Dust Of Basement



DH:Könnt Ihr Euch eigentlich noch an die Anfänge von Dust Of Basement erinnern? Wie war das damals?

Birgitta: Es ist schon seltsam mit dem heutigen Verständnis von Musik zurück zu blicken und den alten Songs gegenüberzustehen, die aus heutiger Sicht sehr gewöhnungsbedürftig erscheinen, dennoch bilden sie den Grundstein dessen, was heute existiert. Als ich damals in die Band eintrat, gab es weniger ein Konzept, viel mehr versuchte jeder seinen Teil möglichst passend einzubringen. Doch gerade hier prägten mich das Experiment und der Reiz des Zufalls. Aus diesem Chaos heraus entwickelte sich langsam ein Verständnis für Songstrukturen und Melodien. Svens Kompositionen schufen nun einen perfekten Rahmen, in den sich die Stimmen integrieren ließen. So besteht heute unter uns ein Verständnis, das ohne Worte auskommt.

DH: Was hat sich seitdem alles für Euch verändert. Ist es heute für Euch anders Musik zu produzieren als damals?



Birgitta: Technisch hat sich vieles verändert, doch die Empfindungen sind dieselben geblieben. Für mich bedeutet Musik immer die Suche nach Empfindungen. Ich habe immer versucht mit der Stimme oder einer Melodie einen Song so zu erschaffen, der das Innerste berührt. Mit den neuen Medien ist es nun viel leichter, seine Vorstellungen zu realisieren, dennoch bleibt noch immer die Idee, der Beginn einer Empfindung das grundlegendste Element.

DH: Wie ist der aktuelle Line-Up der Band? Welche Musiker sind bei Dust Of Basement derzeit involviert?

Sven: Ich bin für die gesamte musikalische Basis verantwortlich, das heißt die gesamten Kompositionen und die Endproduktion. Peer schreibt die Texte und erarbeitet zusammen mit Birgitta die Gesangsmelodien. Live unterstützt uns noch Eric am Bass.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zum neuen Album "Home Coming Heavens"? Wie seid Ihr an dieses Album herangegangen? War die Vorbereitungszeit länger als sonst?

Sven: Nachdem unser damaliger Sänger M.S. DOB im Sommer 2001 verließ, versuchte ich zunächst die Rolle des Sängers zu übernehmen, merkte jedoch dass ich damit nicht wirklich zufrieden war. Nachdem Birgitta und ich eineinhalb Jahre lang verschiedene Dinge ausprobierten, kam mir die Idee, einige neue Tracks mit Peer auszuprobieren. Nachdem uns das Ergebnis sehr überzeugte, stand fest, dass Peer festes Mitglied bei DOB werden sollte und wir nahmen fast die komplette CD in der kurzen Zeit von 3 Monaten auf.



DH: Das Album wirkt sehr perfekt und gut produziert. Seid Ihr mit dem Ergebns selbst zufrieden?

Peer : Für mich war die Arbeit an "Home-coming Heavens" meine erste im elektronischen Bereich und von daher war ich natürlich besonders auf das Ergebnis gespannt. Und als ich das Album dann das erste Mal komplett hörte, war ich froh und stolz daran Teil gehabt zu haben.

DH: Der Song Isolation gefällt mir sehr gut. Wovon handelt das Lied?

Perr: Im Grunde ist "Isolation" fast schon ein sehr surrealistischer Song geworden, mit einer ziemlich chiffrierten und ausgeprägten Bildersprache. Aber vom Gefühl her geht es um das Alleinsein inmitten der um ein herum passierenden Welt, um die Einsamkeit in der Masse. Quasi die innere Isolation und der Dualismus zwischen Hilflosigkeit und wütender Verzweiflung.

DH: Eure Musik hat sich eindeutig weiterentwickelt. Auf dem neuen Album bauen sich viele Songs sehr spannungsintensiv auf. Welche äusseren Umstände gab es unter denen die Songs zum neuen Album entstanden?

Peer: Einige der Songs entstanden aus einem kurzen Instrumentalstück heraus, das ich mir immerwieder anhörte, um mich von der Stimmung anstecken und inspirieren zu lassen. Bei anderen gab es zum Anfang nur eins-zwei Zeilen und eine kurze Akkordfolge, die sich dann gegenseitig beeinflussten und ausbauten.

DH: Wie entsteht ein Dust Of Basement Song? Wie funktioniert bei Euch der Prozess des kreativen Songschreibens?



Sven: Für mich ist es das wichtigste, ständig auf der Suche nach neuen Ideen zu sein. Erst wenn ich ausreichend viele Ideen für das Konzept eines Songs habe, setze ich mich an die Instrument und kreiere das ein Grundgerüst das die einzelnen Elemente des Tracks darstellt. Anhand dieses Gerüsts schreibt Peer die Lyrics und passt sie dem Song an. Anschließend überlegen wir uns, die Aufteilung der Gesangsparts und nehmen die Vocals auf. Wenn alle Aufnahmen fertig sind, überarbeite ich das ganze und arbeite die Feinheiten aus, so dass der fertige Track fast schon einen Remix des Originals darstellt.

DH: Ist eine Tour für das neue Album geplant und wenn ja gibt es schon ein paar konkrete Dates, wo man Dust Of Basement in naher Zukunft live erleben kann?

Sven: Im Sommer werden wir bei einigen Festivals wie dem Wave Gotik Treffen und dem DM-Fanzelten zu erleben sein. Für den Herbst ist eine größere Tour in Planung.

DH: Welche weiteren Pläne habt Ihr für die Zeit nach diesem Album?

Birgitta: Derzeit arbeiten Sven und ich an der zweiten Calan.dra Produktion. Vier Songs des neuen Werkes sind auf dem Wave Gotik Treffen zu erleben. Unterstützt wird das Event von einer unglaublich beeindruckenden Leinwandproduktion eines Berliner Künstlers. Ich bin schon gespannt wie sich das Konzert in einem Kinosaal verwirklichen lässt und wie sich die Musik mit den Bildern vereint.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch für das neue Album alles Gute. Euch gehört das Schlusswort:

Wir wünschen allen Lesern des Darkheart Magazin viel Spass beim hören unserer neuen CD. Vielleicht sieht man sich bei einem unserer Auftritte im Herbst.

Interview:
für Dark Heart: Andreas Ohle