Songs Of Lemuria



DH: Hallo Nik, Dein neues Musikprojekt lautet auf den Namen „Songs Of Lemuria“. Wie entstand die Idee zu dem neuen Projekt und hat der Bandname eine besondere Bedeutung?

Meine Inspiration ein Klassik-Pop-Projekt zu gründen war die Begegnung mit Michaela. Als ich sie vor etwas mehr als 3 Jahren kennenlernte war ich sofort fasziniert von der Leidenschaft mit der sie ihre Stimme so gekonnt in leisen und zerbrechlichen, und ebenso in den lauten, sopranen, geradezu theatralischen Tönen einsetzt. Ich fand daß sich ihre Stimme, gerade weil sie für das durchlauchte Gothic-Ohr sehr ungewohnt klingt, fantastisch eignet die großen schwarzen Hymnen unserer Zeit in ein kammer-musikalisches Gewand zu verpacken. Ihre jahrelange Musicalerfahrung kommt uns dabei sehr zu gute, wenn es darum geht, den "Songs Of Lemuria" -Tracks eine einzigartige Dynamik und Seele zu verleihen und eine Fusion aus Pop, Musik und Theater zu kreieren.

Der Name "Songs Of Lemuria" ist inspiriert von den Mythen um den gleichnamigen verschollenen Kontinent. Versunkene Hochkulturen haben mich schon immer fasziniert weil sie uns auch die Verletzbarkeit und Vergänglichkeit unserer eigenen Zivilisation vor Augen halten. Die Geschichten von Lemuria versprühen jedoch auch eine wunderbare Melancholie die bestens zur musikalischen Stimmung unserer Songs passen.

Ich denke die Musik von "Songs of Lemuria" ist außerdem so zeitlos, daß sie durchaus auch auf dem versunkenen Kontinent entstanden sein könnte, zu jener, uns angeblich so ähnlichen Zeitepoche.

DH: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Musical Star Michaela Laubach und Pianist Stephan Voigt? Ist in der kurzen Zeit, die ihr nun erst zusammen seid schon so etwas wie ein Gruppen- oder Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden?

Die Idee zum Songs Of Lemuria-Projekt ist wie gesagt schon ca. 3 Jahre alt, eine erste Blaupause veröffentlichten wir ja bereits 2004 mit einer Interpretation der Nik Page-Single "Dein Kuss" (Anm: erschienen als Bonustrack auf gleichnamiger Maxi-CD). Der erfreuliche Erfolg der Nik Page-CDs hatte jedoch leider die negative Nebenauswirkung, daß ich erst im letzten Herbst dazu gekommen bin, mich dem Songs Of Lemuria-Projekt mit ganzer Kraft zu widmen. Nicht einfach gestaltete sich auch die Suche einen Klavierarrangeur zu finden, der voll und ganz unseren Visionen entsprach. Mit Stephan haben wir jemanden gefunden, der sofort die Idee von Songs Of Lemuria verstanden hat und nach unseren Vorstellungen umsetzen konnte.

Die Zusammenarbeit ist wesentlich konstruktiver und konzentrierter als ich das von typischen Bandkonstrukten her kenne. Da wir alle drei die selbe Vision vom Songs Of Lemuria-Sound hatten, mußten wir keine Energie für zeitraubende Diskussionen verschwenden.

DH: Songs Of Lemuria sprechen eher die leisen Töne an. Wollt Ihr bewusst damit ein Zeichen setzen gegen unsere laute schnelllebige Zeit? vielleicht eher ein Zeichen gegen die Oberflächlichkeit unserer Zeit.

DH: Wie kam es zu der Idee der Synth-Pop Legende Depeche Mode ein Denkmal zu setzen mit dieser Cover-EP?

Wenn es darum geht mit einem neuen Musikprojekt die genialsten Songs unserer Szene auf neo-klassische Art zu interpretieren, stand für mich fest, daß dabei den Songs von Depeche Mode ein Sonderstatus gebührt. Nicht nur weil es die Band war, die mich Ende der Achtziger dazu inspirierte selbst Musik zu machen und die Blind Passengers zu gründen. Ich hatte schon immer den Wunsch meinen Jugendhelden mal einen musikalischen Tribut zu zollen, allerdings war mir der Sound der Blind Passengers- und Nik Page-Alben zu dicht am Klangbild von Depeche Mode, was es schwierig gemacht hätte was tatsächlich Originelles damit zu erschaffen. Mit "Songs Of Lemuria" ist das nun ganz anders, da die klassische Instrumentierung mit Piano und Cello uns die Möglichkeit gab, Depeche Mode-Songs auf eine Art zu interpretieren wie man es bisher noch nicht gehört hat.



DH: „Shake The Disease“ ist einer meiner persönlichen Lieblingssongs von Depeche Mode. Wieso habt Ihr Euch gerade für diesen Songs entschieden? Gab es bestimmte Kriterien bei der Auswahl der Songs?

Was "Shake The Disease" betrifft, so geht es mir wie dir - es ist einer meiner absoluten Lieblingssongs. Ansonsten ging es mir bei der Titelauswahl auch darum nicht die schon tausendfach gecoverten Klassiker zu interpretieren, sondern eher seltener gehörte Perlen auszuwählen. Es sollte schließlich eine Platte von Fans für Fans werden. Letztendlich war es ein Bauchgefühl welche Songs am Besten zum "Songs Of Lemuria" -Soundgewand passen würden.

DH: Du, Nik, bist ja bekanntlich sonst besonders bei den Blind Passengers involviert. Inwieweit ist für Dich die Arbeit mit „Songs Of Lemuria“ anders? Gibt es Erfahrungen, die Du bei den Blind Passengers sammeln konntest und die auch bei „Songs Of Lemuria“ nützlich sind – z.B. in aufnahmetechnischer und produktionstechischer Hinsicht?

Die Blind Passengers haben wir leider im letzten Jahr mit dem Abschieds-Doppelalbum "Timemachine" zu Grabe getragen. Sicherlich lernt man mit jeder Studioproduktion weiter.

DH: Songs Of Lemuria ist vom Sound her sicher als klassisch-romantisch zu bezeichnen. Bist Du selber ein Klassik Fan?

Es gibt natürlich einige großartige Ausnahmen, vorallem von russischen und slawischen Komponisten, aber die meisten Werke der Klassik finde ich etwas anstrengend. Ich mag melodische Songstrukturen und dunkle Harmonien die unter die Haut gehen. Diese beiden Komponenten mit der Klassik zu verbinden war der Traum von Songs Of Lemuria und ich bin diesbezüglich mehr als glücklich mit unserem ersten Baby.

DH: Wird es „Songs Of Lemuria“ demnächst auch live zu erleben geben? Arbeitet Ihr bereits an einem ersten Fulltime-Album?

Unser Bühnendebüt werden wir am 29.04. beim Mystic Festival in Saarbrücken und dem Wave- & Gotik-Treffen in Leipzig geben. Eine Tournee wird anläßlich der Veröffentlichung des ersten "Songs of Lemuria"-Albums, voraussichtlich im Herbst folgen. Hierfür arbeiten wir zur Zeit an Arangements für Songs von Oomph!, den Sisters of Mercy, In Extremo, Rammstein, Deine Lakaien, Subway To Sally und vielen anderen Szenegrößen. Es wird aber natürlich auch Interpretationen von Nik Page- und Blind Passengers-Songs, sowie eigenständige "Songs of Lemuria"-Kompositionen zu hören geben.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

www.nikpage.de
www.songsoflemuria.de

Interview: Andreas Ohle