Minimal Kommando





Minimal Kommando erschaffen eine Art Retro Musik mit Minimal Wave Electro und experimentellen Avantgarde Klängen. Das Projekt wurde im Jahr 2012 von dem Musiker Andreas Ohle gegründet. 2014 veröffentlichen sie ihr erstes Album "Mute And Scream". Die Musik von Minimal Kommando ist beeinflusst von den frühen Bands des Electrowave.

DH: Wer verbirgt sich hinter dem lustigen Ballon?

MK: Minimal Kommando wurde im Jahr 2012 gegründet. Ich mache seit vielen Jahren Musik im Gothic und Darkwave Bereich. Minimal Kommando ist mein alleiniges Projekt, weitere Leute sind darin nicht involviert.

DH: Wie kam es zur Gründung von Minmal Kommando?

MK: Die ersten Songs zu Minimal Kommando entstanden bereits 1992. Damals hatte ich mit deutscher und englischer Sprache experimentiert. Als klar war, dass ich mit Explizit Einsam ein rein deutsches Projekt machen würde, lagen die englischen Songs erstmal lange Zeit im Schrank. Selbst das Keyboard mit dem ich die Songs aufgenommen hatte, hatte ich irgendwann verkauft.

Viele Jahre später entdeckte ich bei Aufräumarbeiten die Aufnahmen wieder. Bei E-Bay fand ich das Keyboard , das ich damals verkauft hatte. Bei der Abholung stellte ich fest, dass es sich um mein eigenes (!) Keyboard von damals handelte. Mir war es seinerzeit einmal hingefallen und hatte an der Seite etwas herausgebrochen und daran konnte ich es erkennen. Das musste Schicksal sein, dachte ich. Am Ende entstand 2013 dann das erste Album "Mute And Scream".

DH: Warum verwendet ihr den Ballon in vielen Eurer Fotos und was soll er bedeuten?

MK: Der Ballon stammt ursprünglich von meinem Sohn! Ich hatte ihn aus Spass fotographiert und irgendwie kam mir die Idee ihn zu verwenden. Die Darstellung mit einem Ballon als Kopf hat etwas Abstraktes, etwas Unwirkliches nicht von dieser Welt. Jeder sieht etwas anderes, wenn er den Ballon betrachtet. Ich sehe die Figur als eine Art futuristischen Ballonalien, der auf der Erde gelandet ist und diese komische Welt erforscht. Daher finden sich in vielen Songs auch Anspielungen auf Science Fiction Themen.

DH: Gibt es noch weitere Projekte in die Ihr involviert seid?

MK: Nun, neben Minimal Kommando gibt es von mir natürlich noch Explizit Einsam, das eher in Gothic, Darkwave und Mittelalter geht. Mit Stromkonstante habe ich ein Industrial, Noise, Electro Projekt und außerdem veröffentliche ich auch unter meinem eigenen Namen Songs und Alben, die allerdings eher in Richtung NDW gehen.

DH: Eure Musik würde ich als Minimal Wave mit 80er Jahre Elementen beschreiben. Was denkt Ihr selber über Euren Musikstil?

MK: Das trifft es schon sehr gut. Das Keyboard mit dem ich meine Songs schreibe ist ein Original-Keyboard aus den 80er Jahren. Der Sound stammt also genau aus dieser Zeit. Das Wissen und die Umsetzung ist jedoch aus dem 21.Jahrhundert. Das macht das ganze so spannend.

DH: Das neue Album heisst "New Pleasures". Erzählt uns etwas über die Idee hinter dem Album. Wann entstanden die Aufnahmen zu dem Album?

MK: Eigentlich sollte "Liquid Sky" das letzte Minimal Kommando Album sein, doch dann hatte ich im Herbst letzten Jahres eine Art Kreativschub und nahm in wenigen Tagen gleich mehrere neue Songs auf. Ursprünglich wollte ich die Songs nur für eine neue Best-Of oder Anthology verwenden, doch es wurde recht schnell klar, dass sich daraus ein neues Album entwickelte. Bei den Aufnahmen hatte ich sehr viel Spass und Freude und so war klar, dass der Titel des Albums "New Pleasures" sein musste. Neue Freuden eines Ballonalien in einer unwirklichen Welt.

DH: Wie beurteilt ihr die derzeitige Entwicklung im Minimal bzw. Wave Bereich?

MK: Es gibt viele neue interessante Bands, musikalisch hoch ambitioniert und teilweise mit tollen Ideen. Ich denke der Minimal Wave erlebt derzeit seine zweite große Phase nach den 80er Jahren. Ich freue mich mit Minimal Kommando auch einen Beitrag dazu leisten zu können.

DH: Besonders gut gefällt mir der Song "I Am A Robot" auf dem neuen Album. Wovon handelt das Lied?

MK: Wie das Titel schon sagt "Ich bin ein Roboter". Es ist die traurige Geschichte eines Roboters in einer futuristischen Welt , der seine Gefühle nicht zeigen kann. Die künstliche Intelligenz wird eines Tages da sein, ohne Zweifel. Aber wird sie auch in der Lage sein zu lieben und zu fühlen? Das ist die entscheidene Frage.

DH: Mit Berlin findet sich auch wieder ein Song auf Eurem Album, der eine Stadt thematisiert. Warum habt Ihr Euch diesmal für Berlin entschieden?

MK: Ich liebe Berlin, ich war das erste Mal 1987 in Berlin vor dem Mauerfall und habe das "alte" Berlin mit all seiner Atmosphäre und bedrückender Stimmung erlebt. Unvergessen der Besuch in Kreuzberg und das dortige Lebensgefühl und dazu der Kontrast in Ost-Berlin - alles grau in grau. Viele Musiker haben schon über Berlin Lieder gemacht, ich musste auch einfach darüber schreiben, da es eines der beeindruckendsten Erlebnisse für mich war.

DH: Welches sind Eure Lieblingslieder auf dem neuen Album?

MK: Nun ja "I Am A Robot" und "Berlin" gehören auf jeden Fall dazu. Aber auch "Go Backward" und "Everybody" gefallen mir sehr gut. "Go Backward" handelt davon, dass man ständig unterwegs ist, von A nach B nach C läuft und doch nicht ans Ziel gelangt. So wie das Leben halt ist! Und "Everybody" ist eine Hommage an den blauen Luftballon meines Sohnes. "Everybody should have a big ballon". Wenn jeder einen Ballon hätte, wäre die Welt vielleicht ein wenig schöner.

DH: Was sind eure nächsten Pläne?

MK: Derzeit schreibe ich an einigen neues Songs. Es kann sein, dass noch ein weiteres Album daraus entsteht. Das kann ich jetzt leider noch nicht sagen. Ansonsten plane ich einige neue Youtube Videos für das aktuelle Album.

Discografie:

2013: And There Were You (EP)
2014: Mute And Scream
2014: My Hand In Your Heart (EP)
2014: Analog Digital (EP)
2014: Television
2015: Videostar (EP)
2015: Collection
2015: Minmal Life
2016: My Colour TV (EP)
2016: What Is Techno? (EP)
2016: The End Of Music
2016: Electric Dreams
2016: Are You Silicon? (EP)
2017: LIquid Sky
2017: Greatest Hits
2018: New Pleasures