Festival der Geisteskranken



DH: Hallo DJ Demian, erzähle uns zunächst etwas über Dich und Deinen musikalischen Werdegang. Wie kam es zur Gründung von F.D.G. und welche Bedeutung hat diese Abkürzung?

Demian: Die Gründung des Festivals der Geisteskranken ist datiert zu einer Zeit als wir (d.h die Clique rund um den Sonic Malade/Untotenclan) einen Club aufgemnacht und ausserdem ein Magazin am Start: "Das Maul", welches das Konzept hatte, nicht irgendwelche Werbe-Cds beizulegen sondern extra für Es Produzierte . . Da enstand die Burn Manso Burn CD (damit war nicht der Musiker gemeint) Ich habe dann mit David auch die ersten Soko Alben geplant. Zum Bandnamen: Es gab damals (und bis heute?) in der Tat ein Festival der Geisteskranken. Das war ein Treffen von „echten Geisteskranken“ angekündigt auf `nem lustige Spucki oder Flyer. Hauptberuflich aber mache ich Sachen für Filme also Soundtracks e.t.c

DH: Auf Deiner Debüt-CD „Der Satanische Surfer“ finden sich viele abgefahrene Industrialsounds, Noises und Beats. Wie kommt es, dass Du genau diese Art von Musik gerne machst? Gibt es da in Deine Jugend eine gewisse musikalische Vorprägung?

Demian: Wie gesagt ein Debut ist es nicht, das war die Burn von 97. Ich habe ehrlich gesagt gar keinen klar umrissenen Musikgeschmack, wenigstens nicht im Sinne von Präferenzen im Rockbereich. Ich war eigentlich immer auf der Suche nach Musik, die sich ausdrückt und zwar anderes ausdrücken möchte. Habe natürlich einiges an Industrial konsumiert und war immer von Fetisch sachen fasziniert - also die Verbindung von Musik und visuellem, Show et. cetera

DH: Bedarf ein Album wie „Der Satanische Surfer“ einer besonders langen Vorlaufzeit, da viele eigenerstellte Samples und Sounds zum Einsatz kommen? Ist dies nicht sehr zeitaufwendig? Bist Du ein Mensch, der gerne mit Sounds experimentiert?

Demian: Ja gut erkannt mich interessiert an Musik eigentlich nur das Geräusch. Bei meiner Zusammenarbeit mit David war das oft das Gute, er ist mehr der Text und Harmonie-Melodie-Mensch (er mag nach eEgenaussage z.b. keine Drums !) Ich kann stundenlang an Sampels herumschrauben, mich interessiert eigentlich auch nicht, ob das nachher jemand hören möchte. Ich brauche nur einen Sound etwas Luft und viel Liebe!

DH: Du warst ja bereits bei Soko Friedhof musikalisch sehr aktiv. Hast Du bei Soko Friedhof Erfahrungen sammeln können, die in die Produktion Deiner ersten CD miteingeflossen sind? Inwieweit unterschiedet sich Deiner Meinung nach F.D.G. in musikalischer Hinsicht von Soko Friedhof?

Demian: Nun, Soko Friedhof ist schon immer erfolgreicher gewesen und da passiert es automatisch, dass der Druck und sogenannte Fan-Erwartungen steigen, und weil man auch nicht frei von Eitelkeiten ist, erfüllt man gelegntlich auch welche. Bei meinem Projekt F.DG., das keine Sau intresisiert, bin ich frei von Hit oder Floorfillermentalität. Ich denke auch, dass man mein Zeug garantiert nicht in einem Club spielen wird, wenn, man nicht will, dass einem der Subwoofer (falls vorhanden) durchbrennt.

DH: Der Titel des Albums „Der Satanische Surfer“ bedarf sicher einer Erklärung. Bezieht sich der Titel auf Dich selbst? Siehst Du Dich in der Rolle eines satanischen Surfers? Und in welchem Medium surft der Satanische Surfer? Zu Wasser oder zu Internet?

Demian: Es ist eigentlich ein Konzeptalbum basierend auf einer trashigen Kurzgeschichte, die ich mal als Backfisch geschrieben habe.

Es geht da um eine von einem Virus reduzierte Welt, in der nur die Bösen, die Killer, die Sklavennaturen überlebt haben, die Huren e.t.c (also eigentlich unsere Welt hehe). In dieser Welt bildet sich zwangsläufig wieder so etwas wie ein Gut und Böse heraus und da springen einige seltsame Figuren herum. Der Held: der satanische Surfer (einst Killer jetzt der Gute Killer) die Hure Chick oder der Drug addicted Fool und viele andere.

DH: Hast Du Dich selber mit Satanismus beschäftigt und aus dieser Thematik heraus Ideen und Inspirationen für Dein Debütalbum gehabt? Wovon handeln Deine Songs? Gibt es Themen, die Dir bei der Produktion von „Der Satanische Surfer“ besonders am Herzen lagen?

Demian: Nee mit Satanismus hab ich mich weniger beschäftigt der Satanismus beschäftigt sich mit mir.

Die Songs handeln von Extrem-Situationen wie sie in jedem halbwegs guten Splattermovie durchzelebriert werden. Sex-Murder-Art würde ich sagen. Besonders am Herzen liegt mir das Gefühl, dass jeder Mensch denkt, er befinde sich in einem Schwarzen Loch in einer Isolierten Situation dabei sind wir alle isoliert und ich denke eine Szene etwa die schwarze hat sicher mal die Aufgabe, dass viele isolierte Individuen aufeinander zugehen, um aus ihrem Loch herauszukommen. Deshalb ist es besonders schmerzlich zu sehen, wenn eine Szene von Aliens belagert wird, die mit ein bissche Kajal und Oberflächendüsternis diese Szene ausbeuten wollen. Ich sage nur : Sie leben!

DH: Besonders gut gefällt mir der Song „Trail Of Blood“. Wovon handelt das Lied und wie entstand die Idee zu diesem Song?

Demian: Ja, das ist genau der Song der dieses "Sie leben Gefühl" ("the dead are among us Feeling") rüberbringen soll.

Wehr dich gegen Leute, die etwas vereinnahmen wollen, was dir etwas bedeutet: Fuck You Sir! Es dürfte wohl heute jedem klar sein, dass in vielen Splatter Movies `ne Menge Politisches steckt. Global Zombie mässig.

DH: Wird es F.D.G. demnächst auch live auf der Bühne zu sehen geben? Ist eine besondere Bühnenshow geplant?

Demian: Nee das wird sicherlich nie geschehen. Ich hatte auch keine Lust als David mir antrug mit Soko auf die Bühne zu gehen. Ich habe keine Lust meine ganzen Bodeneeffekte herumzuschleppen und auf der Bühne macht auch Drehen und Herumschrauben nicht so Spass.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Dir alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

Interview: Andreas Ohle