Dark Diamonds



DH: Zu Anfang könnt Ihr mir etwas über Euch und Eure künstlerische Entwicklung erzählen? Seit wann macht Ihr eigentlich Musik und wie ist das aktuelle Line-Up?

Unser Lineup setzt sich zusammen aus:

Isabel Dietzer - Keyboards
Simon Sanchez - Drums
Florian Riederer - Gitarre
Tyrae - Vocals und
Jens Wagner - Vocals

Der musikalische Werdegang ist bei jedem einzelnen Bandmitglied sehr unterschiedlich. Die Intensität, mit der wir uns der Musik widmen, ist jedoch bei jedem von uns gleich stark. Man kann sagen, dass jedem von uns die Musikalität praktisch mit in die Wiege gelegt wurde.

DH: Wie kam es zur Gründung der Band? Warum wähltet Ihr den Namen Dark Diamonds für Eure Band? Hat der Name eine besondere Bedeutung?

Die Dark Diamonds in der heutigen Besetzung formierten sich anlässlich einer geplanten Teneriffa-Tour im Jahre 2006. Alles passte menschlich und musikalisch so gut, dass wir uns Mitte 2007 dazu entschlossen, für "Das Gift" die gemeinsame Studioarbeit zu beginnen. Der Name "Dark Diamonds" steht für unser Lebensgefühl, den Weg, auf dem wir uns befinden, und dafür, dass wir nie aufgeben werden. Bekanntlich existieren Diamanten ja für immer und trotzen jeder Belastung. Da wir nicht gerade aalglatt sind und unsere Aussagen nicht jedem gefallen - wenn sie überhaupt verstanden werden weht uns oft ein eisiger Wind entgegen. Deshalb kommen uns die besagten diamantenen Eigenschaften von unzerstörbarer Kraft und ewigem Zusammenhalt zugute.

DH: Die Musik von Dark Diamonds würde ich beschreiben als deutschsprachigen Dark Rock. Stimmt Ihr mir da zu? Wie kommt es, dass Ihr genau diese Art von Musik macht. Gibt es da in Eurer Jugend besondere musikalische Vorprägungen?

Es ist schwierig eine Schublade für uns zu finden und das ist gut so. Wir beschreiben unsere Musik als Dark`n`Roll, ein Wortspiel, mit dem wir ausdrücken, dass die Dark Diamonds vereinen, was den Dark- und Rock-Bereich ausmacht. Rock ist sozusagen unsere Wurzel, aus der gepaart mit unserem dunklen Lebensgefühl unsere Art von Musik hervorgeht. Wir stecken ein großes Spektrum damit ab und je öfter wir zusammen musizieren, desto grösser wird dieses.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD Das Gift und wo fanden sie statt?

Wir haben 1 1/2 Jahre mit Volldampf an der Verwirklichung dieses Albums gearbeitet. Aufgenommen haben wir in den Godtools Studios in Königstätten.

DH: Gibt es bestimmte Themen oder Ereignisse, die Euch beim Songschreiben für dieses Album besonders beeinflusst haben?

Textlich liegen den Songs meine Gedichte zugrunde, zu denen mich teilweise Alltagserlebnisse inspirieren, aber eben auch selbst gemachte Erfahrungen und Beobachtungen, die sich nicht kommentarlos hinnehmen lassen. Ich lege meinen Finger gerne in die Wunden der Gesellschaft. Verbessern werde ich diese Welt sicher nicht, aber es macht das Leben ein Stück weit erträglicher für mich, wenn ich mir die Gelegenheit gebe, ehrlich zu sein.



DH: Wie entsteht überhaupt ein Song bei Euch? Gibt es eine Person, die Songs schreibt oder entstehen die Songs im gemeinsamen Zusammenspiel?

Isa schreibt hauptsächlich die Musik und die Texte fließen aus meiner Feder. Aber es ist nicht so, dass der Rest der Band nur die Instrumente trägt, jeder bringt sich bei der Entstehung der Songs zu 100% mit ein. Für unsere Songs und unseren Weg ist jeder Einzelne sehr wichtig. Nur so entsteht das Einzigartige unseres Sounds.

DH: War Das Gift für Euch die erste große Produktion als Dark Diamonds oder gab es zuvor schon Veröffentlichungen von Euch? Habt Ihr selber das Gefühl, dass ihr mit dem Album Eure eigenen musikalischen Grenzen neu definiert und überschritten habt?

Wir haben unsere Grenzen mit unserem Debüt "Das Gift" bei weitem noch nicht erreicht, geschweige denn überschritten. Aber es zeigt einen wichtigen Abschnitt unserer Bandgeschichte auf, denn mit der Arbeit an diesem Album sind wir gewachsen und haben uns selbst die Weichen für unsere Zukunft gestellt. Und eines ist sicher: wir werden bestimmt nicht "netter" oder "angepasster" werden - egal um welche Szene es sich handelt. Wir wissen genau, was wir wollen und nutzen unsere Musik, um euch dies mitzuteilen. Wenn ihr uns verstehen wollt, hört zu und lest zwischen den Zeilen. Wir nehmen euch gern auf unserem Weg mit. Wenn ihr uns nicht verstehen wollt, dann legt diese CD besser gleich wieder weg, denn dann könnt ihr uns auch nicht verstehen.

DH: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Danse Macabre? Gab es zuvor schon Kontakte mit dem Label?

Wir waren auf Promotour in eigener Sache beim WGT in Leipzig und stolperten dort über den Negatiefstand und somit über Bruno Kramm. 2 Wochen später kam der Anruf, ja und der Rest ist bekannt!

DH: Besonders gut gefällt mir der Song Schwarze Seele auf Eurer CD. Wovon handelt das Lied? Wie entstand die Idee zu diesem Song?

Es geht natürlich, wie man es sich schon denken kann, nicht um eine lapidare Vampirgeschichte, sondern um den Menschen, der hier am Ende seiner langen, beschwerlichen Reise steht und doch nicht erlöst wird, wie im Endstadium einer schweren Krankheit. "Ich kann nicht sterben, doch bin eiskalt." Die Kraft zum Weiterleben fehlt und die Schmerzen werden unerträglich. Das Gedicht hierzu schrieb ich für einen lieb gewonnen, alten Freund.

DH: Das Lied "Böse Träume" wirkt auf mich sehr düster und verstörend. Ist eure Musik in gewisser Weise ein Spiegel Eurer Seelen? Seid Ihr dem "realen" Leben gegenüber ähnlich eingestellt, wie dies in Eurer Musik zum Ausdruck kommt?

Also erst einmal, ist der Schein nicht gleich dem Sein! Die Texte gehen schon um Dinge, die mich sehr stark, innerlich bewegen und nachdenklich stimmen. Die Band identifiziert sich auch sehr mit diesen Texten, was nicht heißt, das wir den ganzen Tag mit finsterer Miene durch die Gegend laufen, ganz im Gegenteil. Wir haben viel Spaß, und ich denke, anders käme unsere Musik auch nicht zustande. Der Song "Böse Träume", ist eine wahre Geschichte. Sie handelt von einer Klassenkameradin von mir, deren Vater wohl mehr als normale väterliche Liebe für sie empfand. Eine Story, die mir sehr lange auf der Seele brannte.

DH: In Euren Songs ist oft eine gewisse Melancholie festzustellen. Seid Ihr melancholische Menschen? Würdet Ihr gerne ab und zu dem realen Leben auch mal entfliehen?

Natürlich würden wir dem ganzen auch gerne mal entfliehen. Träume gehören mit zum Leben. Sie sind manchmal die Beweggründe für all unser Handeln. So träumten wir von einer Teneriffa-Tour und setzten dies auch in die Tat um.



DH: Freut Ihr Euch schon darauf, demnächst die Songs Eures Albums live zu spielen? Wird es zu dem Album auch eine Tour geben?

Natürlich freuen wir uns riesig auf die Bühnen dieser Welt. Eine Tour ist auch in Planung, was sich zwar auch wieder etwas problematisch gestaltet, aber wer die Diamonds kennt, der weiß, dass wir alles daran setzen, es möglich zu machen.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und viel Erfolg mit dem neuen Album. Eure letzten Worte:

Lasst euch vergiften!

Interview:
Jens Wagner (Dark Diamonds)
Andreas Ohle (Dark Heart Magazin)