Think Q




DH: Seit wann gibt es Think Q? Wie seid Ihr beiden zusammengekommen?

Wir würden es einmal so beschreiben: Da sind sich zwei neugierige und unruhige Menschen über den Weg gelaufen, die sich gut ergänzten, viel ausprobierten und schließlich ein erstes File, unter dem Namen "thinkQ" in ihren Computer abgespeicherten. Es hat das Datum der Nacht auf den 31.05.2001.

DH: Wie würdet Ihr Eure Musik am besten beschreiben?

Die eigene Musik zu beschreiben ist immer schwer, das sollten wohl lieber Andere tun. Was wir versuchen, ist etwas Warmes, Lebendiges wie eine Melodie, eine Gitarre oder ein Klavier in etwas Kaltes, Elektronisches einzubetten und so eine Spannung oder eigene emotionale Atmosphäre zu erzeugen. Oder besser "herauszufordern", denn "erzeugen wollen" klingt bemüht und berechnend und wir stehen drauf, wenn etwas entsteht, das wir vorher nicht geplant hatten und das uns überrrascht.

DH: Beim Anhören Eurer Musik denke ich unvermittelt an die 80`er Jahre. Seht Ihr in Eurer Musik einen Einfluss aus dieser Zeit und wenn ja welchen? Habt Ihr musikalische Vorbilder?

Ja, das haben wir schon öfter gehört. Also...naja, die 80er war wohl die Zeit, in der wir Musik richtig entdeckt haben, weil wir sie verstehen wollten und plötzlich wussten, warum uns etwas gefällt und warum nicht, das prägt vielleicht schon. Wobei die 80er ja auch eine Zeit waren, in der man sozusagen "hitfreier" an Musik herangegangen ist. Es hat nicht ausschließlich eine Nummer gezählt, sondern wir mochten ganze Platten, die keinen einzigen komerziellen Single-Erfolg hatten, uns aber in ihrer Ganzheit packten. Entwicklungen von Bands haben uns interessiert. Es gab eine wesentlich größere Vielfalt, nicht zuletzt im Radio. FM4 erinnert uns an die 80er. Nicht wegen dem Sound, aber weil dort die Möglichkeit gegeben ist, daß man noch Lieder oder Bands entdeckt. Ob das Alles in den Sound miteinfließt, keine Ahnung, aber da kommen wir her und da liegt vielleicht noch immer unsere Aufmerksamkeit. Von den Haupteinflüssen her sind es bei Thommy die NINE INCH NAILS, aber auch SUPERTRAMP oder VAN MORRISON. Bei Ludo ist es ROGER WATERS , PRINCE oder PETER GABRIEL.



DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu Eurem Album und wo fanden sie statt? In Eurem Bandinfo gab es keine Informationen über den Titel des Albums. Welchen Titel hat das Album?

Die Titel sind im Laufe von vielen Nächten in unserem Projektstudio entstanden.Die ersten fünf Titel haben wir anschließend in den Studios der MUSICSUPPORTGROUP in Deggendorf innerhalb von zehn Tagen eingespielt und -gesungen. Im Herbst werden wir die Aufnahmen zu den restlichen (vermutlich weiteren fünf) Stücken abschließen. Einen definitiven Albumtitel gibt es noch nicht, der (geheime...) Arbeitstitel lautet "AUTHENTIC"

DH: Wie funktioniert bei Euch der Prozess des kreativen Songschreibens und wie wichtig sind Euch die Texte zu Euren Songs?

Am Anfang steht immer eine Idee. Das kann eine Gesangsmelodie, eine Textzeile, ein Loop oder ein Sound sein. Wir setzen uns da dran und gehen dem nach. Versuchen Verbündete oder Gegner zu Finden, also Teile die unterstützen oder konterkarrieren. Es läuft nicht immer gleich, aber wir wissen nie wo wir am Ende herauskommen. Wobei es oft schwer ist "das Ende" zu finden oder zu bestimmen. Wir sitzen an einem Song natürlich solange, bis er uns gefällt oder wir entscheiden, daß er jetzt mal soweit einen Stand hat, den wir ruhen lassen. Man kann sich an einem Song auch dusselig arbeiten und es geht eben manchmal auch überhaupt nicht auf. Ein Song ist für uns (meistens) die Einheit aus Musik und Text, somit sind uns Texte wichtig als Transporter, als Angebot oder Einladung in einen Song.

DH: Seit Ihr schon sehr gespannt auf die Reaktionen zu dem Album? Was glaubt Ihr was die Leute über das Album denken werden? Kennt Ihr so etwas wie Nervosität?

Klar sind wir nervös und gespannt auf die Reaktionen der Leute. Wir machen Musik nicht für uns alleine sondern wollen Leute damit erreichen. Wir hoffen, daß wir sie ansprechen, daß sie die verschiedenen Energien unserer Lieder teilen können und je mehr desto besser. Wir glauben wohl, daß unser Sound nicht jeden sofort ansprechen wird. Aber wir hoffen, daß Reaktionen kommen von "Gefällt mir gut", über "Gefällt mir ausgesprochen gut", hin zu "Bin gespannt, wo es mit denen noch hingeht" und natürlich auch "Hau ab mit dem Scheiß", sonst wär's ja langweilig.

DH: Spielt Ihr auch live und wenn ja wie hat man sich einen Auftritt von Think Q vorzustellen?

Wir sind gerade dabei, das Live-Konzept zu entwickeln. Erst mal so viel: wir möchten viel mit Projektionen, Animationen und großen Bildern arbeiten.



DH: Wie denkt Ihr über die Entwicklung des Internets und MP3s? Ist es für Euch eine Möglichkeit bekannter zu werden?

Illegaler Download, schwieriges Thema. Prinzipiell sehen wir das Netz als Chance für jeden Musiker. Musiker müssen für ihre Arbeit bezahlt werden, auch klar. In unserem Stadium leistet uns das Netz gute Dienste mit freien Downloads. Wir haben vor kurzem eine mail aus Japan erhalten von einem Menschen, den wir mit unserer Musik scheinbar völlig glücklich gemacht haben und sowas ist natürlich schon toll und war vor fünfzehn Jahren noch undenkbar: zwei Musiker aus Deutschland erreichen jemanden aus Japan mit ihrer Musik in guter Qualität relativ selbstverständlich, ohne Post oder Flugzeug - dolle Sache ! Die verschiedenen Plattformen im Netz (besonic.com / myownmusic.de etc.) bieten einen guten Ansatz, allerdings wäre manchmal eine redaktionelle Begleitung wünschenswert, um so eine Halde von halbfertigen Arbeiten zu vermeiden, die sich dort natürlich auch ansammeln. Das Internet bietet wohl gerade für die Independent-Szene weitaus mehr Chancen als Risiken. Davon zeugt auch die engagierte Arbeit der vielen verschiedenen Online-Magazine, die bereit sind sich mit neuen Bands zu beschäftigen.

DH: Welchen weiteren Pläne gibt es für Euch mit Think Q in naher Zukunft?

Die nahe und fernere Zukunft von ThinkQ heißt Entwicklung, weiter arbeiten und vor allem Live spielen und natürlich der Release unserer ersten CD

DH: Wenn Ihr noch etwas loswerden wollt, dann ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür:

Danke für die Möglichkeit des Interviews und Dank an Alle, die bisher unsere Seite besucht haben, die Lieder runtergeladen haben und für die zahlreichen Feedbacks !!!

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Ihr habt das Schlusswort:

www.thinkq.de, schaut ab und zu vorbei.

Interview: Andreas Ohle