Chrysteen



DH: Wie entstand die Idee zu Chrysteen?

„Die Idee für ein Solo-Projekt spukte mir schon länger im Kopf herum. Ich hatte schon geraume Zeit mit der Idee gespielt, mal mein eigenes Ding zu machen und ein Solo-Projekt auf die Beine zu stellen. Es ist sehr reizvoll, für sämtliche Belange die Entscheidungen zu treffen und so dem eigenen Projekt die persönlichste Note zu geben, die es haben kann. Das betrifft nicht nur die Art der Musik, die Texte und Auswahl der Sounds, sondern auch optische Komponenten wie Artwork, Fotos, Outfit usw. Ich traf Daniel dann bei den Studioaufnahmen zu „Seelenleben“ und wir hatten sofort einen guten Draht zueinander. Nach einigen Studiosessions fragte ich ihn dann, ob er mal einen Song für mich schreiben könnte, daraus entwickelte sich eine ganz wunderbare Symbiose – und hier ist jetzt das Ergebnis!!!"

DH: Ist das Album Nightstarter die erste Veröffentlichung, oder gab es zuvor schon Veröffentlichungen?

„Nightstarter“ ist meine erste CD als Solo-Künstlerin. Als Sängerin der Band „Cradle of Spoil“ bin ich auf drei CDs zu hören."

DH: Wie würdest Du Deine Musik selber beschreiben?

"Leider soll Musik immer in Schubladen passen, davon halte ich allerdings nicht viel. Ich denke nicht, dass man meine Musik mit einer Stilrichtung beschreiben kann: Elektronische Sounds, geheimnisvolle Klangstrukturen, kombiniert mit Synthpop-Elementen, garniert mit einer Prise Ambient-Electro - mit dem klaren Schwerpunkt auf eingängigen Gesangsmelodien."

DH: Wovon handeln Deine Songs? Gibt es bestimmte Dinge, die Du auf dem Album unbedingt mitteilen wolltest?

"Das Album ist ein Querschnitt aus vielen kleinen oder großen Themen des Lebens, die jeden betreffen – das Hauptthema ist allerdings Zwischenmenschliches in allen Facetten. Eine andere große Rolle bei der Thematik der Songs haben auch diverse Filme und Hörbücher gespielt."



DH: Sehr schön finde ich den Song "Silence Must Be Heard". Wovon handelt dieses Lied ganz speziell?

"Dieses Lied ist ein Aufruf an alle „leisen“ Menschen dieser Welt, sich nicht durch äußeren Druck oder äußere Umstände unterkriegen zu lassen und ihren eigenen Weg zu gehen. Der Refrain fasst dies gut zusammen: „Every single word – is worth to be heard, what you have to say, it’s important to speak and break the stillness.“

DH: Deine Musik finde ich sehr ruhig und romantisch verträumt. Welche musikalischen Einflüsse hast Du?

"Eigentlich haben alle Künstler, die ich je gehört habe, einen gewissen Einfluss auf meine Musik, auch wenn das retrospektiv ein bisschen komisch klingt. Natürlich kann ich nicht alles zurückverfolgen, aber ich erinnere mich beim Singen und Texten immer wieder an Bands oder Künstler, die ich gerne höre oder gehört habe. Zu meinen Favoriten gehören immer noch Depeche Mode, Tori Amos, Loreena McKennitt, Projekt Pitchfork, Madonna, Assemblage 23, Sarah McLachlan, 30 Seconds To Mars, AFI, Camouflage, aber auch Katie Melua, Alphaville oder die Pet Shop Boys. Ansonsten lasse ich mich natürlich auch oft und gerne von klassischer Musik und Musicals inspirieren."

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD? Fanden die Aufnahmen zu dem Album in einer besonderen Umgebung statt, die Dich kreativ inspirierte?

"Der Entstehungsprozess des „Nightstarter“-Albums hat mehr als ein Jahr gedauert, die reine Studiozeit für die Aufnahmen war aber nur ein Bruchteil davon. Ich wollte nichts überstürzen und mir mit allem so viel Zeit lassen, wie nötig war, um das beste Ergebnis zu bekommen. Offensichtlich hat sich die besondere Atmosphäre bei den Aufnahmen tatsächlich auch direkt auf der CD bemerkbar gemacht :-) - in der Tat hat sich mein Produzent immer besondere Mühe gegeben, für mich eine einzigartige Umgebung zu schaffen und das hat super geklappt!"

DH: Die CD wirkt in sich sehr homogen, was die Songauswahl angeht. Gab es bestimmte Kriterien bei der Songauswahl?

"Ich wollte, dass das Album eine Reise wird, auf die man sich einlässt. Deswegen sollten alle Songs einen Bezug zueinander haben und sich anhören, als kämen sie aus „einem Guss“. Das heißt natürlich auch, dass man sich von Stücken trennen muss, die momentan nicht in ein Album-Konzept passen. Die besonderen Sounds und Strukturen finden sich also immer wieder und machen einen wichtigen Teil der Musik von Chrysteen aus."

DH: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Batleth Records?

"Batleth Records war das richtige Label zur richtigen Zeit. Nachdem die Suche nach einem adäquaten Label nicht erfolgreich war und das Album definitiv auf den Musikmarkt kommen sollte, wurde „Batleth Records“ kurzerhand gegründet, um (noch) unbekannten Künstlern eine Plattform zur musikalischen Entfaltung zu geben. Und Chrysteen war der erste Label-Act, der von Batleth Records gesignt wurde!"



DH: Wie wichtig ist für Dich Musik als Ausdrucksform? Was möchtest Du mit Deiner Musik erreichen?

"Plato hat gesagt „Musik und Rhythmus finden ihren Weg zu den geheimsten Plätzen der Seele“ - und dies gilt auch über Sprachbarrieren hinweg. Man kann mit Musik Dinge ausdrücken, die schwer in Worte zu fassen sind. Musik überwindet (selbstgesetzte) Grenzen und lässt immer genügend Freiraum für eine eigene Interpretation. Alle Emotionen können über Musik vermittelt werden und das ist auch genau das, was ich versuche."

DH: Wird es Chrysteen demnächst auch live zu sehen geben?

"Die Planung für Live-Auftritte ist in vollem Gange und sobald es konkrete Termine gibt, werden diese auf meiner Internetseite www.chrysteen.de und meiner MySpace-Seite www.myspace.com/chrysteenmusic gepostet. Ich freue mich total darauf, mein Album auch live zu präsentieren!"

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Dein Schlußwort:

"Glaubt an Euch und genießt das Leben!"

Interview: Andreas Ohle