Dementi



DH:Seit wann gibt es Dementi und wie kam es zur Gründung der Band?

Dementi:Am Anfang der Band standen mein Bruder (Silvio), mein Vater (KDA) und Ich (Nico) Bevor jetzt das Klischee der Familienband aufkommt möchte ich dies gleich zu recht rücken. Wir drei haben eine sehr freundschaftliche Beziehung zueinander. Dadurch dass unser Vater selbst Musiker war kam es zwangsläufig dazu das wir irgendwann selbst in die Saiten gegriffen haben und begannen die ersten Rocksongs anzutesten. (wie es halt jeder macht der mal eine Gitarre in der Hand hatte und einen Amp auf fünf Uhr gestellt hat) Jetzt haben wir natürlich die Augen offen gehalten nach einem Tiefseiter und Jens war unser neuer Mann der tiefen Töne. Mit Schlagzeugern haben wir uns leider etwas schwer getan. Denn es gibt zwar Drummer wie Sand am Meer aber nicht jeder ist gleich ein Schlagzeuger. Da wir sehr diszipliniert und konzentriert an uns und unsere Musik arbeiten wollen haben sich einige Herren durch Ihre Kiste Begrüßungsbier und den Satz: " Komm lass uns erstmal was trinken" selbst disqualifiziert. Wir haben nichts gegen etwas guten zu Trinken aber -entweder -oder. Schlussendlich ist dann Jan mit in das Boot gesprungen und Dementi hatte sich als Band 1997 formiert..

DH:Wie ist das aktuelle Line-Up?

Dementi:Nico ist für den Gesang, Keyboards und Gitarre verantwortlich. Silvio spielt die zweite Gitarre. Für die tiefen töne steht Jens am Bass und Jan drischt das Schlagzeug und uns nach vorn.

DH:Ich würde Dementi als eine moderne deutsche Rockband mit Gothic/Wave Einflüssen ansehen. Stimmt Ihr mir da zu? Wie würdet Ihr Eure Musik selber am besten beschreiben?

Dementi:Wir können dir voll und ganz zustimmen. Sicher es liegt auch immer an den Hörgewohnheiten des einzelnen wie er unsere Musik sieht. Für die Einen ist es mehr Gothic für den Anderen Wave oder Industial - Rock. Wir bewegen uns sicher in diesem bereich aber uns am Gothic festzunageln wäre falsch. Unsere Musik das sind Melancholische Texte eingerahmt von Melodien die im Kopf verweilen und die dunklen, textlichen Bilder mit Farbe versehen. Wir selbst sehen uns im Bereich Gothic/Wave & Industrial Rock.

DH:Worum geht es bei dem Album Zweigefühl. Wieso habt Ihr für das Album diesen Titel gewählt?

Dementi:Der Albumtitel bezieht sich auf die Thematiken der einzelnen Songs auf dem Album. Zumeist handelt es sich dabei und zwei Personen die im Zwiespalt oder in einer Einheit mit Ihrem Leben und den Gefühlen umgehen. Ich denke, es gibt nicht schlimmeres als die Oberflächlichkeit unserer heutigen zeit, Die Menschen sind frierende Stacheltiere sie sehen sich alle nach Wärme und Geborgenheit, isolieren ihre Gefühle und sobald jemand zu ihnen selbst vordringt kommt es zu unlösbaren Konflikten weil man es nicht gewohnt ist offen mit seinen Gefühlen umzugehen und ich denke das dies auch mit Wut und Schmerz so ist und nur wenn man nicht verdrängt sondern sich stellt... wächst die eigene Persönlichkeit.

DH:Wie lange dauerten die Aufnahmen zu dem ersten Album Zweigefühl? Wo fanden die Aufnahmen statt?

Dementi:"Zweigefühl" wurde im Nachtschicht-Studio mit Tobias Hahn produziert. Bei der Auswahl des Studios war uns neben der zeitlichen Verfügbarkeit und der Ausstattung des Studios der Persönliche Draht zu den Leuten mit denen wir zusammenarbeiten sehr wichtig. Wir haben uns auch vor der Produktion auch zusammen hingesetzt und eine Art CD-Sammlung und Soundvorstellungsabgleich vorgenommen. Was das Arbeiten und das von mir sehr ungeliebte reden über Musik sehr abgekürzt hat. Toby hat einen Zugang zu unseren Songs gefunden und uns auch immer mit dem ihm gegebenen abstand zu unseren Sachen wichtige Hinweise und Denkanstöße eingebracht. Natürlich bleiben bei solchen Dingen Diskussionen nicht aus aber durch die vorherige Abstimmung und die gleiche Wellenlänge wie man so schön sagt hat sich dies in Grenzen gehalten. Wir hatten insgesamt drei verlängerte Wochenenden Zeit. Am Ersten wurden alle Schlagzeugaufnahmen durchgeführt. Am Zweiten Wochenende war ein mehr ALLROUND Programm angesagt. Wir haben Gitarre, Bass und Gesang auf genommen und die schon Vorproduzierten Keyboards ausgearbeitet und gemischt. Immer wenn bei einem etwas nicht mehr so klappte und der Akku durch die fast immer 10 Stunden Daueranspannung leer war hat der andere dann weiter eingespielt. Durch diese Arbeitsweise haben wir keine Zeit im Studio verloren.

DH:Der Song "Der erste Tanz" gefällt mir sehr gut. Wovon handelt das Lied?

Dementi:Offensichtlicht an diesem Song ist der Umgang mit Sexualität viele werden oberflächlich denken: "OK es geht hier um GV und das war's". Aber es liegt zwischen den Zeilen und in dem was jeder selbst bereit und in der Lage ist, sich darunter vorzustellen. Ich verbinde diesen Text mit einer persönlichen Erfahrung die ich gemacht habe. In einer Zeit in der es mir nicht gut ging, ist eine Frau aus dem Nebel, oder eben der Dunkelheit, aufgetaucht und hat mir neue Kraft geben wieder neu, intensive Gefühle zuzulassen. Diese Frau ist mittlerweile nicht mehr bei mir, aber wir haben den Zauber des Augenblicks genutzt und denken mit einem Lachen daran zurück!

DH:Eure Texte sind alle in Deutsch. Wieso habt Ihr die deutsche Sprache für Eure Musik als Ausdrucksform gewählt?

Dementi:Ich denke mut zur Muttersprache ist wichtig. Das ist keine Neue Deutsche Härte oder was auch immer. Aber ich stell mir immer die Frage warum soll ich als Deutsche Band versuchen ein sauberes Englisch zu singen, obwohl ich genau weis das es in den englischsprachigen Länder ebenso viele Bands gibt's die mit ihrer Muttersprache arbeiten und es bei ihnen einfach aus dem Bauch herauskommt, ohne einen Englischprofessor zu fragen wie nun die richtige Lautsprache ist. Wir sind mit dieser Sprache aufgewachsen, sie ist nicht rund, hat Ecken und Kanten und man muss damit arbeiten, damit es nicht kitschig klingt. Es kommt aber sicher immer direkt aus dem Bauch heraus.

DH:Wie entstehen Eure Songtexte? Sind die Songtexte vor der Musik vorhanden oder schreibt Ihr sie erst, wenn der Song fertig ist?

Dementi:Das ist sehr unterschiedlich. Mir, Nico dem Songschreiber und Texter, fällt eine gute Textzeile ein die nach einer Melodie verlangt. Oder ich schreibe einen Song und höre mir ihn dann sehr oft an und versuche dann das Gefühl des Songs aufzunehmen und meine Bilder im Kopf in den Texten zu verarbeiten.

DH:Braucht Ihr für beides - Musik und Texte - eine besondere Atmosphäre oder Stimmung - eine Art genialen Moment?

Dementi:Sicher es gibt immer einen genialen Moment auf jeden fall wird es nichts wenn ein Zwang dahinter steht Du musst, Du hast und aber jetzt ich glaube das ist tödlich für einen Song. Es kommt bestimmt was dabei raus aber wenn man ehrlich zu sich selbst ist sind die Songs in denen man den Augenblick eines Gefühls eingefangen hat, die Besten.

DH:Tretet Ihr auch live auf uns wenn ja wie hat man sich einen Auftritt von Euch vorzustellen? Plant Ihr eine Tour?

Dementi:Also das sieht ungefähr aus wie bei Deutschland sucht das Keksgesicht. 50 Scanner blitzen und blinken in den hellsten Farben. Und wir hüpfen wie angestochen in bunten Kostümen über die Bühne. NEIN auf keine fall Also wir geben dem Publikum ein gute Show versuchen unsre Gefühl die wir in Songs vermitteln wollen auch Optisch darzustellen wir arbeiten mit dem Publikum zusammen und hoffen jeden Abend das der Funke überspringt und wir gemeinsam eine Intensiven Moment erleben mit tränen in den Augen aber auch Hoffnung und Kraft. Wir haben vor im Herbst so viele Orte wie möglich zu bereisen und wollen unser Musik das Album "Zweigefühl" und die Band DEMENTI dem Publikum vorstellen.

DH:Welche weiteren Pläne gibt es für Dementi in naher Zukunft?

Dementi:Nach den Release-Events steht noch unser Auftritt beim diesjährigen WGT an. Wir hoffen durch die neu gewonne Aufmerksamkeit noch weiter Festivals im Sommer Spielen zu können. Wie gesagt im Herbst eine Club-Tour und wir sind immer fleißig am Songschreiben und das Material würde schon jetzt für ein Zweites Album ausreichen. Also geschmiedet wird solange dass Eisen noch heiss ist

DH:Viele Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Weiterhin alles Gute und viel Erfolg mit Dementi. Euer Schlusswort:

Dementi:Zu unsren Fans und Freunden Familien die uns jetzt schon mehr als 5 Jahre von den ganz kleinen Anfängen bis zu den heutigen ersten helleren Lichtstrahlen begleitet haben würde ich noch sagen, Sie sind gewachsene Freunde die in bestimmten Momenten Gefühle und Gedanken mit uns und wir mit ihnen teilen. Ich verwende immer gern den Satz: Sie laufen mit uns auf der anderen Seite der Strasse. Ohne Ihre Unterstützung in den positiven sowie den tief dunklen Momenten z.B. dem tragischen Tot unseres Keyboarders, Vaters und Freundes KDA, stehen sie immer hinter uns geben uns Kraft, Halt und auch kritisches Feedback. Ohne Sie hätten wir wohl nicht die Möglichkeit dieses Interview zu geben...

Internet: www.dementi-band.de
E-mail: kontakt@dementi-band.de

Interview: Andreas Ohle