Cultus Ferox



DH: Hallo tapfere Mannen von Cultus Ferox!

Hallöchen aus Berlin. Wir grüßen alle Leser vom DARK HEART. Sitzen in der Schänke „Zelter Stübchen“, trinken Bier und hoffen hier kurzzeitig auf einige Fragen eingehen zu können.

DH: Wie kam es eigentlich zur Entstehung von Cultus Ferox? Welche Musiker spielen in der Band? Habt Ihr zuvor schon in anderen Bands musikalische Erfahrungen gesammelt?

B: Nach meiner Spielzeit bei Corvus Corax /Tanzwut hatte ich beschlossen erstmal als Duo mit meinem Lieblingstrommler Donar von Avignon durch die Gegend zu fahren, um kleinere Mittelalterkneipen zu bespielen… Weg vom Rummel und weg von großen Bühnen…. Zurück zur Straße. Hat aber nicht geklappt. Strahli war ganz schnell zur Stelle und dachte och so. Steffano traf ich zufällig in einer Kneipe. Ne Woche darauf haben wir schon in Kreuzberg miteinander Dudelsack gespielt…

S: War unfassbar. Alle hatten den Drang neue Luft zu atmen. Wir haben jetzt bei CF fast alle Dudelsackspieler mit Rang und Namen aus der Mittelalterszenen, die och Opfer gebracht haben und ihre alten Gruppen verließen, um jetzt richtig loszupoltern.

D: Für mich war es wirklich Zeit vom Schreibtisch wegzukommen. Mein Bücherhandel hatte mich nicht mehr so ausgefüllt. Es war zwar viel zu tun, aber ich wollte wieder raus aus Berlin und Bühnenluft atmen.

B: Letztendlich waren wir alle sehr überrascht, was wir losgetreten haben. Ich glaube in so kurzer Zeit hat es im Mittelalterbereich noch keiner geschafft, bekannt zu werden. Das haben wir unseren Fans zu verdanken, die wir von allen anderen 3 Gruppen, mittlerweile 4, mitgebracht haben.

DH: Eure Musik findet seine Wurzeln in mittelalterlichen Klängen. Allerdings fällt bei Cultus Ferox im Vergleich zu anderen Mittelalterbands auf, dass Ihr sehr experimentierfreudig seid und auch elektronische Klänge mit in die Musik einfließen lasst. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

S: Für mich sind det nur mittelalterliche Soundeffekte, die die Melodien so’n bischen nach vorne bringen und moderner erscheinen lassen.

D: Man kommt ja och nicht um den ganzen Computerkram herum. Für mich sind die Klänge von elektronischen Instrumenten ganz wichtig, um eine Brücke zur Neuzeit zu bauen. Zu Hause schraube ich ausschließlich an irgendwelchen Soundgebilden und irgendeiner fällt immer für CF ab.

B: Wir sind natürlich viel in den Tanztempeln Bunker Dresen, Dunker Berlin usw. unterwegs und freuen uns über Mixe von anderen Kollegen. Da muss das schon ein wenig mehr klopfen, als so’n vom Regen durchhängendes Rindstrommelfell. Vor allen Dingen nerven uns sogar schon die Dudelsäcke in solchen Grotten der Lustbarkeit. Ab und zu iss jut, aber dann kann det och wieder ne Stunde einfach nur durchrumpeln, ohne Text, einfach so’n paar geile Rhythmen.

DH: Euer neues Mini-Album heißt "Aufbruch". Wovon handelt die CD? Ist "Aufbruch" in gewisser Weise zweideutig und meint auch für Euch ganz persönlich eine Art von Aufbruch?

B: Der Name Aufbruch ist für uns eine Art Programm. Wir wollen uns vorbereiten auf die nächsten Bühnen- und Saalaktionen, ohne mittelalterliche Märkte außer Acht zu lassen, werden wir in den nächsten Jahren doch ein paar mehr Lieder singen und schreiben. Also neue Wege gehen! Die sind für uns wichtig und dazu brechen wir diese Jahr schon auf.

S: Vielleicht klingen wir dann auch etwas anders. Vor allen Dingen lassen wir uns gerne von anderen Einflüssen inspirieren und sind immer offen für andere Musikstile und Kulturen. Deshalb soll ja och det Album „Weltenreise“ heißen. Außerdem ist det für uns ne Art Aufmunterung oder Selbsterpressung, den Arsch in Bewegung zu setzen, um das zu tun, was ansteht und darum, dass wir nicht in alten Gewohnheiten erstarren.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD und wo fanden Sie statt? Wie kam es zur Zusammenarbeit mit zwei Mannen von Saltatio Mortis?

D: Die Vorproduktionen laufen ja immer in Berlin. Danach geht es meist ins Studio um richtig Lärm zu machen. Bei Brandan im Hinterhof kann ich ja nicht die ganzen Anwohner zusammen donnern. Danach sind wir nach Karlsruhe gefahren zu Lutz ins Twilight Studio von Umbra et Imago.

S: Eigentlich haben wir die Platte nur da unten aufgenommen, um mit Mozart und Saltatio mal so richtig … ha ha ha Party zu machen.

B: …Quatsch! Na det och, aber wichtig war für mich der Sound der letzten Umbra-Scheibe und die Ahnung die Lutz von Dudelsäcken und mittelalterlichen Trommeln hat. Das wollten wir unbedingt ausprobieren. Außerdem habe ich mich früher schon in dem Studio wohl gefühlt zu den Scheiben „Feuer und Licht“ … und so mit Tanzwut.

S: Und außerdem verbindet uns durchaus Tourfreundschaft mit Umbra und Marktfreundschaft mit Saltatio, und wir wollten ein Zeichen setzen, den Gerüchten vorzubeugen, man könnte sich nicht leiden, bloß weil man im selbigen Musikbereich agiert. Det stimmt nich und wir werden mal den Winter abwarten, ob wir noch den Hymnus zur DMMN proben und auf die Bühne bringen. Mal sehn! Erstmal suche ich mir nächstes Wochenende wieder einen von Saltatio raus, um nachts bei Meeeet-Tom den Marktausklang etwas würdiger zu gestalten.

DH: Was haltet Ihr generell von der Zusammenarbeit mit Gastmusikern? Ist der damit verbundene Erfahrungsaustausch in gewisser Weise für Euch auch bereichernd? Oder habt Ihr einfach Spaß daran auch mal mit anderen Musikern zusammenzuspielen?

D: …Ja genau! Das war’n ja keene Fragen, sondern allet schon die korrekten Aussagen dazu.

S: Auch genau!

B: jenau, jenau!

DH: Thematisch scheinen Cultus Ferox das Meer und die Seefahrt für sich entdeckt zu haben. Habt Ihr einen besonderen Bezug zum Meer?

B: Ich bin am Meer geboren und aufgewachsen. Mich zieht’s auch immer wieder dahin, weil es heilt und beruhigt.

D … vor allen kann man dort oben seine Gedanken neu ordnen und allein sein. Niemand quatscht einen blöde voll und ich kann die ganze Zeit schweigen und dem Wellenrauschen zu hören.

S: … is och so’n bisschen Freiheitsgedanke dabei, nich! Denn außerhalb der 3 Meilenzone kann uns keiner mehr rein reden und uns döösbadlige Vorschriften machen und uns so’n Tuddelkram einreden. Dann diktieren uns nur Wind und Wellen die Gesetze.

DH: Besonders gut finde ich den Song Aussatz. Wovon handelt das Lied und wie entstand die Idee zu diesem Song?

S. Na sag ich doch gerade, nich! Freiheit is uns wichtig und davon handelt dieses Lied. Außerdem wollen wir damit ausdrücken, dass die heutige Zeit auch anders ist, als die des Mittelalters… genauso brutal….genauso ungerecht…. Und genauso korrumpiert. Wir möchten den Leuten, die sich gegen diese Mächte auflehnen Kraft geben, sich nicht verarschen zu lassen, von den Bütteln der Herrscher, denn vielen Menschen sind viel zu wehrlos und haben nur das Recht wählen zu gehen.

DH: Im September erscheint ein neues Album von Euch. Was erwartet uns? Werden weitere so schöne Songs wie Aussatz auf der CD zu finden sein?

B: Wir wissen schon wieder mal nicht, ob wir den Termin halten können. Cultus Ferox ist und bleibt eine Art lockerer Zusammenschluss, um durch die Gegend zu fahren und im Sommer Dudelsack und Trommel zu spielen. Und das machen wir gerade wieder. Da bleibt wenig Zeit und Freiraum in den Köpfen der Musiker für ein Album. Det nächste Lied wird erstmal als Video in Schweden abgedreht und einige Tänze haben wir auch vor, im Rahmen der Straßenmusik aufzunehmen. Wir sind da sehr locker geworden und wollen aber trotzdem eine gute Produktion abliefern. Also kann sein, dass es ei, zwei Monate Verzug gibt, dafür tröstet dann die gute Musik.

DH: Wird es zum neuen Album eine Tour geben? Freut Ihr auch darauf die neuen Songs live auf der Bühne zu präsentieren? Habt Ihr etwas besonderes für Euren Auftritt geplant?

S: Die Tour ist in Planung. Da es in Deutschland aber anstrengend ist, gute Tourunternehmen zu finden, habe ich erstmal in meinem Freundeskreis umher geschaut und festgestellt, dass es auch Menschen gibt, die nicht in erster Linie aufs Geld schauen, sondern auf das Potential der Gruppe und die viel weiter voraus blicken können, als wir selbst. Die Zusammenarbeit mit Freunden, die uns auch zu anderen Orten auf der Welt aufbrechen lassen, ist uns sehr wichtig.

D: … Wir arbeiten daran und haben nicht vor uns im Winter auszuruhen. Wann und wo wir spielen bekommen die richtig guten Fans schon mit.

S: Wir freuen uns jetzt schon darauf, die neuen Lieder spielen zu können. Sind wie schöne Geschenke die wir uns selber machen.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlußwort:

D: Ja, auch vielen Dank, dass wir uns ein wenig äußern durften. Wir sehen uns auf den Bühnen dieser herrlichen Welt.

B: Gruß an alle CF-Fans, an den Kollos vom Spectaculum und an die Kollegen von Saltatio Mortis!

S: Vielen Dank auch für die vielen guten Fragen und einen Gruß an alle ehrlichen Piraten und an alle wunderbaren Amazonen.

Interview für Dark Heart: Andreas Ohle

Für Cultus Ferox: Brandanarius (B) und Strahli der Animator (S) und Donar von Avignon (D)