Spirit Corpsed



DH: Seit wann gibt es die Band Spirit Corpse und wie seit ihr auf den Namen gekommen?

Die Band Spirit Corpse besteht seit September 1999. Eigentlich wollten wir Flying Corpse heißen, aber mit der passenden Bühnenshow hätte man uns wohl kaum auftreten lassen...

DH: Welche Musiker sind in der Band?

Beaster (Malvin Schwarz) Gesang, E-Gitarre Horny C. (Tim Ristau) E-Gitarre, Gesang Dr. Adam Evil (Adrian Pawelczyk) Synthesizer, seltsame Geräusche Struggler (Ralph Haase) Bass-Gitarre Tyrphon (Marco Wolk) Drums

DH: Ihr bezeichnet Eure Musik in Eurem Bandinfo als Zombie - Metal. Was hat man sich genau darunter vorzustellen?

Der Name Spirit Corpse ist dafür bezeichnend: Wir leben zunehmend in einer Gesellschaft, in der viele schon tot sind bevor sie sterben. Aus dieser Masse von lebenden Leichen wollen wir uns erheben und Geschichten erzählen. Unsere Musik ist wohl im groben dem Düster- metal zuzuordnen, ohne dass sie das Klischee erfüllt. Wir arbeiten gerne mit Zynismus in Text und Musik, weniger mit Vampir-Traurig- keit. Erst befanden wir uns im Grab der Melancholie, dann kletterten wir raus und jetzt kommen wir euch holen. Ganz oder in Teilen. Eure Sache.

DH: Eure aktuelle CD heisst Love is a grave. Ist dies Eure erste Veröffentlichung?

Wir haben vorher zwei Demos veröffentlicht ("Lilith" Juni 2000 und "The Prophet" Januar 2001), aber das waren eher Demos für Freunde und Bekannte. "Love is a grave" ist unser eigentliches Debüt.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD und mögt Ihr die Arbeit im Studio?

Wir waren relativ lange im Studio, verbringen aber auch sonst viel Zeit miteinander, so dass die Stimmung ausgesprochen entspannt und der Aufenthalt mit einer Menge Spaß verbunden war. Dazu kam, dass unser Pro- duzent Matthias Löhmöller (Band "Morgentot") sehr viel Geduld mit uns Chaoten hatte. Dafür an dieser Stelle nochmals besten Dank. Wir haben die Zeit sehr genossen und viel gelernt. Jetzt freuen uns schon auf das nächste Album.



DH: Sehr gut hat mir der Song "The Prophet" gefallen. Wovon handelt das Lied?

Erstmal vielen Dank *g* "Love is a grave" ist ein Konzept-Album. Während Intro und Outro einen Rahmen bilden, ist "The Prophet" die Einleitung der Geschichte. Der Song beschreibt aus der Perspektive eines Sehers mit "Ätsch, ich hab`s euch ja gleich gesagt" - Charakter die kommenden Dinge. Der Prophet ist ein echt fieser Typ, aber was will man machen...

DH: Seht Ihr in Eurer Musik die Möglichkeit Euch selbst zu verwirklichen?

Wir sind keine Musiker, die sich darauf geeinigt haben, Metal zu machen. Wir haben uns getroffen, konnten uns gut leiden und waren auf einer Wellenlänge, auch auf der musikalischen Basis. Jeder von uns hat eine andere "Metalvorliebe", trotzdem sind wir uns überwiegend einig, wenn wir die Songs zusammen ausfeilen. Die Musik muss uns und euch interessant sein und Spaß machen. Alles in Allem bringt sich jeder von uns im Rahmen seiner Möglich- keiten ein und das macht vielleicht auch unsere Musik aus. Wir setzen eigene Standards.

DH: Wie schätzt Ihr die derzeitige Entwicklung im Metal-Sektor ein. Glaubt Ihr das Metal in der Musikindustrie in Zukunft mehr an Bedeutung gewinnt?

Der Metal ist wie ein Zombie. Er wird tot- geglaubt, verbuddelt und scharrt sich doch wieder frei. Rock`n`Roll, Metal und Punk werden niemals wirklich sterben. Nur sind sie eben auch gewissen Trends unterlegen und entwickeln sich weiter. Letztendlich sehen wir in letzter Zeit wieder verstärkt Kutten und Metal - Shirts. JA, WIR SIND WIEDER IM AUFWIND! Natürlich muss man aber kommerziell betrachtet sehen, was möglich ist: CDs für teilweise 18 Euro pro Stück stehen in keiner Relation und verstärken nicht unbedingt den Absatz und den Spaß an der Musik.

DH: Spielt Ihr auch live und wie hat man sich ein Konzert von Spirit Corpse auf der Bühne vorzustellen?

Klar spielen wir live. Wo und wann, das könnt ihr unserer Homepage entnehmen. Wir kommen auf die Bühne und versuchen unseren Spaß an der Musik, selbst wenn sie sich sarkastisch und zynisch gestaltet, durch Show, Energie und Bühnenoutfit zum Ausdruck zu bringen. Der Effekt ist eigentlich, dass wir oft als bizarr und düster beschrieben werden. Wir versuchen mit den Leuten zu rocken und uns mit ihnen zu beschäftigen, eben richtig zu feiern.

DH: Wenn Ihr noch etwas sagen wollt, dann jetzt:

Es gab eine Zeit, in der sich die Bands nicht gegenseitig schlecht gemacht haben und jeder Metaller zu einer, zu DER großen Familie gehörte. Wenn unsere Leute wieder verstärkt in den Sinn bekommen, was Metal eigentlich ist (nämlich ein Lebensgefühl und eine Einstellung!), dann ist auch wieder jeden Tag "Wacken - Tag" (Metal - Slang für Weihnachten).

DH: Vielen Dank für das Interview. Eure letzten Worte:

Wir hoffen, euch bald auf einem unserer Gigs zu treffen und mit euch zu rocken. Bis dahin: Reitet den Sturm!!!