Chandeen



DH: Wer verbirgt sich hinter Chandeen? Stellt Euch doch bitte zunächst einmal selber vor.

Antje: Chandeen sind Kopf Harald Löwy, verantwortlich für Komposition, Arrangement und Produktion. Antje und Stephanie steuern Lyrics und Gesang bei. An der Gitarre spielt Florian, ursprünglich als Gastmusiker für die letzte Produktion eingesetzt, ist er mittlerweile inoffizielles viertes Bandmitglied.

DH: Seit wann gibt es Chandeen und könnt Ihr Euch noch an die Anfänge der Band erinnern?

Harald: Die Band gibt es seit 1992, gegründet von mir und dem damaligen Bandmitglied Oliver Henkel.

Antje: Ich hatte damals ein Inserat aufgegeben und Harald und Oli haben mich zum "Vorsingen" eingeladen. Eigentlich suchte ich eher nach einer typischen Garagen-Punk-Band......

Harald: Doch sie war von Anfang an begeistert und wir fingen an geimsam Songs zu schreiben. Seit 1995 gibt es die Band in der heutigen Besetzung mit Stephanie.

Stephanie: Über Harald’s damaliges Side-Project "Incept Date" haben wir uns kennen gelernt. Wir waren uns alle drei ziemlich schnell einig, dass wir zusammen weiterarbeiten wollen.

DH: Wieso wähltet Ihr diesen Bandnamen? Hat der Name eine besondere Bedeutung?

Harald: Chandeen ist ein indianisches Wort und bedeutet so was wie Quelle des Lebens. Er klang einfach schön und wir waren uns sofort einig.

DH: Eure Musik würde ich beschreiben als eine Mischung aus Pop und Wave Elementen beschreiben. Wie denkt Ihr über Eure Musik? Glaubt Ihr, dass Eure Musik eine eigene ganz besondere Note hat?

Antje und Stephanie: Eine "besondere Note", "das gewisse Etwas" ergibt sich immer dann, wenn kreative Leute zusammen- kommen, offen sind für die Ideen der anderen und sich durch ihre unterschiedlichen Einflüsse, die sie mitbringen, in der Musik gegenseitig ergänzen können. Es gibt keine eindeutige Stilrichtung, die von Chandeen bedient würde. Auf dem aktuellen Album - wie auf allen vorherigen - ist für den geneigten Hörer auch nach dem ersten Song sicherlich noch mehr zu entdecken...

Harald: Unsere zweite CD Jutland spielten wir in einer sechswöchigen Session komplett in Dänemark ein. Wir waren abgeschieden in einem Haus am Meer und kreierten ein ganz eigenes Album. Stilistisch war dies unsere wichtigste Zeit.

DH: Euer Album erscheint im September. Ist dies Eure erste Veröffentlichung oder gab es schon frühere Veröffentlichungen von Euch?

Antje: "Bikes & Pyramids" ist bereits der fünfte Longplayer von Chandeen. Dazwischen erschien in 1995 eine EP. Außerdem diverse Single- Veröffentlichungen.

DH: Wie lange dauerten die Arbeiten an dem neuen Album? Wie gestaltete sich die Arbeit im Studio?

Harald: Insgesamt ca. 4 Monate. Es war eine interessante Zeit. Die Studiosessions fanden fast nur nachts statt und es war ruhig, fast unheimlich wenn die Musik kurz aus war.

Wir wussten auch genau, wohin wir mit dem neuen Album wollten, es war wie eine Landschaft, die sich vor uns aufbaute, und der Weg schien in der Ferne regelrecht sichtbar zu werden. Ein faszinierender Impuls!

DH: Was kann man von dem Album Bikes And Pyramids erwarten? Wieviele Songs werden auf dem Album sein?

Antje: Das Album wird 12 Songs enthalten und sich stilistisch an früher Chandeen Alben anschliessen. Heavenly Voices Spacepop vielleicht?

DH: Wodurch werdet Ihr inspiriert Songs zu schreiben?

Antje: Das können ganz alltägliche Situationen sein. Meist aus dem "echten Leben", aber auch aus Büchern, Filmen und Träumen.

Stephanie: Wir suchen aber nicht zwanghaft nach "der Inspiration", weil nun eben mal wieder ein Text her muss. Im Rahmen der Musik haben wir die Möglichkeit, unserem Bedürfnis nachzukommen, uns auszudrücken und mitzuteilen. Was sonst ist der Zweck der kreativen Tätigkeit (wenn man ihr einen zuschreiben will).

DH: Haben Gesangstexte eine besondere Bedeutung für Euch?

Antje: Wenn ich meine eigenen Texte schreibe und singe, wird mir über mein eigenes Leben vieles klar. Aber selbst Texte, die ich nicht selbst verfasst habe, bekommen für mich durch meine persönliche Interpretation bei der Performance eine Bedeutung.

Stephanie: Genau. Die Texte, weil sie dem eigenen Hirn und Herz entspringen, sind immer sehr persönlich, ganz egal, welches Thema Gegenstand ist. Dieser erste Prozess, den Song zu texten, ein Gefühl für die passende Melodie entwickeln, Thema und Stimmung zu definieren, ist für mich der erfüllendste Part der Arbeit.

DH: Eure aktuelle Single "My World depends on you" erscheint als Vorabauskopplung ja bereits im August. Der Song gefällt mir sehr gut. Worum geht es in dem Lied?

Antje: Es geht ganz schlicht um Liebeskummer und die damit verbundene Ohnmacht.

DH: Ist zu der CD eine Tour geplant und wird man Chandeen auf der Bühne live erleben?

Harald: In den letzten Jahren waren wir regelmäßig auf Tour, man kann auch eine Liveversion des Titels To the wild roses auf der Single hören. Aber für diese LP planen wir erst mal keine Konzerte. Wir werden allerdings eine Releaseparty geben Am 30. August im Frankfurt Nachtleben!

DH: Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen und alles Gute und viel Erfolg für Chandeen. Ein Schlusswort?

Vielen Dank für die Fragen und das Interesse!

Interview:
Andreas Ohle