The SlimP



DH: Zu Anfang könnt Ihr mir etwas über Euch und Eure künstlerische Entwicklung erzählen? Seit wann macht Ihr eigentlich Musik und wie ist das aktuelle Line-Up?

Elisa: The SlimP gibt es seit Anfang 2003 – eigentlich in fast unveränderter Besetzung. Ich singe und spiele Bass, Mart singt, spielt Bass und Bariton-Gitarre, Bernd ist für die Gitarre zuständig und Silke für die Drums. Zur Zeit unseres zweiten Albums „Some Seconds Later“ hatten wir noch Unterstützung durch einen guten Freund an der 2. Gitarre. Wir haben alle schon vor The SlimP Musik gemacht und mehr oder minder ausgeprägt musikalische Erziehung genossen. Irgendwie hat es genau in der Konstellation dann richtig gefunkt; die Chemie stimmt einfach.

DH: Warum wähltet Ihr den Namen The SlimP für Eure Band? Hat der Name eine besondere Bedeutung?

Elisa: The SlimP steht für “shimmery liquid in marvellous plastic bottles“. Klingt erstmal albern, hat aber eine ganz süße Geschichte. In der geht es um eine blau schimmernde Flüssigkeit, die jedem die Kraft und Energie zum Ausleben der eigenen Kreativität gibt. Ein Sinnbild dafür, dass man für kreatives Werkeln eine große Portion Kind-sein, Neugierde und auch Naivität braucht.

DH: Auf Eurem neuesten Album "Wavelands" finden sich wieder etliche wunderschöne Waverock Lieder. Gab es in Eurer Jugend eine besondere musikalische Vorprägung diesbezüglich? Seht Ihr Euch selber als - mittlerweile groß gewordene Kinder der Wavebewegung?

Elisa: Ja, das sind wir wohl. Wir haben unsere musikstil-prägende Jugend in den 80ern verbracht. Das hätte natürlich auch nach Hinten losgehen können und wir würden heute Pop oder Neue Deutsche Welle machen. ? Aber zum Glück haben uns Größen wie The Cure, Siouxsie and The Banshees, The Mission, Bauhaus etc. geprägt.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der neuen CD und ???WO??? fanden sie statt? Die CD wirkt auf mich sehr professionell und gut produziert. Worauf habt Ihr bei der neuen CD selber diesmal geachtet?

Elisa: Die CD-Veröffentlichung war eigentlich viel früher geplant. Wir haben insgesamt sehr lange gebraucht; die Drum-Spuren der allerersten Songs stammen von Anfang 2007. Die Songs haben also alle einen langen und ausführlichen Reifungsprozess durchgemacht – wie guter Wein. ? Wir haben unseren Keller in ein kleines Studio ausgebaut und alles zuhause aufgenommen. So ist die gesamte Produktion in Heimarbeit entstanden. Insgesamt haben wir (oder eher Bernd, der die Scheibe produziert hat) viel Wert auf ein homogenes und authentisches Ergebnis gelegt und die Songs nicht künstlich mit zig Spuren aufgewertet. Das wäre dann nicht The SlimP.



DH: Das neue Album "Wavelands" wirkt sehr intensiv. Habt Ihr selber das Gefühl, dass ihr mit dem neuen Album Eure eigenen musikalischen Grenzen neu definiert und überschritten habt?

Elisa: Es wäre ja eher traurig, wenn wir nicht mit jedem neuen Song unseren Horizont erweitern und die Grenzen neu austesten würden. Das würde ja Stillstand bedeuten. Auf unseren Alben verstecken sich immer auch kleine musikalische Experimente, wie z.B. auf Wavelands „Love and Lie“ oder „Hypnosis“. Insgesamt ist „Wavelands“ mit Sicherheit unser düsterstes und intensivstes Album. Wir können halt mit der Zeit immer besser solche Emotionen direkt in Musik umsetzen.

DH: Vieles auf dem neuen Album scheint auch in gewisser Weise selbstanalytisch. Habt Ihr auf diesem Album auch Selbsterlebtes verarbeitet? Wie wichtig ist Euch der inhaltliche Aspekt in Euren Songs?

Elisa: Die meisten Songideen entstehen aus Selbsterlebtem, aus Stimmungen, Situationen. Manche auch aus reiner Phantasie (wie z.B. „Hypnosis“, ein Text über den Wunsch, sich tief in der Gedankenwelt anderer Menschen verlieren zu können). Der inhaltliche Aspekt hat ungefähr den gleichen Stellenwert, wie der musikalische. Das Gesamtwerk, der Gesamteindruck muss stimmen, der aus Text und musikalischer Umsetzung entsteht. Wichtig ist, dass die Proportionen stimmen. Ich denke, dass wir in die Texte von „Wavelands“ insgesamt sehr viel Herzblut gelegt haben. Sie stammen aus drei verschiedenen Federn – alle bandintern. Und so unterschiedlich fallen sie auch inhaltlich aus... Hinhören und Zuhören lohnt sich auf jeden Fall!

DH: Das neue Album erscheint bei af-music. Wie bekamt ihr den Plattenvertrag mit af-music? Hattet Ihr vorher schon Kontakt zu af-music?

Elisa: Wir arbeiten schon seit Jahren eng mit af-music im Rahmen von Promotion-Arbeit und Booking zusammen. Af-music hat sich im Laufe der Zeit auf digitale Veröffentlichung spezialisiert und wir konnten schon 2008 unsere Compilation „RECALL 2003-2005“ in Zusammenarbeit mit Falk Merten veröffentlichen. Inzwischen haben sich ganz neue Möglichkeiten ergeben. Af-music arbeitet eng mit Danse Macabre und Bruno Kramm zusammen, so dass wir die Chance hatten unser neues Album über Danse Macabre und Alive zu vertreiben. So eröffnen sich uns jetzt zwei grandiose Vertriebswege – was will man mehr? Einen großen Dank hier an dieser Stelle an beide Labels!

DH: Wenn Ihr in der Welt etwas verändern könntet, was würdet Ihr tun? Würdet Ihr gerne in anderen Welt als der unseren leben? Vielleicht in einer ganz besonderen Art von "Waveland"?



Elisa: Eine schwere Frage. Nein, wir würden sicher nicht in einer anderen Welt leben wollen. Dafür sind wir viel zu sehr im Hier und Jetzt verwurzelt. Da aber The SlimP aus vier Individuen besteht, würde auch jeder von uns etwas anderes an der Welt, in der wir leben, ändern wollen. Ich kann also eigentlich nur für mich sprechen. Mehr Toleranz würde ich mir im Umgang miteinander wünschen; damit würden sich viele Probleme von selbst lösen oder erst gar nicht entstehen. Und als Biologin wünsche ich mir eine umweltfreundlichere Welt, in der die Menschen das Bewusstsein für ihr Tun schärfen und für die Konsequenzen ihres Handelns auch endlich mal einstehen.

DH: Wann kann man The SlimP wieder live sehen? Wird es zum neuen Album auch eine Tour geben? Freut Ihr Euch darauf das neue Songmaterial live zu präsentieren?

Elisa: Unser letztes Konzert war sozusagen vor der Haustüre: am 04.03. in Köln als Support von „Die Art“. Jetzt ist erstmal eine Babypause angesagt, so dass wir erst für Herbst 2009 mit Tourplanungen beginnen werden. Wir hoffen aber, dass wir dann einen großen Bereich von Deutschland abdecken können. Ich sage rechtzeitig Bescheid!



DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und viel Erfolg mit dem neuen Album. Eure letzten Worte:

Elisa: Vielen Dank für die netten Fragen und Eure Unterstützung. Unser größter Dank gilt den Fans für ihre Treue! Sie mussten lange auf „Wavelands“ warten und die nun eintrudelnden positiven Feedbacks freuen uns sehr. Elisa.

Interview: Andreas Ohle