihr Euch mit vielen dunklen Themen menschlicher Existenz - so auch dem Satanismus. Welche Bedeutung hat dieser für Euch und wie wichtig ist er als kreative Quelle für die Entstehung dieses Albums gewesen?

UG: Nur in "Graven Image" geht es um Blut und Opfer. Der Song ist aber eher als klassische Gruselstory gedacht. Wir haben mit Satanismus nichts am Hut.

CE: Man darf hier die Beschreibung innerer Ängste nicht mit irgendeiner Religion oder Weltanschauung in Zusammenhang bringen.

DH: Wie kam es zu der ungewöhnlichen Idee, "I spit on your grave" als Doppel-CD im Digipack zu veröffentlichen?

UG: Unsere Zusammenarbeit klappt so gut, dass wir in kürzester Zeit viele gute Songs zusammen hatten. Die Alternative zur Doppel-CD wäre die Streichung von Songs gewesen...

CE: ...und wer hätte sich da entscheiden können. Die sind alle fett.



DH: Wann wird man TOUCH THE SPIDER live in Deutschland sehen? Ist eine Tour in Planung?

UG: Zur Zeit basteln wir an unserem dritten Video "I spit on your grave". Die Videos zu "Abra Macabra" und "You are not alone" sind fantastisch geworden. Habt Ihr sie angesehen?

CE: Danach kümmern wir uns um die Nachfolge-CD "Souls for sale".

UG: Und dann können wir über eine Tour nachdenken. Anfragen gab es ja schon.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Eure letzten Worte:

TOUCH THE SPIDER - The dark side of life

www.touchthespider.de

Interview: Andreas Ohle