Anubis




DH: Seit wann gibt es Anubis und welche Musiker sind in der Band?

Wir gründeten uns 1995. Die vier Gründungsmitglieder Christoph (Bass), Dirk (Gitarre), Ramin (Schlagzeug) und Matthias (Keyboard/ früher Gesang) sind heute noch dabei. 1998 stießen noch Sebastian (Gitarre) und Barbara (Gesang) dazu und machten Anubis zu dem was es heute ist.

DH:Wie würdet Ihr Eure Musik selbst einordnen? Habt Ihr musikalische Vorbilder?

Eigentlich versuchen wir eine zeitgemäße Variante des Gothic- Rock zu spielen. Dadurch das wir alle ganz unterschiedliche Personen sind erhält unsere Musik allerdings absolut unterschiedliche Einflüsse. Vorbilder haben wir in der Regel nicht. Hätten wir sie, würde uns das auch nichts nutzen, denn wir können machen was wir wollen, wir klingen immer nur wie Anubis. Wenigstens beschert das unserer Musik einen Wiedererkennungswert. In der Regel schätzen wir alle Musiker, denen es gelingt nichts langweiliges zu produzieren, und das sind nicht viele. Insofern ist unser Ziel, nichts Langweiliges oder Uninteressantes zu produzieren.

DH: Eure Musik wirkt auf mich wie eine Mischung aus Gothic und Metal. Wie seht Ihr Eure Chancen sich in diesem hart umkämpften Musikbereich zu etablieren?

Der Gothicmetal- Markt ist eigentlich gar nicht unser Ziel. Wir wollen eigentlich nur aufregende Musik mit eigenartigen Mitteln machen. Eigentlich setzen wir nur Beobachtung unserer Umwelt musikalisch und textlich um und stellen sie zur Diskussion. Jeder der Spaß hat unsere Perspektive zu kritisieren, verwerfen, lächerlich zu machen oder anzugreifen, ist herzlich eingeladen unsere Konzerte zu besuchen oder unsere CDs zu kaufen. Insofern richten wir uns an alle Menschen, die Spaß an schrägen Auseinandersetzungen oder an interessanter Musik haben. Gothics sind nicht unsere einzigen Zuhörer und den Metallern sind wir meist zu freakig. 4.Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Vegaland/Sounds of Delight?

Wir haben ihnen Kassandra geschickt, sie haben uns einen Vertag geschickt. Zwischendrin haben wir uns natürlich persönlich kennergelernt und fanden uns sehr sympathisch. Wir arbeiten nur mit Leuten mit denen wir gut feiern können. Natürlich ist das nicht das einzige Kriterium für eine Kooperation, wir haben ein akzeptables Angebot erhalten, Sounds of Delight haben unsere CD in mehreren Clubs positiv getestet und beide Parteien glauben an unsere Musik.

DH: Eure Songs sind größtenteils deutsch gesungen? Warum singt Ihr nicht in Englisch wie viele andere Bands auch? Ist dies bewusst so gewollt und wenn ja, warum?

Kassandra war unser erstes deutsches Album. Die Texte über die Logik des Krieges auf allen Ebenen des menschlichen Lebens (schrecklich aktuell obwohl vor der Zerstörung eines Landes und eines Hochhauses geschrieben) waren uns einfach zu wichtig. Sie sollten verstanden werden, aus diesem Grund haben wir den Gesang auch sehr in den Vordergrund gemischt. Unser nächstes Album wird weniger kopflastig und eher atmosphärisch, also bringen wir es in Englisch.

Wir weigern uns, uns einfach auf eine Sprache festlegen zu lassen, da der Song entscheidet, in welcher Sprache er gesungen werden muss.

DH: Wie lange dauerten die Aufnahmen zu der CD Kassandra? Wie gestaltete sich die Studio- arbeit?

Die Aufnahmen dauerten schrecklich lange, von Juni 2001- bis März- 2002? da die Songs sehr komplex arrangiert sind. Außerdem machten uns die Texte emotional schwer zu schaffen. Babsi hat ihre ganze Seele in den Gesang gelegt und wir waren nach der Produktion völlig am Ende unserer Nerven.

DH: Gibt es eine nette Anekdote, die ihr uns aus dieser Zeit erzählen möchtet?

In den Studiomonaten zu Kassandra haben wir einiges über uns, das Studio und seine metaphysische Zusammenhänge herausgefunden, z.B. dass sich Matthis' Leberwerte konstant verschlechterten, wohingegen sein Herz seit dem im besten Rhythmus klopft, dass Babsi einen Tag vor ihren Studioaufnahmen ihren ersten Unfall und Totalschaden hinnehmen musste, der Gesang aber im Gegenteil, schadenfrei blieb, dass Seppels Auspuff an Stellen abbricht, an denen kein normaler Auspuff brechen kann, dass Ramin Seppels Einspielrekord eingestellt hat - an einem Tag kein einziges Lied *G*, und dass Bassisten auch ihr körperliches Wohl für das Wohl der Band opfern. o-Ton Matthias, um die 6jährige Linda zu bewegen für die Aufnahme ins Mikro zu sprechen: "Wenn du das jetzt schön machst, dann darfst du den Onkel auch wieder hauen."

DH: Wie hat man sich bei Euch den Prozess des Songwritings vorzustellen? Braucht Ihr eine besondere Atmosphäre um Eure Songs zu schreiben?

Matthias schreibt unsere Songs und er bringt nur das in die Probe mit, von dem er vollkommen überzeugt ist. Dann fällt es ihm nicht schwer, uns zu begeistern. Wenn ein Song keine Atmosphäre hat, werfen wir ihn raus, da fackeln wir nicht lange. Wir versuchen mit unseren Songs eine Stimmung zu erzeugen, das Ambiente bei der Entstehung ist uns völlig unwichtig. Also, keine Kerzen und Räucherstäbchen, höchstens ein paar Drogen.(ha, ha)

DH: Das Coverartwork der CD ist sehr stimmig und einheitlich. Wie wichtig war Euch bei der Produktion dieser Aspekt?

Bei einem guten Film müssen Klang, Text und Bild harmonieren. Unsere Alben haben ja immer etwas filmhaftes. Bei Kassandra haben wir sehr eng mit unserem Graphiker Patrick Mientus zusammengearbeitet. Das Artwork repräsentiert unserer Meinung nach genau die kalte, bedrohliche und beklemmende Atmosphäre der CD.

DH: Tretet Ihr auch live auf? Wie hat man sich einen Auftritt von Anubis vorzustellen?

Wir fühlen uns nur auf der Bühne oder im Tonstudio richtig wohl. Live versuchen wir unsere Songs gut rüber zu bringen, aber wir wollen auch ein Erlebnis schaffen. Dazu haben wir kein bestimmtes Rezept, oft probieren wir neue Ideen aus, um etwas Interessantes zu machen. Auf jeden Fall fand es bis Jetzt noch niemand langweilig auf unseren Konzerten. Vor Erscheinen der CD gibt es noch zwei Konzerte. 02.04 Frankfurt, Spritzenhaus, 19.04 Cafe Schwarz, Düsseldorf. Ab Ende Mai gibt's dann die Tour. Los geht's am 30.05 in Dortmund im Sabotage auf der Back to Future Party !!!.

DH: Zum Schluss des Interviews möchte ich Euch für die Beantwortung meiner Fragen danken. Weiterhin viel Erfolg mit Anubis. Euch gehört das Schlusswort:

Ähm, kommt uns besuchen, auf www.world-of-anubis.de oder live.

Interview: Andreas Ohle