Liebe Tod + Teufel



DH: Stellt Euch zunächst einmal selber kurz vor. Wie seid Ihr zur Musik gekommen? Wie kam es zur Gründung von Liebe Tod + Teufel?

Dirk Van Dark: Hallo, wir sind „Dirk van Dark“ und „Marqui“ von Liebe Tod + Teufel. Anfangs wollten wir einfach unseren damaligen Helden wie z.b. Guns n Roses, Metallica, den Ärzten und allen sonstigen Rockbands der frühen Neunziger nacheifern. Im Laufe der Jahre und nach diversen Bands, deren Bandbreite von Ska, über Punk bis Metal reichte, spielten wir in einer Formation, die sich Traumfänger nannte. In dieser Konstellation experimentierten wir erstmals mit Samplern und einer düster -, melancholischen Lyrik in deutscher Sprache. Während sich die musikalischen Vorstellungen der anderen Bandmitgliedern immer weiter voneinander entfernten, wuchs in uns beiden der Wunsch, die Thematik der Texte noch stärker mit Hilfe der riesigen und facettenreichen Bandbreite elektronischer Sounds zu untermalen. Die Idee zu diesem Projekt nannten wir LIEBE TOD + TEUFEL.

DH: Eure Musik geht meiner Ansicht nach in die Richtung deutschsprachiger Darkwave. Stimmt Ihr mir da zu? Wieso macht Ihr diese Art von Musik? Wie habt Ihr zu eurem ganz eigenen Sound gefunden?

DvD: Unsere Musik kann man durchaus als Darkwave bezeichnen, wobei immer noch typische Elemente der klassischen Rockmusik wie E-Gitarren und Drum-Sets enthalten sind. Der Sound unserer Musik ist die Summe unserer Einflüsse, die unseren musikalischen Backround im Laufe der Jahre geprägt haben. Wir haben beide sehr klare Vorstellungen bezüglich unserer Musik. Das Zusammenspiel unserer Ideen ist der Sound von Liebe Tod + Teufel.

DH: Wie seht Ihr die Entwicklung des Darkwave in den letzten Jahren? Seht Ihr Euch selber als Teil der Darkwave-Bewegung?

DvD: Die Darkwave- Bewegung ist immer weiter auf dem Vormarsch. Noch nie hat es so viele Anhänger der Szene gegeben wie in den letzten Jahren. Und sie wächst beständig. Dennoch hat Sie sich den Underground-Status bis heute gewahrt. Bands und Musiker werden nicht in eine kommerzielle Schablone gepresst und haben enorm viele Freiheiten, um ihre Ideen umzusetzen. Wir hoffen, dass das auch so bleibt und wir auch weiterhin unseren Platz darin finden werden.

DH: Eure Songs auf Eurem aktuellen Album "Hoffnung" sind in deutsch gesungen. Würdet Ihr auch gerne mal einen Song in Englisch aufnehmen?

DvD: Rein musikalisch wäre es mit Sicherheit eine Erleichterung, Texte auf Englisch zu verfassen, da diese Sprache sich einfacher und weicher singen lässt als die Deutsche. So lange mir meine nächtlichen Träume aber noch in deutscher Sprache erscheinen, bin ich mir sicher, dass es für mich nach wie vor die beste Möglichkeit ist, meine Gedanken und Gefühle in meine Muttersprache zu verfassen.

DH: Gab es zuvor schon Veröffentlichungen von Euch? Wenn ja, welche?

Mit unserer zweiten Band „Lost Souls In Desert“ haben wir im August 2008 eine LP namens „Rise“ veröffentlicht. Ich habe mit dem Titel „Exzess“ einen exklusiven Beitrag zur neuen Abby-Compilation beigesteuert, welche seit April 09 im Handel erhältlich ist.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu "Hoffnung"? In welcher Atmosphäre und Umgebung entstanden die Aufnahmen zu der CD?

DvD: Die Aufnahmen haben sich über einen relativ langen Zeitraum hingezogen, da das Ganze ursprünglich nur als ein Projekt geplant war. Die ersten Versuche fanden noch in unseren Wohnzimmern statt. Als es dann ernst wurde, sind wir in unser hauseigenes Tonstudio umgestiegen. Gearbeitet haben wir fast immer Nachts, bei gedämmtem Licht.

DH: Wovon handeln eure Texte? Wie gelangt Ihr zu den Ideen für Eure Songs?

DvD: Unsere Texte beruhen in der Regel auf den eigenen Erfahrungen, Träume und Wünsche. Sie sind sozusagen ein Spiegelbild unserer Seele.

DH: Gibt es bestimmte Erlebnisse oder Ereignisse, die Euch beim Schreiben des Albums Hoffnung besonders beeinflusst haben?

DvD: Das Album handelt von Trennung, Loslassen oder losgelassen werden, Einsamkeit, der Angst vor Verlust und dem hinterfragen der eigenen Existenz. Am Ende steht trotz aller Verzweiflung meist die Hoffnung. Zumindest sollte es so sein, da die Hoffnung uns alle dazu ermutigt, weiter zu machen. Sie lässt uns über uns hinauswachsen und gibt uns auch dann noch Halt, wenn der letzte Strohalm geknickt ist.

DH: Ist der Titel Eures Albums "Hoffnung" eher als Wunsch oder als Erkenntnis zu sehen?

DvD: Das Album sollte trotz der Melancholie etwas positives transportieren. Es soll uns sagen, dass die Hoffnung und der Glaube an unsere Träume und Wünsche der Schlüssel aus unserem Gefängnis ist, in das wir uns täglich weiter einmauern.

DH: In manchen Eurer Songs ist auch viel Melancholie spürbar. Seid Ihr melancholische Menschen?

DvD. Oh ja.

DH: Besonders gut gefällt mir der Song "Mensch". Wie entstand die Idee zu diesem Song und wovon handelt das Lied?

DvD: Was macht einen Menschen aus? Der Schmerz lässt uns spüren, dass wir lebendig und verletzbar sind. Wir werden uns nie lebendiger fühlen als kurz vor dem Moment an dem wir sterben. Aus diesem Grund überschreiten wir oft die eine oder andere Grenze dessen, was man als Vernunft bezeichnet.

DH: Gibt es in Euren Songs auch Raum für politische bzw. sozialkritische Aussagen oder ist die Musik von Liebe Tod + Teufel eher bezogen auf Eure inneren Gefühle, Emotionen und Gedanken?

DvD. Aus der Politik halten wir uns raus!

DH: Wenn Ihr etwas in der Welt verändern könntet, was würdet Ihr tun?

DvD: Jimi Hendrix auf die Seite drehen, nachdem er gekotzt hat.

DH: Tretet Ihr auch live auf oder plant Ihr demnächst Konzerte? Freut Ihr Euch darauf die Musik des Albums live vor größerem Publikum zu spielen?

DvD: Oh ja, darauf freuen wir uns sehr. Alleine die Vorbereitungen und das Zusammenspielen mit einer kompletten Band ist unglaublich aufregend für uns. Als ob man Frankenstein’s Monster das Leben einhaucht. Wir hoffen, dass wir unsere Energie und Freude an unsere Fans weitergeben können.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute Und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlusswort:

DvD: Wir bedanken uns bei allen Lesern des Dark Heart Magazins, der Redaktion und Allen, die unsere Leidenschaft für die Musik und die Faszination einer dunklen Seele mit uns teilen.

Interview:
Andreas Ohle (Dark Heart Magazin)