Mechanical Cabaret



DH: Wie lautet der Name der neuen CD und wo kann man sie bekommen?

Sie heißt "Damaged Goods" und man sie an vielen Stellen online und bei vielen Plattenläden finden, wurde mir gesagt.

DH: Zu Anfang erzähl mir bitte etwas über Dich und Deine künstlerische Entwicklung. Seit wann machst Du eigentlich Musik und wie ist Euer aktueller Line-Up?

Ich begann damit Musik zu machen als ich ein Teenager war. Beeinflußt wurde ich von Leuten wie Depeche Mode, Fad Gadget, Daniel Miller - eine Menge von den Sachen von Mute Records - genauso wie von P.I.L., Kraftwerk, Iggy Pop, The Kinks, Soft Cell, Nitzer Ebb - hauptsächlich elektronische Musik mit Einflüßen aus Punk, Post-Punk und Industrial... Ich schreibe und nehme die ganze Musik selber auf, bei Live Shows setze ich oft einen Synth-Player ein, jedoch mache ich auch manchmal alles ganz alleine auf der Bühne.

DH: Gibt es eine grundsätzliche Idee, die hinter Mechanical Cabaret steht?

Individueller Selbstausdruck ist die einzige Idee an der ich interessiert bin. Alles andere ist nur einfach das Kopieren von Ideen anderer Menschen und interessiert mich ganz und gar nicht.

DH: Wie und wo kam es zur Gründung von Mechanical Cabaret?

Ich begann mit Mechanical Cabaret im Jahr 1999, nachdem meine vorherige Band Nekromantik sich aufgelöst hatte.

DH: Wieso nanntest Du die Band Mechanical Cabaret? Gibt es da eine tiefere Bedeutung?

Der Name basiert auf "Life is a Cabaret old chum" Textzeile von dem Musical "Cabaret" und der Tatsache, dass viele Menschen denken, dass das Leben sehr vorhersehbar, automatisch und "mechansich" ist. Außerdem ist es eine Referenz zu Kraftwerk`s "Man Machine" und Shakespeare`s Zitat "All the world is a stage and we are but actors upon it?" - eine Menge Gründe, wirklich.

DH: Gibt es eine Person, die alle Songs schreibt oder sind die Lieder das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit anderen?

Ich schreibe alle Songs selber.

DH: Welche Anforderungen stellst Du persönlich an einen "guten" Song?

Das es nicht einfach ein "guter" aber der beste Song ist, den ich zu diesen Zeitpunkt schreiben kann.

DH: Wenn Du neue Songs komponierst, erforder das eine gewisse innere Stimmung oder eine besondere Atmosphäre?

Ich weiß nicht genau, was Du damit meinst? Wenn Du meist, das ich eine besondere Stimmung um mich herum haben muß um ein Lied zu schreiben, dann Nein, die ich habe ich nicht! Ich schreibe Songs im Bus, in der Bahn, beim Gehen, alles in meinem Kopfund manchmal sitze ich an meinen Synthezizern und ein Songs passiert einfach. Es gibt da keine Notwendigkeit für eine besondere Vorbereitung, und tatsächlich wäre diese Art einer erzwungenen Situation das letzte um mich zu inspirieren.



DH: Welche Themen bestimmen Deine Lyrik und wodurch läßt Du Dich inspirieren?

'Das alltägliche Leben' wie wir es erleben und alle seine Details. Und die außergewöhnliche Seite davon, die wir ebenso nicht verstehen.

DH: Wie wichtig sind Deine Texte für Dich? Nehmen die Texte in der Musik von Mechanical Cabaret einen großen Platz ein oder siehst Du die Texte eher als Accessoires für die Musik?

Ich verbringe viel Zeit damit, denke darüber nach über die Worte, die ich schreibe, daher sind sie mir sehr wichtig - denke ich - aber wenn die Worte für andere Leute nur einfach musikalische Accessoires wären, nun ja, das wäre doch dann sehr langweilg oder etwa nicht? Hoffentlich mögen Sie letztlich die Klänge ...

DH: Was war für Dich die erste Major Produktion oder gab es schon früher Veröffentlichugen von Dir? Hast Du das Gefühl das Du mit Deinem neuen Album Deine eignenen musikalischen Grenzen neu definierst und überschreitest?

Abgesehen von dem neuen Album und der Single, veröffentlichte ich zwei Alben in den letzten 8 Jahren und außerdem zwei EPs. Dieses neue Album ist bisher mein bestes aber ich verpflichtet dazu, nicht zu sagen, dass es das nicht wäre.

DH: Wie war die Zusammenarbeit mit dem Label? Gab es schon früher Kontakte mit dem Label?

Großartig danke, es sind wirklich nette Menschen und schaffen es, dass die Dinge sehr gut laufen. Sie veröffentlichten meine letzte EP/single "Disbehave".

DH: Wird es eine Album Tour geben?

Ich hoffe, dass es die geben wird, ja, das Label denkt über die Sache tatsächlich derzeit nach.

DH: Gibt es ein Lied auf dem Album, das Dir besonders am Herzen liegt? Wenn ja welches und warum?

Nein, sie sind alle von mir, und daher sagen Sie alle etwas über mich aus. Es gibt nicht eines, dass das nicht tun würde.

DH: Wie reagieren die Fans in Deinem Land? Welche Reaktionen gab es von der (Szene) Presse?

Ich lebe in London, daher bekomme ich nicht viel von der deutschen Presse mit, aber ich habe jedenfalls viele Interviews gegeben, und online gab es eine Menge guter Rezensionen besonders bei DepecheMode.de, die beim Album lieben, was wirklich großartig ist!!!

DH: Wie lange dauerte die Vollendung der Arbeit an der letzten CD? Wo wurde die CD aufgenommen und produziert?

Es nahm zwei Jahre in Anspruch das Alben zu schreiben, aufzunehmen und zu produzieren. Ich tat alles in einem Studio zuhause im Norden Londons.

DH: Wurdest Du bei der Produktion von jemand hintern an den Reglern unterstützt, oder lag das alles allein in Deiner Hand?

Ich tat es alles allein von Anfang bis Ende. Ich hätte Freunde einladen können um ihnen ein paar Sachen vorzuspielen, um meine Arbeit und meine Fortschritte zu sehen, aber das war alles von mir im Gegensatz dazu wie weit andere das handhaben.

DH: Wie weit bist Du mit dem Ergebnis zufrieden und was würdest Du ändern wenn Du die Zeit nochmal zurückdrehen könntest?

Ich liebe es! Ich würde nicht eine einzige Note ändern, Worte oder etwas anderes davon.

DH: Gab es für Dich ein Schlüsselerlebnis Musik zu machen?

Das wichtigste Sache, die mich dazu brachte, Musik zu machen war das Anhören eine Synthezizer Albums in den 70`er Jahren als ich 5 Jahre alt. Das Album nannte sich "The Many Moogs" der Killer Watts. Aber auch die Sex Pistols im TV zu sehen, und Human League und Depeche Mode. Mit 10 Jahren spielte ich ein VL-Tone.

DH: Wie wichtig denkst Du ist in der heutigen (Gothic) Musik Welt das visuelle Erscheinungsbild einer Band?

DH: Ich denke, dass viele Bands teilweise auch diese Gothic typischen Bands, sehr schlecht gekleidet sind und versuchen hart auszusehen um beindruckend oder modisch zu wirken oder etwas anderes, aber es kann einfach nicht genug wahren Style geben, das ist eine Tatsache. Trage was Du willst, drücke Dich aus auf Deine Art und Weise und trage Sache, die zu Dir passen. Ich weiß nicht, das alles ist dumm, etwas mit dem man Spass hat. Es sind nur einfach verdammte Klamotten! Und überhaupt, die Musik ist es, die zählt, oder etwa nicht? Ich mache mir keine Gedanken über Gothic Kleidung, manche ist ok, aber das meiste davon ist einfach zu umständlich, übertrieben und mir zu langweilig. Ich mag es sehr schwarze Kleidung zu tragen, denke ich, aber hauptsächlich liebe ich Streifen, Punktmuster, ein bißchen militäisches, ein wenig 60`er, und ein paar zeitgenössische Sachen auch, hauptsächlich auch Frauenkleidung und zwar deshalb weil ich Männerkleidung zu sackartig, zu sanft und zu uninteressant finde.

DH: Wen siehst Du als Deine typische Hörerschaft?

Gewöhnlich alle Menschen , die nicht in etablierte vorherbestimmte Genre oder Klassen passen - die Eigenbrötler, die Aussenstehenden, die Verjagten, Ich spreche nicht eine besondere Hörerschaft direkt an. Was ist die Kernfrage beim Predigen zu den Veränderten?

DH: Gibt es da einen Unterschied zwischen dem deutschen Publikum und anderem Publikum in anderen Ländern?

Sie neigen dazu viel Deutsch zu sprechen oder Englisch mit einem sehr attraktiven (für mich in jedem Fall!) Akkzent! Außerdem ist das deutsche Publikum viel schüchterner und höflicher.

DH: Wie wichtig ist für Mechanical Cabaret der (musikalische) Erfolg? Was kannst Du uns über die Live Aktivitäten von Mechanical Cabaret berichten? Bekommt Ihr oft die Gelegenheit live zu spielen?

Was bedeutet Erfolg? Das ist für jeden etwas anderes. Ich tue es so wie ich es tun will, ich mache die Musik, die ich beabsichtige zu machen und sie wird veröffentlicht und ich performe meine Musik in viele Ländern - wenn das für Dich Erfolg bedeutet, das bin ich erfolgreich, denke ich ... ich liebe es live zu spielen, das ist, wenn ich den meisten Spass habe! Ich mag es mit dem Publikum in Kontakt zu treten. Physikalisch, meine ich. WIRKLICH involviert. Und ich mag es auch wenn sie mit mir in Kontakt treten!



DH: Ist es auch für Mechanical Cabaret wichtig im Internet vertreten zu sein?

Ja, natürlich, da gibt es keine Frage wie lebendig es ist eine Online Präsenz zu haben, wenn Du willst, dass Deine Musik von Leuten gehört wird. Es ist unverzichbar.

DH: Was willst Du in der nahen Zukunft mit Mechanical Cabaret musikalisch erreichen?

Ich möchte, dass mehr Leute meine Musik hören und in der Lage sein größere Liveshows zu spielen in vielen verschiedenen Ländern und durch Deutschland und Polen bald wieder zu touren!

DH: Mit welchen Schwierigkeiten hast Du als Band momentan am meisten zu kämpfen?

Meine Musik mehr und mehr Leute nahe zu bringen ist ein konstanter Kampf.

DH: In welchem Land möchtest Du gerne mal auf Tour gehen?

Gerne würde ich in Japan, Amerika, Indien und der Karibik touren.

DH: Welches Land war bisher für Dich das beeindruckenste?

Immer Deutschland. Ich liebe es in Deutschland zu sein, die Fans, die Leute, das Essen, die Sprache, die Landschaft, einfach alles!

DH: Was war das schönste und ungewöhnlichste Fan Geschenk?

Ich habe einige extrem aufmerksame Geschenke von Fans bekommen, und es wäre unfair eines besonders davon hervorzuheben. Ich verdiene überhaupt keine Geschenke und so bin ich immer sehr bescheiden aufgrund der Sorgsamkeit und des Ideenreichtums meiner Fans wenn Sie solche Sachen tun.

DH: Was würdest Du nie für Geld machen?

Jemanden verletzten.

DH: Wenn Du einen Wunsch frei hättet, was würdest Du Dir wünschen?

Das es da ein bißchen mehr Vergnügen geben würde als es Schmerz gibt in jedermanss Leben - du brauchst beides um den Unterschied zu schätzen, aber ein bißchen weniger Schmerz wäre wunderbar oder etwa nicht?

DH: Was würdest Du mitnehmen auf eine einsame Insel?

Die Stadt London. Oder eine großartige, talentierte, klevere, witzige und lustige Freundin oder drei und einen gleichartigen Freund, der Ahnung hat von DIY und das tatsächlich.

DH: Ich danke Dir für das Interview und wünsche Dir viel Glück für die Zukunft. Die letzten Worten dieses Interviews überlasse ich Dir:

Vielen Dank! Besucht www.mechanicalcabaret.co.uk und www.myspace.co.uk/mechcab und hört meine Musik. Ich hoffe Ihr mögt sie.

Interview:
Andreas Ohle (Deutsche Übersetzung)
Claudia Wagner (Dark Heart Magazin)
Roi Robertson (Mechanical Cabaret)