Dryland




DH: Stellt Euch zunächst einmal selber vor. Wer macht eigentlich was bei Euch?

Wir sind fünf, Alex ist unser Sänger und spielt Gitarre, Ratte ist Bassist, Andreas sitzt am Schlagzeug, Daniel ist der Leadgitarrist und André unser Keyborder.

DH: Ich würde Eure Musik als eine besondere Form von Gothicmetal bezeichnen. Stimmt Ihr mir da zu oder würdet Ihr Eure Musik anders beschreiben? Wie kommt es, dass Ihr genau diese Art von Musik heutzutage macht? Gibt es da musikalische Vorprägungen in Eurer Jugend?

Nennt es Düster-, Dark- oder GothRock oder eben auch Gothicmetal, in erster Linie sehen wir uns als klassische Rockband. Mit dem Begriff GothRock oder Gothicmetal können wir uns aber ganz gut anfreunden, da wir glauben dass unsere Musik eine sehr dunkle und auch harte Seite hat. Wir haben uns nie konkret Gedanken dazu gemacht, welche Art von Musik wir spielen wollen, es ist einfach das Ergebnis unserer Phantasie und Kreativität, aber eben auch beeinflusst von den Bands unserer Jugend. Unsere musikalischen Vorlieben reichen da von alten Goth-Bands wie Sisters of Mercy oder Love Like Blood, bis zu Metal- und Rockbands wie Paradise Lost oder Guns `n Roses.

DH: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Eurem Label Dark Wings? Wie ist der Kontakt zu Dark Wings entstanden? Gab es vor Eurem neuen Album bereits Veröffentlichungen von Dryland? Wenn ja, welche?

Wir haben im Laufe der Zeit bereits vier Demos aufgenommen und unters Volk gebracht. Angefangen bei einem Tape („Morgue“), und den Platten „Dawn of Gods“ und „From Reverie and Insanity“ . Die letzte CD „theDrylandEP“, haben wir dann auf gut Glück zu DarkWings geschickt, in der Hoffnung zu gefallen, das hat ja dann auch geklappt...Dark Wings hat uns unter Vertrag genommen.

DH: Euer Album heißt "Gothic Tales". Wie lange dauerten die Aufnahmen zu dem Album und wo fanden sie statt? Gab es während den Aufnahmen eine besondere düstere Atmosphäre, die sich auf den Sound des Albums ausgewirkt hat?

„GothicTales“ wurde in Berlin, im DarkWings eigenen Studio „Musicflash“ aufgenommen, das war im Sommer diesen Jahres. Wir haben insgesamt 12 Wochen für die Aufnahmen und das Produzieren gebraucht. Von einer düsteren Atmosphäre kann eigentlich nicht die Rede sein, da bei den Aufnahmearbeiten eine sehr entspannte Stimmung herrschte. Der Sound des Albums war schon vorab von uns festgelegt.

DH: Was erwartet den Hörer bei Eurem Album? Welche Art von Geschichten möchtet Ihr mit dem Album erzählen? Was sind die "Gothic Tales"?

In erster Linie bezieht sich der Name des Albums auf den Titelsong „A Gothic Tale“, dieser Song erzählt einen erotisch-gruseligen Albtraum. Und auch einige andere Songs der Platte sind in diesem Stil gehalten. Der Hörer darf düstere Geschichten erwarten, die in unsere Musik gebettet sind.

DH: Der Song "Enemy Of Your Mind" ist mein ganz persönlicher Favorit auf Eurem neuen Album. Wovon handelt der Song? Verbirgt sich hinter dem Titel eine besondere Message?

Der Song ist eine Aufforderung, sein Leben so individuell zu leben wie es nur geht. Man soll nicht vorgegebenen Gedanken nachrennen, und nicht nur die Kopie anderer Menschen sein, man soll seine eigene Sichtweise auf diese Welt entwickeln, seine Kreativität ausleben und versuchen neue Wege zu beschreiten. Ich glaube, diese Welt hat nur dann eine Chance, wenn wir das alle beherzigen.

DH: Du, Alex, bist Sänger bei Dryland. Wie geht`s du praktisch einen neuen Song an? Wie entsteht Dein Gesang zu einem Song? Ist dies das Ergebnis vieler Aufenthalte im Proberaum? Oder geht`s Du ganz instinktiv an so etwas heran? Wieso singst Du eher in tiefen Tonlagen?

Wir beginnen bei einem neuen Song immer zunächst damit, die Musik zu schreiben, alle gemeinsam, dann höre ich mir zu Hause alles in Ruhe an und versuche eine Thematik dazu zu finden, denke mich in die Musik hinein. Passend zu dieser Stimmung schreibe ich dann den Text des Songs und finde die Melodie. Mit der Tonlage kann ich nicht viel variieren, meine Stimme ist nun mal sehr tief.

DH: Wie sind die Songs zu Eurem Album entstanden? Geschah dies ebenfalls eher im Proberaum zusammen als Band oder hat einer von Euch die meisten Songs allein geschrieben? Gibt es bei Euch eine Art Gruppendynamik, die sich kreativ auf die Musik auswirkt?

Das Grundgerüst für einen Song stammt meist von Alex oder André, komplettiert werden sie, wie schon erwähnt, im Proberaum von uns allen. Die Texte stammen alle aus Alex’ Feder. Natürlich gibt es eine Art Gruppendynamik, sobald eine neue Idee im Raum steht, wird sie von allen aufgenommen und weiterentwickelt.

DH: Habt Ihr bei den Aufnahmen Eurer Songs darauf geachtet, dass Eure Musik auch in einem Club oder einer Discothek gespielt werden könnte? Oder ist für Euch so etwas nicht interessant?

Bei der Studioarbeit ergibt sich so etwas meist von selbst. Darauf wird nicht das Hauptaugenmerk gerichtet. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn unsere Musik auf die Tanzflächen kommt.

DH: Die meisten Eurer Songs sind sehr düster und finster. In welcher Umwelt lebt ihr, dass Ihr solche Musik schreibt? Ist Eure Musik gleichzeitig eine Reflektion Eurer Umwelt?

Unser Umfeld ist eigentlich das völlig normaler Menschen, wir gehören nicht zu denen die einen depressiven Gothic-Lifestyle leben, aber in jedem Leben passieren sehr intensive, und manchmal auch düstere Dinge, die dann Einfluß auf unsere Musik haben.

DH: Das Booklet Eurer CD ist sehr stimmungsvoll. Wie wichtig denkt Ihr ist ein schönes Cover? Seht Ihr Euer Album selber als eine Art audiovisuelles Gesamtkunstwerk?

Natürlich wollten wir mit unserem Cover die Stimmung unserer Musik unterstreichen, das Design sollte immer zum Konzept des Albums passen.

DH: Wo kann man Dryland demnächst live sehen? Ist eine Tour eventuell in Planung? Welche weiteren Pläne habt Ihr nach der Veröffentlichung des neuen Albums?

Wir haben etliche Club-Gigs in Planung, und auch eine Tour steht im Frühjahr 2005 an, die genauen Termine werden dann bekanntgegeben, unter www.dryland.ws . Danach werden wir mit den Arbeiten am nächsten Album beginnen.

DH: Zum Schluß die Frage: Was machen Dryland, wenn sie mal keine Musik machen?

Wir gehen alle einer geregelten Arbeit nach, das wird sich in nächster Zeit auch noch nicht ändern. Da die Band unser größtes und ein sehr zeitaufwendiges Hobby ist, bleibt nicht viel Zeit für andere Sachen.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlusswort:

Wir hoffen euch alle bei einem unserer nächsten Konzerte zu sehen!

Info: www.dryland.ws

Interview: Andreas Ohle