Never Comes Silence



DH: Seit wann gibt es Never Comes Silence ? Wie ist es zur Entstehung der Band gekommen ?

Uns gibt es unter diesem Bandnamen seit 1998. Die Bandmitglieder rekrutieren sich grössten- teils aus anderen Bandprojekten und kannten sich mit Ausnahme von Reini und HeiDi schon vor der Bandgründung. Mit dem Hinzustossen von Reini im April 2000 hielt der prägnante Violinensound Einzug in unsere Musik und mit HeiDi fanden wir im Januar 2001 endlich den geeigneten Schlagzeuger.

DH: Welche Bandmitglieder sind aktuell bei Never Comes Silence ?

Zur Zeit besteht die Band aus folgenden Mitgliedern: Uwe Lerch (Bass), HeiDi Milbradt (Schlagzeug), Sascha Regmann (Gitarre), Thomas Droste (Gitarre/Gesang), Tanja Regmann (Gesang), Reinhard (Reini) Kraus (Geige/Keyboard) und Frank Nottke (Keyboard).

DH: Never Comes Silence wirkt auf mich wie eine Mischung aus Elementen des Gothic und Metal - Schlicht Gothic Metal. Seht Ihr das auch so oder wie schätzt Ihr Eure Musik selbst ein ?

Also eigentlich bezeichnen wir unsere Musik als "atmosphärischen Metal". Das macht es uns leichter, alle Facetten unserer Musik kurz und bündig zu definieren, ohne dafür eine bekannte Schublade aufzumachen. Natürlich deutet auf den ersten Blick allein schon die Besetzung auf Gothic Metal hin und ein Problem haben wir damit auch nicht, da wir sehr auf diese Musik stehen. Allerdings reichen unsere musi- kalischen Einflüsse wesentlich weiter. Das Spektrum reicht von klassischer, keltischer Musik, über Pop, Rock und Folk bis hin zum harten Rock und Metal in all seinen verschiedenen Spielarten. Dementsprechend möchten wir nicht un- bedingt in ein zu enges musikalisches Korsett gezwängt werden.

DH: Nun gibt es ja schon recht viele Gothic Metal Bands in der Szene - vor allem aus dem Ausland aber auch aus Deutschland. Wie seht Ihr Eure Chancen auf Erfolg in diesem "hart umkämpften Musikgenre" ?

Natürlich ist es schwer als noch relativ unbekannte Band den direkten Weg nach "Oben" zu finden - nicht nur in diesem Musikbereich. Das gilt wohl generell für alle Newcomer. Du brauchst jede Menge Ausdauer und Engagement gepaart mit gutem Songmaterial, und die Produktion deiner musikalischen Ergüsse muss dann auch noch von sehr guten Eltern sein. Wir für uns setzen da zunächst einmal auf unseren nicht ganz so alltäglichen Sound und unser Songwriting, dass wie wir meinen ein gewisses Mass an Eigenständigkeit besitzt und sich hoffentlich recht gut anhören lässt. Die bisherigen Reaktionen auf unser aktuelles Album lassen jedenfalls auf mehr hoffen und mit ein wenig Glück lässt sich da wohl noch mehr machen. Mit "Red Ocean" sind wir jedenfalls allesamt zufrieden, was ja bei sieben Leuten nicht immer selbstverständlich ist.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD "Red Ocean" ? Wie gestaltete sich die Arbeit im Studio ?

Da wir auch nicht gerade auf ein grosses Bankkonto zurückgreifen können, waren unsere zeitlichen Möglichkeiten im Studio natürlich sehr begrenzt. Insgesamt hatten wir für die Aufnahmen inklusive Mix 10 Tage Zeit. Bei sieben Instrumenten plus zwei Vocalparts ist das schon recht eng. Die Stimmung im Studio war aber so locker und unbefangen, dass der Druck überhaupt nicht zu spüren war und wir mehr als gut in der Zeit lagen. Der Produzent, selbst auch Musiker, griff so wenig wie möglich ins Geschehen ein und verhalf uns gerade deswegen zu diesem Ergebnis. Wir haben uns durchweg wohlgefühlt.

DH: Der Song "Raven" auf Eurem aktuellen Album gefällt mir sehr gut. Wovon handelt das Lied ? Habt Ihr selber persönliche Favoriten auf Eurem Album ?

Wie einige andere Stücke auf der CD auch, basiert der Song "Raven"auf einem keltischen Gedicht. Dieses stammt von Thomas Hardy und handelt in groben Zügen vom Umgang eines Menschen mit seiner Vorstellung vom Tod. Wir haben in den letzten Jahren einige solcher Gedichte, auch aus der Feder von Dylan Thomas, vertont. Sie handeln sehr oft von der Beziehung des Menschen zu seiner direkten Umwelt und der Natur, ein Thema, welches uns sehr am Herzen liegt. Wir meinen sie passen gut zu unserer atmosphärisch angehauchten Musik. Die persönlichen Favoriten auf unserem Album sind so zahlreich wie unsere Bandmitglieder. Da scheiden sich recht oft die Geister. Die Stücke sind allerdings schon "Best off`s" der letzten drei Jahre und finden den gemeinsamen Nenner. Bestes Beispiel dafür ist das Titelstück "Red Ocean".

DH: Wie funktioniert bei Euch der Prozess des Song/Textschreibens ? Schreibt Ihr die Musik zusammen oder hat jeder da seine Aufgaben ?

Aufgaben werden bei uns nur ausserhalb der Musik verteilt. Beim Songwriting gehen wir anders vor... Halt!Falsch...es kommt vor! Es kommt vor, dass jemand von uns schon mit einer fast fertigen Idee in den Proberaum kommt, die man einfach nur noch umsetzen müsste. Doch letztendlich wird alles durch den "Siebenmusikerreisswolf" gedreht und so lange bearbeitet, bis auch der Letzte sich darin wiederfindet. Das Erstaunliche dabei ist, dass der "Ersttäter" mit dem Ergebnis immer noch so gut leben kann wie mit der Ursprungsidee. Sofern eigene Texte später hinzukommen, überlassen wir das den ausführenden Gesangsakrobaten. An den einzelnen Stücken arbeiten wir in der Regel recht lange, da reicht eine Probe meist nicht aus.

DH: Möchtet Ihr mit Eurer Musik etwas bewirken? Soll die Musik Ausdruck Eurer selbst sein?

Eigentlich könnte die Antwort schlicht ja heissen. Zu den Texten ist ja schon Einiges gesagt, sie sollen dem Zuhörer einen Anreiz geben, mit sich selbst und seiner Umwelt einen sensiblen Umgang zu pflegen und mit offenen, wenn nötig kritischen Augen diese Welt zu betrachten. Der Text zu "Red Ocean", der das grausame Abschlachten von Robben und anderen Meeressäugern anprangert, soll hier als Beispiel dienen. Aber am Anfang war immer die Musik, die Ausdruck der Einflüsse und Geschmäcker von sieben Leuten mit unterschiedlichsten musik- alischen Vorlieben ist. Die Texte passen sich in Form und Inhalt der Musik an und unterstützen letztendlich deren Grund- stimmung.

DH: Ihr tretet auch live auf. Wie hat man sich einen Auftritt von Never Comes Silence vorzustellen ? Wann Sind Eure nächsten Dates und plant Ihr eine Deutschland - Tour ?

Die Antwort steckt im Bandnamen. Never Comes Silence: Niemals kommt die Stille, denn wir präsentieren uns live wesentlich härter und lauter als es gemeinhin erwartet wird. Wir sind vornehmlich eine Liveband und man merkt uns den Spass an der Sache an, so dass der Funke meist recht schnell auf unser Publikum überspringt. Es ist zwar nicht immer leicht, die atmos- phärischen Songstrukturen live eins zu eins rüberzubringen, aber gerade darin liegt ja der Reiz. Begrenzt werden unsere Möglichkeiten oft nur durch räumliche Eng- pässe. Wie kommen wir mit unserem halben Orchester eigentlich auf der Bühne unter und welche Lokalitäten sind überhaupt brauchbar. Dennoch steht in naher Zukunft so einiges an. Nachdem wir am 15.02. in Recklinghausen mit der "Doom-Metal-Legende" Revelation im Rahmen der "Doom Shall Rise Tour" den Abschlussgig spielten, denken wir schon etwas ernster über eine kleine Deutschland-Club-Tour nach. Wir müssen aber noch wie immer unser 7er-Termin- problem lösen, da wir zur Zeit alle beruflich und privat sehr viel um die Ohren haben. Einzelne Gigs im Ruhrgebiet werden wohl recht bald definitiv fest- stehen und auf unserer Homepage abzufragen sein.

DH: Auf Eurer Internetseite www.nevercomes silence.de kann man viel zu Eurer Band erfahren. Wie schätzt Ihr die Bedeutung des Internets ein ?

Am Internet führt heutzutage kein Weg mehr vorbei. Du erreichst auf schnellem Wege mehr Leute als mit irgendeinem anderen Medium. Allerdings ist die Schnellebigkeit und das teilweise Überangebot an Informationen ein Problem, wenn Du die Leute gezielt erreichen willst. Wir mussten uns auch erst mal intensiv mit der Sache beschäftigen. Eine eigene Homepage zu erstellen und regel- mässig zu aktualisieren bereitete uns anfänglich auch einige Probleme.

DH: Zum Abschluss nochmal Danke für die Beantwortung der Fragen. Euch gehört das Schlusswort:

Zunächst einmal möchten wir uns in diesem Rahmen bei allen Leuten bedanken, die uns in letzter Zeit so zahlreich unterstützt haben, mit denen wir auch bei unseren Konzerten immer wieder rechnen können und viel Spass haben. Als ein Beispiel nehmen wir mal unsere Bandkollegen von "Wytchcraft" heraus, mit denen wir im letzten Jahr etliche Konzerte gespielt haben und deren weitere wohl auch noch folgen werden. Und vielleicht gibt es ja noch einige andere Bands, die auch Interesse haben, gemeinsam mit uns etwas auf die Beine zu stellen. Meldet Euch einfach unter der e-mail Adresse nevercomessilence@gmx.net oder schmeisst uns mit Guestbookeinträgen auf unserer Homepage zu !

Interview:
Andreas Ohle