Battle Scream



DH: Seit wann gibt es eigentlich Battle Scream? Wie ist der Name damals entstanden? Könnt Ihr Euch noch an die Anfänge erinnern?

Hallo erstmal. Also gegründet haben Rene' (Guitar) und ich die Band Anfang 2001, nach mehr – oder weniger erfolgreichen Soloversuchen heraus. Da wir uns anfangs nicht einmal über die musikalische Stilrichtung einig waren, viel uns auch die wahl eines passenden Bandnamens schwer. Irgendwann fragte uns dann ein Veranstalter was er denn auf den Flyer drucken soll und ich wählte ein Textfragment des ersten fertiggestellten Songs (The War). Seit dem hat der Name BATTLE SCRAEM bestand.

DH: Wie ist Euer aktuelles Line-Up?

Nach mehreren, eher erfolglosen, Versuchen einen geeigneten Bassisten zu finden, entschieden wir uns schließlich komplett auf einen akustischen Bass zu verzichten und Diesen durch programmierte Bassläufe zu ersetzen. Somit besteht das Line-Up aus: Heiko (Drums), Toni „BS-DR.“ (Guitar), Rene' (Guitar, Backingvocals), Simon (Programming, Synths, Backingvocals) und mir – Alex (Vocals).

DH: Bei Battle Scream fällt vor allem der kompromisslose dunkle Soundmix zwischen Rock und Industrial auf. Wieso spielt Ihr genau diese Art von Musik? Gab es da in frühen Jahren gewisse Vorprägungen?

Wie oben bereits angedeutet, hat es sehr lange gedauert und hat sich über Jahre im Proberaum / Studio entwickelt, bis klar war, welchen Kurs die Band musikalisch ansteuert. Sicherlich zeichnen hier frühe musikalische Prägungen von uns und der sich stetig entwickelnde persönliche Musikgeschmack verantwortlich. Als „Vorbilder“ können daher Sisters Of Mercy, Rammstein, NIN, Tiamat, Project Pitchfork und Deine Lakaien bezeichnet werden. Es war uns gerade deshalb eine absolute Ehre mit Project Pitchfork, meinen persönlichen Helden der frühen 90-er Jahre beim Dark Park Festival, auf einer Bühne zu stehen. Die Art unserer Musik ist also eine (für viele ungewöhnliche) Vermischung der musikalischen Vorlieben von meinen Kollegen und mir!

DH: Wenn Ihr Euch entscheiden müsstet: Seid Ihr lieber ein Rock Band oder eine Industrial Band? Was würdet Ihr dann antworten?

Weder noch – die Mischung macht's. Ich denke, dass es genau das ist, was unserem Schaffen eine gewisse, in jetziger Zeit nur schwer zu erreichende, Einzigartigkeit verschafft.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu Eurer CD Suffering? Fanden die Recording Sessions in einer besonderen Umgebung statt, die Euch zu den düsteren Songs des Albums inspirierte?

Vom Beginn des Programmierprozesses bis zum endgültigen Master, hat die „Suffering“ - Produktion knapp ein Jahr gedauert. Es war für uns absolut wichtig, dass die Songs die nötige Reife erfahren um zum Schluss jedem von uns das Gefühl zu vermitteln, dass wir sie nicht hätten besser machen können. Bis auf ganz kleine Feinheiten ist dieses Ziel für mich erfüllt.

DH: Gab es zuvor schon Veröffentlichungen von Euch? Mit welchen Erwartungen habt Ihr Euer Album aufgenommen? Wusstet Ihr von Anfang, wie das Album im Endergebnis klingen sollte?

Naja.....wir wussten wohl eher, was wir nicht mehr wollten. So gab es bei der „Sick“ (2004) und der „Stalker“ (2007) viele, sowohl musikalische als auch organisatorische Dinge, die zu einem für uns nicht zufriedenstellenden Ergebnis führten. Daher haben wir unsere Arbeitsweise auf diesen Gebieten komplett geändert, was der „Suffering“ einen reiferen, professionelleren Eindruck verschafft und sie auch musikalisch gefestigter erscheinen lässt.



DH: Besonders gut gefällt mir der Song "Pray" auf Eurem Album. Wovon handelt das Lied? DH: Eure Texte sind allesamt sehr düster. Wovon handeln generell Eure Texte? Gibt es bestimmte Dinge, die Ihr unbedingt auf "Suffering" sagen wolltet?

„Pray“ habe ich anlässlich des Elbehochwassers 2004 geschrieben. Als Augenzeuge und Helfer bei dieser Katastrophe habe ich versucht das Gesehene und Gefühlte in Worte zu fassen. Da bis jetzt nur wenig zur Vermeidung einer ähnlichen Flut getan wurde, möchte ich dieses Erlebnis mit stilistisch überhöht negativen Textpassagen in den Köpfen der Menschen wach halten, um in naher Zukunft nicht wieder einen vergleichbaren Text schreiben zu müssen!

Die Texte spiegeln immer eine Stimmung wieder. Mal ruhig und melodiös – mal derb und rau (aber trotzdem melodiös ;-)), eben wie das Leben so spielt. Auch die schönste (Neben) Sache der Welt kommt nicht zu kurz, was bei gestandenen Männern wohl allzu verständlich ist – siehe „Suffering“ oder „Leiden“. (lacht)

Durch die Vielzahl der Songs und angesprochenen Themen der aktuellen CD, ist sie nicht wirklich dafür ausgelegt eine einzige Aussage zu vermitteln. Im Allgemeinen möchte(n) ich (wir) dazu anregen gewisse Aspekte zu hinterfragen und kritisch zu bleiben, ohne dabei die schönen Dinge zu vernachlässigen. Es gibt, trotz der Vielzahl von vielleicht auch persönlichen Problemen, genug davon!

DH: Ist für Euch Eure Musik ein Spiegel Eurer Seelen?

Ja.

DH: Auf Eurer neuen CD Suffering finden sich ingesamt 17 Songs. Das ist schon eine ganze Menge. Woher kommt bei Euch so viel kreative Energie? Gibt es da eine besondere Quelle der Inspiration? Werdet Ihr in Zukunft auch weiterhin Alben mit so vielen Titeln veröffentlichen?

Viele Songs entstehen im Battle Scream – Headquarter bei Rene' in der Wohnung nach einem Abend im Bunker, nach einem Konzerterlebnis oder einem besch.... Tag mit Unmengen von Whisky – Cola und Bier. :-) Die Texte eher aus meinen persönlichen positiven und negativen Erfahrungen, in allen Bereichen des Lebens heraus. Gerade bei der „Suffering“ gab es viele Songs und Songideen, die es nicht auf die CD geschafft haben. Die Energie mit der Simon und Rene' die Songs komponierten und programierten, zeigt die Freude an der Arbeit und verdient meinen absoluten Respekt. Wie viele Songs in Zukunft auf einen Rohling kommen entscheiden wir zu gegebener Zeit intuitiv. Ich möchte dazu keine Prognose wagen.

Allerdings kann ich an dieser Stelle verraten, dass für Oktober ein neues Release geplant ist, was zumindest von der Songanzahl her ähnelt. Geplant ist eine Art Tribute – Platte zur Suffering, die diese CD aus den Augen von „Szenegrößen“ erscheinen lassen soll. So hatten ua. Project Pitchfork, Die Krupps, Das Ich, Agonoize, Cephalgy, Letzte Instanz,.....die freie Wahl eines Songs der aktuellen Scheibe, um Diesen gnadenlos nach eigener Interpretation zu remixen. Dazu liefern wir 5 neue Stücke, welche die musikalische Zukunft von BS widerspiegeln sollen, womit wir wieder bei ca. 17 Songs sein werden. Interesse geweckt? Der Name dieses „Großprojektes“ lautet: „Suffering VS. Salvation“

DH: Wie entstehen generell die Songs bei Euch. Wer hat die Ideen? Gibt es eine Person, die alle Songs schreibt oder schreibt Ihr die Songs als Gruppe zusammen?

Ist, denk ich, weiter oben ausreichend beantwortet

DH: Eure Songs sind teils deutsch und teils englisch gesungen. Was sind die Gründe hierfür? Gibt es bestimmte Dinge, die ihr besser in Deutsch sagen könnt, als in Englisch?

Ich spiele tatsächlich ein wenig mit dieser Mixtur. Deutsch wirkt im Gegensatz zum englischen Gesang, meines Erachtens nach, etwas härter und kantiger was mir durchaus geeignet erscheint, einigen Passagen so die nötige Authentizität zu verleihen.

DH: Arbeitet Ihr lieber im Studio oder tretet Ihr lieber live auf?

Also ich persönlich stehe lieber auf der Bühne, als im Studio. Das mag an meiner, für einen Sänger nicht ungewöhnlichen, extrovertierten Ader liegen und zum anderen an dem unglaublichen Spaß den es mir macht, unsere Musik zu transportieren.



DH: Freut Ihr Euch schon darauf die Songs des neuen Albums live zu präsentieren? Sind schon Konzerte geplant? Spielt Ihr dieses Jahr auch auf einigen Festivals?

Wir werden die Arbeiten für das kommende Album für einige wenige Konzert – und Festivalauftritte unterbrechen. Wer uns live erleben will, sollte sich den 05.09.09 (Apokalyptische Nacht / Riesa), den 06.09.09 (Nocturnal Culture Night / Deutzen bei Leipzig), den 12. September (Headliner kleine Bühne – Rollfeld der Finsternis Open Air / Flugplatz Großenhain) und den 27.11.09 vormerken, wo wir als exklusiver Support für Project Pitchfork in Weissenfels zu sehen sein werden. Weitere Termine für das Jahr 2009 sind im Gespräch, aber leider noch nicht bestätigt. Ich bitte die geneigte Leserschaft sich unter:

www.myspace.com/battlescream

über zukünftige Gigs und Neuigkeiten zu informieren

DH: Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. Wir wünschen Euch alles Gute und weiterhin viel Erfolg. Euch gehört das Schlußwort.

Ich möchte mich im Namen von Battle Scream bei Dark Heart Magazin für die positive Berichterstattung und dieses Interview bedanken. Den Lesern, alten und neuen Fans gilt Dank für die außergewöhnliche Unterstützung gerade vor der Bühne und wer uns (noch) nicht live gesehen hat, dem lege ich dringend ans Herz ein Battle Scream – Konzert zu besuchen und für einen Moment in unserer Welt zu versinken.

Interview:
Andreas Ohle (Dark Heart Magazin)
Alex (Battle Scream)