Shirayas Dream



DH: Wie kam es zur Gründung von Shirayas Dream und wie ist Eure aktuelle Besetzung?

Anna: Wir haben uns im Juli 2008 auf MySpace kennen gelernt. Ich war gerade dabei, mein Ex-Bandprojekt Fairy's Garden zu promoten, als von Oliver, dessen Soloprojekt schon ShirayasDream hieß, eine Freundanfrage in meinem Posteingang landete. Ihm gefiel meine Stimme, mir seine Musik. Also haben wir im August 2008 den ersten Song aufgenommen. Die Anfangsbesetzung aus Oliver und mir ist seither dieselbe geblieben.

DH: Wie würdet Ihr selbst Eure Musik beschreiben?

Anna: Wir haben uns die Freiheit herausgenommen, ein neues musikalisches Genre zu definieren, den Alien-Pop. Solch eine Mischung wie die unsere, wo Oper, Dark, Weltmusik und clubtaugliche Beats miteinander verschmelzen, hat es in dieser Form noch nicht gegeben. Ich sage immer, dass wir eine kreative Alternative zur Mainstream-Popmusik bieten.

DH: Eure Musik finde ich sehr ruhig und romantisch verträumt. Welche musikalischen Einflüsse habt Ihr, die Euch letztlich zu dieser Form der Musik geführt haben?

Anna: Unsere Musik ist ja nicht nur romantisch und verträumt, aber was einen Großteil der Songs auf dem Album "Magic Carpet Nights" angeht, hast du durchaus Recht. Ich persönlich bin offen für alle möglichen Musikstile. An einem Tag höre ich Berliner Swingmusik der 20er Jahre, am nächsten Tag Kate Bush und am übernächsten Tag vielleicht Rammstein. Wegen meiner klassischen Gesangsausbildung hege ich natürlich auch ein Faible für Opernmusik, allerdings nicht immer im traditionellen Sinne. Zum Beispiel habe ich eine Vorliebe für die Musik von Klaus Nomi, der schon vor 30 Jahren zwischen den musikalischen Welten aktiv war. Leider viel zu kurz...

Oliver: Da gebe ich Anna völlig recht, wir haben ja auch ein paar schnellere Tanznummern wie zum Beispiel "Nibiru", "Floating in Space" oder "Spaceman" geschaffen...

DH: Eure zwei aktuellen Veröffentlichungen heißen "Floating In Space" und "Magic Carpet Nights". Wie kommt es, daß Ihr in so kurzer Zeit zwei Alben hintereinander veröffentlicht habt?

Anna: Was man liebt, das potenziert sich! Olivers instrumentale Arrangements haben mich von Anfang an vor Ideen übersprudeln lassen, so dass ich im letzten Jahr in Sachen Songwriting fleißiger und kreativer war, als jemals vorher in meinem Leben.

Oliver: Ja, bei mir war es ähnlich. Durch die positive Resonanz auf unsere Songs und die interne sehr gute Zusammenarbeit zwischen Anna und mir habe auch ich mein Output erhöhen können. Deshalb ging das alles ziemlich schnell mit den beiden Alben.

DH: Fanden die Aufnahmen zu den beiden Alben in einer besonderen Umgebung statt, die Euch kreativ inspirierte?

Anna: Wenn ich singe und Songs schreibe, tue ich das grundsätzlich in meinem Musikraum im Keller. Ich bin 2007 auf unschöne Weise dorthin verbannt worden, weil mein Gesang in dem hellhörigen Mietshaus die Nachbarn eine Etage über mir störte. Das war das Beste, was mir passieren konnte! Dort unten bin ich ganz bei mir selbst und habe meine Ruhe. Nichts kann mich im Keller von meinem Schaffen ablenken. Einen Großteil der Songs haben wir dort aufgenommen. Jetzt ziehen wir es aber vor, die Aufnahmen in einem Studio zu machen, zumindest meinen Gesang.

Oliver: Genau, die instrumentalen Parts entstehen bei mir zu Hause an der Workstation und dann sende ich sie Anna zu, sie sucht sich was Passendes raus und dann kommt es auch relativ schnell zur Aufnahme.



DH: Seid Ihr mit Euren aktuellen Veröffentlichungen derzeit auf der Suche nach einem Label oder seid Ihr bereits fündig geworden?

Anna: Wir sind nach wie vor auf der Suche, allerdings noch nicht fündig geworden.

Oliver: Solange betreiben wir die Labelarbeit mit unserem eigenen Label "Dream Production Music"...

DH: Besonders gut gefällt mir der Song "Spaceman" auf Eurer CD "Floating In Space". Wovon handelt das Lied?

Anna: Das ist eine skurrile Geschichte! Ich habe eine virtuelle Freundin in den USA, mit der ich häufig auf Facebook und MySpace kommuniziere. Sie ist schon seit ihrer Kindheit vernarrt in einen gewissen Sänger, der inzwischen seit 26 Jahren tot ist und schwul war. Trotz dieser beiden Punkte, die nicht gerade Aussichten auf einen heißen Abend eröffnen, geistert dieser Kerl durch ihre nächtlichen Fantasien. Während ich also davon träume, diesem Herrn auf musikalischer Ebene zu begegnen, hat sie ganz andere Ideen, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte... An seinem Todestag Anfang August hat sie mir sogar per Post ein selbst gemaltes Bildnis von ihm geschickt - die Farbfetzen von seiner Schlafzimmerwand inklusive! Darüber habe ich mich unheimlich gefreut, so dass das Bild einen Ehrenplatz in meinem Keller bekommen hat. Ja, "Spaceman" handelt von einer ziemlich aussichtslosen Liebe zu einem Star...

DH: Wovon handeln generell Eure Texte? Gibt es bestimmte Erlebnisse oder Ereignisse, die Ihr auf Euren beiden Alben in Euren Songs verarbeitet habt?

Anna: Oft erzähle ich in unseren Songs Geschichten, die in meinem Kopf entstehen, während ich mich mit Olivers Kompositionen befasse. Das können Ausflüge in fantastische Welten sein, was zum Beispiel beim Song "Magic Carpet Ride" der Fall ist: Eine Frau begibt sich per Teppichritt in einen Pseudo-Orient mit Schlangenbeschwörern und Palästen à la 1001 Nacht, verführt mal schnell einen Scheich und bringt seinen eifersüchtigen Harem gegen sich auf. Es kommt aber auch vor, dass mich reale Erlebnisse zu Songtexten inspirieren. Ich gebe offen zu, dass dem Song "WWW LOVE" eine inzwischen beendete Internetromanze mit einem Fan zugrunde liegt. Auf dem Album "Floating in Space" setze ich mich verstärkt mit Reisen in außerirdische Sphären auseinander. Was wäre schon Alien-Pop ohne Aliens?

DH: Die CDs wirken in sich sehr homogen, was die Songauswahl angeht. Inwieweit habt Ihr bestimmte Kriterien bei der Songauswahl gehabt?

Anna: In erster Linie haben wir nur Songs für die Alben ausgewählt, die uns beiden gefallen. Glücklicherweise waren Oliver und ich in dem Punkt bisher immer einer Meinung. Anschließend haben wir eine stilistische Trennlinie zwischen den CDs gezogen. Was beide als roter Faden verbindet, ist meine Stimme, allerdings unterscheidet sich die Instrumentierung grundlegend. Auf "Magic Carpet Nights" sind elektroakustische Arrangements mit weltmusikalischen Einflüssen zu hören, "Floating in Space" bedient das rein elektronische Genre. Wer zu unserer Musik tanzen möchte, wird auf diesem Album eher fündig werden.

Oliver: Das ist ja mal ein schönes Kompliment, dass unsere Songs in sich homogen wirken, trotz der recht vielfältigen Wahl der Instrumente und Rhythmen... Aber wie Anna schon treffend beschrieben hat,i st ihre Stimme der rote Faden, der sich durch beiden Alben zieht...



DH: Auch das Cover ist stimmungsvoll und sehr gut gelungen. Wie wichtig war Euch der künstlerische Aspekt bei der Gestaltung des Covers? Wer hat das Cover entworfen?

Anna: Die niederländische Fotografiestudentin Alskaer, die sich zumindest bemüht, für ShirayasDream ein wenig Promotion zu betreiben, hat das aktuelle Cover entworfen. Wir können aber jetzt schon versichern, dass es noch Änderungen bei der Cover-Gestaltung geben wird, weil für uns andere künstlerische Aspekte im Vordergrund stehen.

DH: Ist Euch die Musik wichtig als Ausdrucksform? Was möchtet Ihr mit Eurer Musik erreichen?

Anna: Neben der Musik male und schreibe ich auch. Trotzdem ist mir keine künstlerische Ausdrucksform so wichtig wie die Musik, weil ich mich damit einfach am Allerbesten ausdrücken kann. Mein Ziel ist es, die Menschen mit unseren Songs zu berühren - möglichst viele, denn kein anderer Beruf würde mich so befriedigen wie eine Karriere als Sängerin und Songwriterin.

Oliver: Auch ich hege in der Tat, den Wunsch, mit unserer Musik möglichst viele Menschen national und international anzusprechen und zu begeistern... Dafür arbeiten wir hart.

DH: Wie wichtig ist für Euch das Internet? Seid Ihr im Internet mit Euren Songs auch online? Wenn ja, wo kann man Euch finden?

Anna: Im Internet konnten wir schon viele wertvolle Kontakte knüpfen. Wir sind mit zwei Seiten auf MySpace vertreten, www.myspace.com/shirayasdream und www.myspace.com/annaliena. Außerdem kann man uns auch auf einigen anderen Plattformen finden, zum Beispiel auf www.mp3.de, wo man unsere Songs käuflich erwerben kann.

DH: Tretet Ihr auch live auf? Sind in nächster Zeit Konzerte von "Shirayas Dream" geplant oder gibt es demnächst sogar eine Tour?

Anna: Eine Tour ist unser großer Traum, der hoffentlich bald in Erfüllung geht! Als nächstes treten wir am 18. September im Berliner Club Kato auf.

DH: Welche weiteren Pläne habt Ihr in naher Zukunft?

Anna: Momentan komponieren wir schon Songs für unser drittes Album, die wir in den nächsten Monaten Stück für Stück aufnehmen werden.

Oliver: Ich würde mich freuen, wenn wir uns eine große Fangemeinde erschließen, die unsere Konzerte besucht und unsere CDs kauft...

Wir bedanken uns an dieser Stelle recht herzlich beim Dark Heart Magazin für das Interview und wünschen euch auch viel Erfolg für die Zukunft!

Interview:
Andreas Ohle (Dark Heart Magazin)
Anna und Oliver (Shirayas Dream)