Neon Dream



DH: Seit wann gibt es "Neon Dream" und wie ist Euer aktuelles Line-Up?

Neon Dream wurden 1998 gegründet, ein Schlagzeuger gehörte zur Besetzung, später dann haben wir mit einem Drum-Computer weiter gemacht. Es folgten etliche Auftritte, auch mit Szene-Größen, und ein größerer Sampler-Beitrag. Vielleicht waren es Ermüdungserscheinungen, aber der Großteil der Band hat dann das Handtuch geworfen. Für mich war die gewisse Bekanntheit, die wir bereits erreicht hatten, mit der Hoffnung verbunden, mehr und mehr Fuß zu fassen. Das ist in der neuen Besetzung auch gelungen. Zu Neon Dream gehören heute neben mir Randy Meinhard (Gitarre; Ex-Pestilence, Ex-Sacrosanct), Chris Börner (Gitarre), Ole Arntz (Keyboard), Sebastian Sandner (Schlagzeug) und als Gastsängerin Sandra Batkowski (Ex-Velinas).

DH: Wie seit Ihr auf dem Namen "Neon Dream" gekommen?

Der Name entspricht einer Idee, die vielleicht auch als Gesamtkonzept der Band gesehen werden kann. Er beschreibt das Verzerrte, das das Leben oft an sich hat. Ausgelöst von Leuten, die den meisten Einfluss haben, srich jene mit der größten Lobby, die Meinungsmacher und größten Interessengruppen mit Geld. Sie verwalten doch das Leben in vielerlei Hinsicht, weil sie Menschen - so pauschal kann es durchaus gesagt werden - unter dem Vorwand eines modernen Zeitgeistes eine zumeist oberflächliche und materialistische Lebensweise vorgeben und sagen, was erstrebenswert sei und was nicht. Ich denke, dass sich Menschen in dieser Willkür oftmals abhanden kommen und sich mit ihren Ideen, Wünschen und Idealen immer weniger entfalten können.

DH: Eure Musik erinnert sehr an Gothicbands der 80`er Jahre wie Sisters Of Mercy oder Fields Of The Nephilim. Stimmt Ihr mir da zu und wenn ja, welchen Bezug habt Ihr zu dieser Zeit?

Die 80er-Jahre liegen uns sicher nicht fern. Und damit haben wir auch kein Problem, selbst wenn diese Bezüge von manchen, die sich Trends anhängen, kritisiert werden mag. In den 80ern gab es doch - tendenziell - noch den Anspruch, sich mit Öffentlichkeit, gesellschaftlichen Entwicklungen und Inhalten auseinanderzusetzen. Davon ist nicht viel geblieben. Aber musikalisch: Keine Frage - wir lieben die Musik der 80er-Jahre, haben aber, denke ich, unseren völlig eigenen Stil. Die Nähe zu den genannten Bands rührt vermutlich in erster Linie von meiner Stimme her.

DH: Wie seht Ihr die Chancen mit Eurer Musik heutzutage erfolgreich zu sein? Glaubt Ihr an ein Comeback des Gothicrock?

Ich kenne viele leute, die vor allem auf Gothic Rock stehen. Der Trend geht zwar zu elektronischen Sounds, aber das Fan-Potential für "handgemachte" Musik ist nach wie vor enorm. Wir sind aber auch einfach gespannt, wie "Anodyne" vom den Leuten angenommen wird. Die ersten Besprechungen und Reaktionen waren sehr gut.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu dem Album Anodyne? Wo fanden die Aufnahmen zu dem Album statt?

Wir haben etwa drei Wochen lang in Münster, wo die meisten von uns auch leben, aufgenommen, in einem Musikzentrum, in dem viele Gruppen sowohl Aufnahmen machen als auch ihre Proberäume haben. Gemastert wurde "Anodyne" von Manfred Schulz, der u.a. auch Tour-Begleiter von "Samba" war.

DH: Was bedeutet "Anodyne" eigentlich?

Schmerzmittel. Vielleicht kann unsere Musik, den Schmerz, den man in diesem Leben durch den Wahnsinn, der einem täglich zwischen der enormen Armut Benachteiligter und der Verschwendung und eben diesem "Vergewaltigtwerden" für die Interessen und die Ignoranz weniger, lindern helfen. Das aber auch im ganz allgemeinen Sinn...

DH: Tretet Ihr auch live auf und wenn ja, wie hat man sich einen Auftritt von "Neon Dream" vorzustellen? Wird es Tour zum Album geben?

Eine zusammenhängende Tour wohl eher nicht. Allerdings haben wir mit Endless Booking nun eine Agentur gefunden. Überhaupt scheint es, als könnten wir im Herbst so einige Male live präsent sein. Mal schauen, was kommt. Wer uns live sieht, dürfte sicher nicht enttäuscht sein: Für unsere lebendige Bühnenshow haben wir bisher fast immer enormes Feedback bekommen, auch von größeren Namen, die wir lediglich supportet haben.

Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Weiterhin alles Gute.