The Crest



The Crest haben vor kurzem ihr Album "Letter From Fire" bei Seasons Of Mist veröffentlicht. Im April gehen sie zusammen mit MORTIIS auf Europatour. Dark Heart führte das folgende Interview mit der Band.

DH: Kannst Du uns zum Beginn etwas über Euch und Eure künstlerische Entwicklung erzählen? Wie begann alles mit The Crest?

Ich habe in Bands gespielt seit ich 15 bin, und ich habe immer Material für meine Projekte ge- schrieben. Ich habe auch Gitarre einige Jahre studiert, daher waren einige meiner früheren Bands sehr technisch orientiert. Als ich The Crest gründete, hatte ich genug davon Tonleitern und Rhythmusmuster zu proben, und fing damit an sehr langsames melodisches Material zu schreiben. Eine Sängerin in einer Heavyband zu haben, war sehr unge- wöhnlich damals. Am Anfang hatten wir einen eher traditionellen Metal- anspruch mit vielen Kontrasten zwischen den harten und den soften Passagen der Songs. Die Songstruk- turen waren auch viel komplexer und wir waren eher gefangen und statisch in unseren Kompositionen. Man sollte sie vielleicht nicht mehr alle Kom- positionen nennen, da sie einfach Pop Songs waren. Ich habe die meisten Songs mit der Akustikgitarre geschrie- ben und dadurch war alles recht einfach gehalten. Manchmal sitze ich mit an einem Syntheziser oder Piano, aber die meisten Songs habe ich mit Hilfe einer alten verranzten Akustik- gitarre geschrieben, die sich ein bißchen schräg anhört. Mir ist es ein Ziel, in der Lage zu sein unsere Songs auch akustisch aufzuführen und immer noch gut zu klingen. Das bedeutet zusätzlichen Druck für die Melodie und ich denke wir sind auf dem richtigen Weg.



DH: Welche Musiker gehören zu The Crest?

Das line-up ist Nell- Gesang, Magnus - Bass und Sebastian - Gitarre zusätzlich dazu spiele ich selber Gitarre. Wir alle kommen aus verschiedenen musikalischen Richtungen. Das einzige, was wir gemeinsam haben, ist, daß wir zusammen an der gleichen Musikhochschule studiert haben. Auf der Bühne haben wir einen zusätzlichen Livedrummer. Bei der Tour diesen Frühling haben wir einen Jungen namens Klaus Blomvik dabei. Er ist ein großartiger Musiker und kommt von verschiedenen Popacts, und er macht seine Sache wirklich groß- artig bei uns. Du bist der erste Journalist, der seinen Namen nun weiss.

DH: Warum habt Ihr den Namen THE CREST gewählt? Willst Du etwas mit dem Namen ausdrücken?

Nun. Um ehrlich zu sein - der Name ist zutreffend. Wir nannten die Band The Covent, aber die Leute verwechselten uns mit Covenant, daher entschieden wir uns für den Namenswechsel. Wir hatten ein echt cooles Logo für The Covent, daher wollten wir den neuen Namen wieder mit "the" und "C" anfangen lassen und The Crest war der einzige Name auf der Liste, den niemand von uns hasste. Das Logo haben wir fallen- lassen, aber den Namen behalten. The Crest, in seiner Bedeutung als höchster Punkt auf einem Hügel oder als Familien/Königssymbol, funk- tioniert gut als Name für eine Dark Rock Band, aber es gibt keine tiefere Bedeutung oder sonst etwas...

Wir sprachen über die Namensänderung letzten Sommer, aber passierte damals nicht und nun werden wir ihn in Zukunft behalten.



DH: THE CREST erscheint mir als eine Gothic Metal Band. Könnt Ihr Euren Musikstil in Euren eigenen Worten beschreiben?

Ich würde es Rock / Dark Rock / Dark Poprock / Alternative Rock / oder was auch immer nennen. Ich würde es mir wünschen das Wort "Gothic" zu vermeiden, da die neuen Art von Goth Bands sehr weit von dem entfernt sind, was wir tun. Es gibt wesentlich mehr Aspekte in unserer Musik, die mit Gothic assoziiert werden können, aber wir fühlen uns mehr hingezogen zu der 80`er Jahre Gothrockszene - mit ihren statischen Uptempo Drummaschinensounds und so. Wenn man heute auf ein Goth Festival geht, sind dort hauptsächlich Synthiebands und Mittelalterbands, und das ist sehr weit von dem entfernt, was wir mit The Crest machen. Ich sah unsere Promo CD's mit der Aufschrift "Gothic Metal" auf der Rückseite. Ich kann mir nicht ernsthaft vorstellen, wie jemand auf diese Idee kommt ... Wenn jemand unser Album kauft, und erwartet ein weiteres Tristania oder Crematory Album, dann wird er eine grosse Über- raschung erleben!

DH: Euer Album nennt sich "letter from fire". Könnt Ihr etwas über den Release erzählen? Wo habt Ihr das Album aufgenommen und wie lange dauerten die Aufnahmen?

Das Album wurde aufgenommen und gemixt innerhalb von vier Wochen im Soundsuite Studio in Marseille. Das Material ist innerhalb von fünf Jahren entstanden und war oft geprobt als wir ins Studio kamen. Das einzige Problem mit nur 4 Wochen war, dass wir gerne mehr an den Samples und Synthezizereffekten gearbeitet hätten. Auch die Gesangsaufnahmen waren hauptsächlich in ein paar schnellen Aufnahmen gemacht worden, und hoffentlich haben wir das nächste Mal dafür mehr Zeit.

DH: Machen Euch die Aufnahmen im Studio Spass?

Ja. Es macht immer Spass Dein eigenes Material aufzunehmen. Diesmal war keine Ausnahme.

DH: Wie kam es zu dem Platten- vertrag mit Season Of Mist/Bellaphon?

Wir bekamen den Plattenvertrag auf die altherbrachte Weise, indem wir einfach eine Demo-CD an sie gesendet haben. Sie gaben uns ein Angebot für ein Aufnahmedatum und alles, so waren wir dabei. Ich weiss, wir bekamen hauptsächlich aufgrund der Qualität unserer Sängerin den Plattendeal, was uns sehr recht ist, da wir alle die größten Fans von Nell sind! hehe Wir bekamen viele Anfragen, bei einem Extremen Metal Label zu signen, aber uns macht das nichts. Es ist alles Musik. Ich mag Metal, Indie, Goth, Pop, wie Du es auch nennen magst.. für mich ist es alles einfach Musik. Es ist vielleicht eine ziehmlich einzig- artige Sache für ein Label diese Genrearten zu mixen, aber so lange sie einen guten Job für alle Beteiligten tun, sage ich: Weiter- machen ! Unser Image und unsere Gesangstexte sind sehr düster im Vergleich zu anderen Bands oder anderen Poprockbands, daher sind wir vielleicht die perfekte Crossover Band für ein Label, dass in verschiedene Richtungen wachsen will.



DH: Wie wichtig sind Euch die Gesangtexte? Erzählt uns etwas über die Songthemen...

Es gibt in den Texten keine esoterischen, versteckten Nachrichten oder ähnliches und es hängt von jedem Hörer selbst ab aus unseren Texten das herauszulesen, was er oder sie daraus hören will.

Wenn ich Songs schreibe, dann schreibe ich für gewöhnlich die ersten Worte nieder, die mir einfallen, einfach so um etwas zum singen zu haben, wenn ich den Song der Band präsentiere. Ich versuche ihn dann neu zu schreiben und den Gesangstext zu verbessern, aber für gewöhn- lich endet dies alles darin, daß etwas sehr ähnliches zu dem ersten Versuch entsteht.

Die Hauptthemen bei "Letters from Fire" sind Verlust, Leiden und damit Fortzufahren

... Einige Songs wie Butterflies und Frozen Garden handeln von dem magischen Universum eines Kindes und der Wiederentdeckung als Erwachsener. Die romantische Seite von Erinnerungen auf der einen und die Furcht davor auszutrocken und zu sterben auf der anderen Seite. Ich war sehr gefangen von dieser Furcht zu sterben vor einer Weile und die meisten Songtexte handelten zu dieser Zeit davon, wie Childhood's End. Ich bin für gewöhnlich eine sehr optimistische und glückliche Person, aber meine Songtexte kamen aus mir in dieser Form. So lange unsere Musik massiv und melan- cholisch ist, werden es auch meine Gesangstexte sein.

DH: Wie wichtig ist Euch die Arbeit als Musiker selber?

Ich habe ein Instrument gespielt seit ich fünf bin, und ich schreibe konstant neue Songs, daher ist dies natürlich sehr wichtig, um nicht zu sagen der wichtigste Faktor in meinem Leben.

DH: Ihr kommt aus Norwegen. Könnt Ihr uns etwas über die Gothic und Metalszene in Eurem Land erzählen?

Wir haben einen Gothic/Industrial Club in praktisch jeder grösseren Stadt, aber die Szene ist sehr klein mit nur ca. 5-10 Bands.

Es gibt nur einige wenige Bands die vergleichbare Musik wie wir spielen, aber die Alternative Rock Szene ist sehr groß.

Die meisten Bands orientieren sich gerade im Retro-Bereich mit aufgeblasenem modernen Glamrock, aber das ist ok.. Wie dem auch sei, das ist weit mehr interessant als die sogenannten Black Metal Bands aus jedem Keller hervor- kommen.

DH: Ihr spielt zusammen mit MORTIIS im April 2002 die Europatour. Wie kam es zu der Gelegenheit mit Ihnen live zu spielen?

Es wurde alles arrangiert von unserem Plattenlabel. Wir freuen uns auf die Tour und wir sind sehr glücklich diese Möglichkeit zu bekommen eine grössere Hörer- schaft zu erreichen. Mortiis Image ist ein bißchen anders als das unsere, aber ich denke wir sind eine sehr gute Kombination für einen guten Abend !

DH: Wie sieht ein Auftritt von The Crest aus?

Normalerweise liegt die Aufmerksamkeit auf Nell. Sie ist eine großartige Sängerin und eine große Frontfigur auf der Bühne. Das ist eine sehr seltene Kombination. Wir sind live wesentlich härter, teilweise deshalb weil wir einen Live- drummer zusätzlich zu unseren Drumloops verwenden, aber wir neigen auch dazu den Gainregler bei den Gitarren ein bißchen mehr aufzudrehen, sodaß alles sehr massiv klingt. Wie wir aussehen? Ich sehe The Crest als eine sehr visuelle Band, aber wir machen kein Feuerschlucken, Kreuzigungen oder ähnliches auf der Bühne. Wir sind einfach ein altmodischer High- Energy Liveact, der ständig ver- sucht alles auf der Bühne zu geben. hehe

DH: Sind weitere Projekte in Zukunft geplant (neue Veröffentlichungen, Samplerbeiträge, ...)?

Ich weiss nicht, was Season of Mist planen, aber wir werden natürlich weiter Musik schreiben und hoffentlich in der Lage sein ein weiteres Album zu veröffentlichen.

DH: Vielen Dank für dieses Interview und weiterhin viel Spass und Erfolg mit THE CREST. Eure letzten Worte?

Wir haben zuletzt eine Webseite von den Mitgliedern der Band in Netz gestellt, daher wenn Ihr die letzten Neuigkeiten und Inside-Storys lesen wollt: Besucht www.the-crest.net. Sie ist noch sehr klein, aber in diesem Frühling werdet Ihr dort einiges finden. Ok. Das ist alles für heute. Hoffe Euch bei der Tour zu sehen!