Crypt Cha



DH: Wie entstand der Gedanke Crypt Cha zu gründen? Wie habt Ihr zusammengefunden und Was bedeutet der Name Crypt Cha überhaupt?

Als ich das erste Mal Gothic Musik gehört habe, war ich sofort vom Stil und der Leidenschaft dieser Szene fasziniert. Ich wollte ein Teil davon sein. Statt Sänger einer bestehenden Band zu werden, spürte ich, dass es an der Zeit war, ein eigenes Projekt zu gründen, was ich so gestalten konnte, wie ich es für richtig empfand. Bis dahin war ich immer nur Teil eines anderen Projekts gewesen, was für mich nie zu funktionieren schien. Ich spürte, dass ich etwas Neues zusammenfügen konnte, das besser sein würde als all das, an dem ich zuvor Teil hatte, und so gründete ich CryptCha. Lestaria (die Geigerin von Adversus) und ich begannen das Projekt 2001. Ungefähr ein Jahr später kamen Tyrae und Emanuel dazu, die unseren Flyer in einem Club gesehen hatten. Im letzten Jahr lernte ich Tina und Carsten im Internet kennen. (Leider verließ Lestaria die Band 2004, nachdem sie bei Adversus angefangen hatte).

Das Wort "CryptCha" lässt sich von der lateinischen Kombination von Krypta (Gruft) und Charisma (eine elegante Person) "CryptCha" bedeutet all das, wofür ein Gothic steht. In gewissem Sinne ist es eine direkte englische Übersetzung für das deutsche Wort "Gruftie".

DH: Ihr seid nun erst relativ kurze Zeit zusammen, habt Ihr mittlerweile schon ein gewisses Bandzusammengehörigkeitsgefühl?

Tina (Geige) und Carsten (Schlagzeug) sind noch nicht lange dabei, aber sie passen perfekt in die Band.

DH: Eure Musik würde ich beschreiben als eine Mischung aus düsteren Electrorock und Darkwaveklängen. Wie kommt es das ihr genau diese Art von Musik macht. Gibt es da in Eurer Jugend besondere Vorprägungen?

Es war wichtig für mich, einen Stil zu schaffen, der zu unseren Stimmen passt. Die meisten Gothic Bands konzentrieren sich auf dunkle Stimmen und einige lassen den düsteren Sound durch schwere und langsame Gitarren entstehen. Ich wollte etwas total anderes. Die Verbindung von klassischen und elektronischen Elementen harmoniert sehr gut mit dem Stil, den ich gesucht habe.

DH: Eure aktuelle CD heisst Sorrows Away. Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD und wo fanden sie statt?

Die CD wurde in drei Teilen aufgenommen. Einige Teile wurden über einen Zeitraum von etwa vier Wochen zu Hause mit dem PC aufgenommen. Teile von vier Songs wurden bei visioninmusic studios in Buchen aufgenommen, was zusammen 4 Tage gedauert hat. Die Aufnahme der Geigenparts, des Gesangs, und einiger Keyboard Parts sowie das gesamte Mixing und Mastering fand bei area58studios in Mörfelden statt, was 14 Tage dauerte. Die CD kann nun auf unserer Website bestellt werden.

DH: Beim Anhören Eurer CD wird in mir unweigerlich der Eindruck erweckt, dass die Musik von Crypt Cha auch viele romantische Momente hat. In unserer heutigen schnellebigen Zeit ist dies sicher eine Ausnahmeerscheinung. Wollt Ihr mit Eurer Form von Dark Romantik bewusst ein Zeichen setzen gegen aktuelle Trends?

Ja, ich denke nicht, dass wir uns sehr um die Trends kümmern. Die Musik muss romantisch und leidenschaftlich sein, mit den Themen des Lebens und allem, das damit zusammen hängt.

DH: Besonders gut gefällt mir der Song That`s Life. Wie entstand die Idee zu diesem Song und wovon handelt das Lied? Gibt es generell bestimmte Themen oder Inhalte, die bei der Produktion von Sorrows Away berücksichtigt worden sind?

That’s Life wurde vor 10 Jahren als Rock Song geschrieben. Ich veränderte den Stil und die Instrumente in Elektro und wollte den Song als “B“-Track (nahe dem Ende) auf die CD bringen. Während der Produktion entschied ich mich, einen Part für die Geige hinzuzufügen. Als Tina für die Aufnahmen ins Studio kam, spielte ich ihn ihr auf dem Klavier vor, sie ging in die Aufnahmekabine und wir nahmen es auf. Die Geige machte den Song so viel besser, dass ich entschied, ihn näher an den Anfang der CD zu setzen. Es stellte sich heraus, dass es ein großartiger Dance Song ist.

Wie kam es zu der Idee zu dem Bonus-Track I Don`t Know Why (Club Mix)? Was haltet Ihr generell von Remixen? Könntet Ihr Euch vorstellen weitere Songs remixen zu lassen? Von wem würdet Ihr gerne einmal einen Remix haben?

Emanuel kam mit einigen Beats zu mir, um zu sehen, ob wir sie ins CryptCha Programm aufnehmen können. Als ich diesen Beat hörte, sagte ich sofort zu Emanuel, dass wir daraus einen Remix von “I don’t know why“ machen sollten. Ich fügte Hintergrund-Akkorde hinzu und wir nahmen die “I don’t know why“ Melodien und den Gesang dazu auf. Seitdem gab es Diskussionen über weitere Remixes und verschiedene Leute haben uns deswegen schon angesprochen. Ich bin sicher, dass es mehr davon geben wird, ich weiß noch nicht, mit wem, aber es ist interessant.

DH: Du Steven bist Sänger, Songwriter und Gründer von Crypt Cha. Mit Crypt Cha hast Du nun eine zweite Band neben Gates of Dawn. Inwieweit ist für die Dich die Arbeit mit Crypt Cha eine neue Herausforderung?

Für mich gibt es einen großen Unterschied, ob man Teil einer Band ist oder eine eigene Band hat. Ich bin Sänger bei Gates of Dawn und mache so viel ich kann für diese Band (mich um Auftritte kümmern, Promotion...), aber die CD von G.o.D. war fertig, als ich anfing für die Band zu singen, deshalb musste ich zunächst nur die Songs lernen. Außerdem hat diese Band Mitglieder, die seit 10 Jahren zusammen sind (von der Ex-Formation Anubis), daher werden viele Entscheidungen von ihnen getroffen. Bevor ich mit CryptCha anfing, spielte ich in vielen Bands, bei denen ich dachte, ich hätte Dinge anders gemacht, wenn die Entscheidung bei mir gelegen hätte. Das war mit ein Grund, CryptCha zu gründen, um Dinge auf meine Art auszuprobieren. Die Verantwortung für das Band-Projekt hängt an mir. Ich begann es mit einer gewissen Vorstellung von dem, was ich wollte, und so übernehme ich eine aktive Rolle in allen Teilen des Projekts, den Songs, den Bandmitgliedern, wenn es um das CD-Cover und um die Website geht. Ich treffe die meisten Entscheidungen in der Band und es gibt viel, für das ich verantwortlich bin, ob es gut oder schlecht läuft.

DH: Songs wie That`s Life hören sich sehr clubtauglich an. Produziert Ihr Eure Songs auch mit dem „Blick auf die Tanzfläche“?

Natürlich. That´s Live und der Remix wurden vor allem für die Clubs mit auf die CD genommen. Ich denke eine CD sollte für jeden etwas bieten (ein paar harte Songs, Balladen, Tanzstücke). Jede CryptCha CD wird so aufgebaut sein. Genau wie das Leben, ein paar Hochs, ein paar Tiefs, einige glückliche Momente und einige traurige.

DH: Seid Ihr eigentlich derzeit noch nach einem Label für Eure Musik oder habt Ihr bereits eines gefunden? Würdet Ihr gerne lieber mit einem kleinen Label oder mit einem Major-Label zusammen arbeiten?

Im Moment haben wir noch kein Label. Ich habe den Label Code von United Power Fields in Hanau bekommen, aber bis jetzt ist noch kein Label auf uns zu gekommen. Wenn das richtige Label kommt werden wir unterschreiben, doch das muss nicht unbedingt auch das erste sein das uns fragt.

DH: Ihr tretet auch live auf – zuletzt u.a. auch in der Goldenen Krone in Darmstadt. Hat Euch dieses Konzert in gewisser Weise beflügelt die Arbeit an Eurer CD weiter voranzutreiben? Wie wichtig sind Euch die Reaktionen des Publikums?

Die Reaktion des Publikums ist sehr wichtig für uns. Es ist ein tolles Gefühl etwas zu erschaffen, was einen Effekt auf Menschen hat.

DH: Wann wird man Crypt Cha live auf deutschen Bühnen sehen können? Ist eventuell schon eine Tour in Planung? Welche weiteren Pläne habt Ihr mit der Band in naher Zukunft?

CryptCha ist jetzt live zu sehen, auf unserer Webside stehen alle aktuellen Konzerttermine. Wir haben einen Promoter und sind im Anfangsstadium zur Planung einer Tour. Aber wir nehmen jede Chance wahr Lokal (Rhein-Main Gebiet) zu spielen. Wir werden unsere zweite CD dieses Jahr aufnehmen und arbeiten gerade an einem akustischen Programm mit vielen neuen Songs und einem anderen Sound als dem elektro Programm.

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlusswort:

Es hat viel Zeit gekostet dieses Projekt zu realisieren, doch wie alles das es wert ist, hat es seine Zeit um bekannt zu werden und jetzt ist diese Zeit. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, dass unsere Gedanken und Musik gehört werden. Es ist wegen Euch, großartigen Bands die einmal unbekannt waren und es trotzdem geschafft haben.

Interview: Andreas Ohle