Predominant Lunatics



DH: Stellt Euch zunächst einmal selbst kurz vor. Wie seid Ihr eigentlich zur Musik gekommen? Seit Wann existiert Predominant Lunatics eigentlich und wie kam es zur Gründung der Band?

finsti (sänger) und thierry (gitarre) haben sich an der uni getroffen und schnell gemerkt, dass sie mehr oder weniger die selben bands mochten und dass sie beide gitarre spielen. als sie dann mal herbst 2001 in thierrys wohnzimmer jammten ist "snowgirl" entstanden und da haben sie die band gegründet. erich (drums) und matthias (bass) sind etwa ein jahr später eingestiegen.

DH: Eure Musik ist – wenn man sich nun doch einmal der üblichen Schubladen bedient – Dem Bereich Wavepop zuzuordnen. Stimmt Ihr mir da zu? Wie habt Ihr zu eurem Sound gefunden? Gibt es da in Eurer Jugend gewisse Vorprägungen?

tja, die schublade ist ja gross genug! wavepop ist in dem sinne gar nicht so daneben, da sowohl wavige wie auch poppige elemente immer wieder in unseren songs sich finden. wir nennen unser sound "moll-pop". wir mussten in dem sinne auch nicht unseren stil finden, sondern es ist halt einfach das, was wir am liebsten spielen. geprägt haben uns wohl schon 80er bands mit britischen einflüssen...

DH: Wenn ich nicht gewusst hätte, dass Ihr aus Deutschland kommt, hätte ich vermutet bei Predominant Lunatics handelt es sich um eine englische Band. Wie kommt es, dass Ihr bei manchen Songs so englisch klingt?

vielleicht liegt es daran, dass wir schweizer sind? ;-) im ernst, keine ahnung! ein journalist nennt uns auch immer "die englischste aller schweizer bands"... es ist wohl eben wegen diese eher britischen als amerikanischen bands, die unsere jugendjahre geprägt haben...

DH: Euer Album heißt "Hoping For Dusk". Gab es zuvor schon Veröffentlichungen von Euch? Wenn ja, welche? "hoping for dusk" ist die erste offizielle scheibe. wir hatten aber vorher schon ein paar demos augenommen. und wir arbeiten nun an neuem material für ein nächstes album.



DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu "Hoping For Dusk"? Gab es während den Recording-Sessions eine nette Anekdote, die ihr uns erzählen könnt? wir waren etwa eine woche im studio und danach noch etwa eine woche zum mischen, usw. wir haben uns dabei ziemlich stark darauf konzentriert, dass die scheibe auch so tönen wird wie wir sie live rüber bringen können. anekdoten gab es viele!

DH: Gab es bei den Aufnahmen eine besonders düstere Atmosphäre? dark side of pop hin oder her, wir sind eigentlich ganz lustige menschen ;-)

DH: Ist der Titel Eures Albums "Hoping For Dusk" eher als Wunsch, als Hoffnung oder als Erkenntnis zu sehen?

persönlich gesehen beginnt mit der abenddämmerung erst der tag - unsere zeit, die zeit der musik, der kreativität und der emotionen... und der parties! also eher als wunsch. so warten auch die beiden figuren in "sister moon" (aus dem die zeile stammt) auf die dämmerung weil die nacht für sie die zeit der zusammenkunft ist. metaphorisch gesehen bedeutet das hoffen aud die dämmerung jedoch eine ziemlich pessimistische erkenntnis.

DH: In manchen Eurer Songs ist auch viel Melancholie spürbar. Seid Ihr melancholische Menschen?

vielleicht, aber ich glaube jeder hat solche momente... aber es ist schon so, dass wir eher zu jener gruppe von menschen gehören, welche die melancholie in der musik sehr fasziniert. ich hab mal ne band gesehen, welche meinte: "the 'sader' we play, the happier you are!". melancholie und glück schliessen sich ja nicht gegenseitig aus. und musik ist das perfekte mittel, um gefühle auszudrücken, seis jetzt melancholie oder freude.

DH: Wovon handeln eure Texte? Wie gelangt Ihr zu den Ideen für Eure Songs? Gibt es bestimmte Erlebnisse oder Ereignisse, die Euch beim Schreiben des Albums Hoping For Dusk besonders beeinflusst haben?

texte entstehen glaube ich aus einer mischung aus erlebnissen und einer interpretation die man daraus macht. diese erlebnisse müssen nicht einmal grosse dramatische stories sein, manchmal genügt ein flüchtiger gedanke... der „fluss“ kommt dann von selbst. ich habe eh die komische tendenz zu vergessen, warum ich was so oder so geschrieben habe sobald der text steht. vieles kommt mir dann erst viel später wieder in den sinn... umso besser wenn sich die leute in den lyrics wieder finden.

DH: Besonders gut gefällt mir der Song "Delayed". Wie entstand die Idee zu diesem Song und wovon handelt das Lied?

ich glaube es waren ursprünglich zwei songs, die wir dann irgendwie ineinander gemischt haben. es handelt darüber wie die zeit vergeht, über das rad der zeit das sich nicht immer wie die innere uhr dreht... zeit, die man aber manchmal für einen moment anhalten kann...



DH: Gibt es in Euren Songs auch Raum für politische bzw sozialkritische Aussagen oder ist die Musik von Predominant Lunatics eher bezogen auf Eure inneren Gefühle, Emotionen und Gedanken? Wenn Ihr etwas in der Welt verändern könntet, was würdet Ihr tun?

nicht wirklich. sozialkritische ansätze sind höchstens bei "glory of nothing" zu finden, aber eigentlich richten sich die songs nach gefühlen und emotionen. wir machen keine politik. was eigentlich schon als politisch angesehen werden kann! aber nichts gegen politische texte, ich denke da etwa an justin sullivan von new model army, oder the clash. vorstellungen, dass mit (unseren) songs die welt als ganzes verändert werden kann, haben wir nicht. aber musik kann natürlich die welt des einzelnen verändern.

DH: Tretet Ihr auch live auf oder plant Ihr demnächst Konzerte? Freut Ihr Euch darauf die Musik des Albums live vor größerem Publikum zu spielen?

wir haben nun in den vergangenen knapp zwei jahren unsere erste cd "hoping for dusk" auf diversen touren in england, belgien und der schweiz vorgestellt und freuen uns natürlich über jedes weitere konzert. wir hoffen auch bald mal in deutschland die gelegenheit dazu zu bekommen. live zu spielen ist natürlich immer etwas spezielles, denn auch wenn man etwas egoistisch sagt, dass man musik in erster linie für sich selber macht... bei gigs gibt es immer eine gewisse interaktion mit dem publikum, was der musik eine immer neue dimension gibt.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute Und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlusswort:

an die leser, vielen dank fürs lesen und hoffentlich bis bald!

Interview: Andreas Ohle