Skold vs. KMFDM



DH: Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Euch? Wo habt Ihr Euch kennengelernt? Wann kam es zu dem Entschluss ein gemeinsames Album zu veröffentlichen?

Hmm, hört sich an als wärst du mit KMFDM's Geschichte nicht so besonders vertraut. Wir haben uns 1994 kennengelernt, 1997 hat Skold zum ersten Mal bei KMFDM ein Stück mitgemacht, dann war er bei dem ADIOS voll dabei. danach haben er, ich und lucia cifarelli von der band DRILL zusammen unser MDFMK projekt gemacht. bei KMFDM's ATTAK album war tim wieder dabei, dann fing er an mit Marilyn Manson zu arbeiten. Bis zum sommer 2008 hatten wir sehr wenig kontakt, dann als er Manson verliess haben wir spontan das SKOLD vs. KMFDM projekt angefangen und in 100 Tagen zum Abschluss gebracht.

DH: Ihr wohnt ja nun wirklich sehr weit voneinander entfernt! Wie hat man sich praktisch die Zusammenarbeit zwischen Euch vorzustellen? Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD?

Wir haben in der Vergangenheit auch zeitweise beide in Seattle gewohnt, wo wir ausgiebig Zeit hatten uns mit unserer jeweilig gegenseitigen Arbeitsweise vertraut zu machen. als wir 2008 beschlossen mal wieder loszulegen war das Konzept von vornherein klar: der Austausch von Material ging über unseren Server vonstatten, wenn in HH Nacht war,, war's Tag in Los Angeles, und umgekehrt. Der angenehme Nebeneffekt davon war dass wir innerhalb eines 24 Stunden Abschnitts jeweils 2 volle Arbeitstage untergebracht bekamen. Weiterhin war vereinbart dass wir ohne Kompromisse zu machen arbeiten, dh: Tim schickt mir was woran er arbeitet über den Server, ich höre es und baue weiter daran, ohne Rücksicht auf persönlichen Geschmack, mit anderen Worten, wenn es da war dann blieb es auch da.

DH: Seht Ihr „Skold vs. KMFDM“ nur als ein Projekt oder gibt nach der langen Zusammenarbeit von Euch mittlerweile eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl als Band?

Wie bereits oben erwähnt, wir haben so ziemlich alles ja schon auf die eine oder andere Weise mal gemacht, ob nun Band , Projekt ,Tourneen und wer weiss was noch. Dieses projekt ist als 'side-project' zu verstehen. sonst hätte tim ja auch gleich wieder voll bei KMFDM einsteigen können aber der zeitpunkt hat sich bisher noch nicht ergeben und wer weiss ob er es jemals wieder wird.

DH: Immer mehr scheint sich in der heutigen Zeit das Internet durchzusetzen und die herkömmliche CD vom Markt zu verdrängen. Wie seht Ihr die Entwicklung in der Musikszene im allgemeinen und für Euer Projekt?

Wir sind gleichzeitig Old- und New-school. Das beste beider Vorgehensweisen ist unsere Lösung. Die Entwicklung der Musikszene im allgemeinen interessiert uns herzlich wenig, wir haben uns niemals als Bestandteil einer Szene, eines Trends oder sonst etwas gesehen. Wir sind beide Sonderlinge und Eigenbrötler, hermiten. Was ich so sporadisch mitbekomme von der neueren musikalischen Entwicklung, sehe ich persönlich da weder etwas neues noch jedwede form der Entwicklung. Im Grunde genommen ist das meiste eigentlich nur eine Wiederaufbereitung dessen was ich seit knapp 30 jahren höre.

DH: Auf Eurem Album „Skold vs. KMFDM“ befinden sich 22 Songs! Normale Alben haben meist ja nur 10 Songs! Wie kommt es, dass letztlich so viele Songs auf der CD zu hören sind?

DH: Welche Gedanken habt Ihr Euch bei der Songauswahl gemacht? Gibt es bestimmte Songs, die unbedingt auf der CD erscheinen sollten, gibt es auch Lieder die Ihr letztlich nicht veröffentlicht habt?

Wir haben 11 songs gemacht, da gab es weder eine Wahl noch die sprichwörtliche Qual. Bei uns gibt es keinen Audio-abfalleimer. Jeder Ton der im Rahmen dieses Projekts aufgenommen wurde ist auf dem Album zu hören.

DH: Besonders gut gefällt mir der Song „It´s not what“. Wovon handelt das Lied? Wovon handeln generell Eure Texte? Gibt es bestimmte Dinge, die Ihr unbedingt auf diesem Album sagen wolltet?

Der text von 'it's not what' ist doch laut und klar: "es ist nicht was du tust, es ist das was du nicht tust. Es ist nicht wem du in den Arsch kriechst sondern (die tatsache) dass du es nicht tust." Es gibt keine generelle Richtung in den Texten. Tim schreibt seine und ich die meinen.

DH: Wie entstand die Idee zu dem schockierenden CD-Cover? Wollt Ihr manchmal gerne die Leute schockieren? Findet Ihr gefallen daran?

Das Cover wurde von kevin marburg, u.a. Bassist der Band DIATRIBE gemacht. Wir fanden es nicht schockierend sondern interessant. Es erzählt eine romantische Geschichte wie ich finde. Aber da muss man sich vielleicht erst mal selbst mit auseinandersetzen um einen Ansatz zu finden wie man es verstehen kann.

DH: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Eurem Label Danse Macabre? Gab es schon vorher Kontakte mit Danse Macabre und plant Ihr in Zukunft weitere Alben dort zu veröffentlichen?

Das album erscheint u.a. in USA auf meinem label KMFDM RECORDS, in Japan als finished-product und dann brauchten wir noch jemanden der hier in Deutschland eine Veröffentlichung handhabt. Wir wollten mit jemandem zusammenarbeiten der auch , so wie wir, autark und underground-mässig arbeitet. Da wir hier weder Hans noch Franz kennen haben wir uns mal umgehört und da ist uns DM empfohlen worden, wir haben Kontakt aufgenommen und die entsprechenden Schritte in die Wege geleitet.

DH: Musikalisch ist Skold vs. KMFDM meiner Ansicht nach eindeutig dem Underground mit Schwerpunkt Industrial verpflichtet. Wie kommt es, dass Ihr genau diese Art von Musik macht? Gibt es da in Eurer Jugend besondere Vorprägungen?

Ich mache seit nunmehr 25 Jahren den ULTRA-HEAVY BEAT von meiner band KMFDM, Tim's vergangenheit involviert verschiedene inkarnationen, u.a. SHOTGUN MESSIAH, da dürfte es doch eigentlich nicht verwunderlich sein wenn wir das machen was wir gut können, oder ? ;-)

DH: Was denkt Ihr über die Undergroundszene heutzutage. Seht Ihr Euch selber in gewisser Weise als Teil des Undergrounds? Denkt Ihr, dass die Undergroundszene weiter bestehen wird?

Die einzige Form von einer Szene die prinzipiell bestand haben kann ist der Underground, das war schon immer so und wird wohl auch weiterhin so bleiben. Ich meine, Mozart war auch irgendwann mal Underground. Es ist ja nicht so dass die Trends und Moderichtungen so in den Chefetagen entstehen. Der Ursprung, die kreative Energie entsteht immer im Underground, wird sie ans Licht gebracht, vermarktet und verwurstet dann beginnt der Ausverkauf. Der grund für KMFDM's Langlebigkeit ist einzig und allein die Tatsache dass ich es nie aus dem Underground herausbringen wollte.

DH: Werdet Ihr mit Skold vs. KMFDM auch live auftreten? Wird es zu dem Album auch eine Tour geben?

Nein, vorerst nicht, bislang betrachten wir es als ein reines Studio-Projekt. KMFDM hingegen werden eine relativ umfassende Europa Tour diesen Sommer machen, mehr info bei

INFO: www.kmfdm.net

www.myspace.com/officialkmfdm

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute Und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlusswort:

Vielen Dank für die Gelegenheit in deiner Publikation gefeatured zu werden.
Gruss, sascha konietzko

Hasta la victoria siempre
-Che Guevara

Interview: Andreas Ohle