Alexa



DH: Wer verbirgt sich alles hinter Alexa?

Alexa: Nur ich.

DH: Gibt es so etwas, wie eine grundsätzliche Idee, die sich hinter Alexa verbirgt?

Alexa:Ich sehe mich im Grunde so ein bisschen als Geschichtenerzählerin.

DH: Wie, wo und wann kam es zur Gründung von Alexa ?

Alexa: Angefangen hat alles 2006, als ich durch Zufall durch eine Anzeige auf Roland Loy aufmerksam wurde, weil ich einen Gesangslehrer suchte. Ich stellte ihm einige Songs vor, die ich kurz zuvor geschrieben hatte, und er wollte gerne die Produktion übernehmen.

DH: Eure Band gibt es schon wie lange? Wie zufrieden bist du mit dem bisher Erreichten und was würdest du ändern, wenn ihr die Zeit zurückdrehen könntet?

Alexa: Im Grunde begann das ganze Projekt im April 2007, mit Beginn der ersten Aufnahmen für meine Demo-CD. Ich bin sehr froh, das ich die Möglichkeit hatte, meine Songs aus dem reinen „Hobbystatus“raus zu holen, um sie der Öffentlichkeit vorzustellen, weswegen ich mit dem bisher Erreichten schon sehr zufrieden bin. Es gibt natürlich weiterhin noch viel zu tun und auszuprobieren.

DH: Wieso hast du dich für den Bandnamen Alexa entschieden? Steckt für dich dahinter eine tiefere Bedeutung?

Alexa: Nein, es ist einfach nur die Kurzform meines Namens (Alexandra)

DH: Was war für dich überhaupt damals das Schlüsselerlebnis selbst Musik machen zu wollen?

Alexa: Ich habe schon immer Musik gemacht, schon als Kind. Ich war immer im Schulchor, habe eine zeitlang in der Schule Gitarrenunterricht gehabt und bei der Schulband mitgemacht. Ein richtiges Schlüsselerlebnis gab es nicht, das kam immer aus dem Bauch raus.

DH: Was glaubst du, wie wichtig ist in der heutigen (Gotik) Musiklandschaft das Image und das visuelle Erscheinungsbild einer Band? Unterwirft sich Alexa irgend einer Kleiderordnung?

Alexa: Also ich für mich kann sagen, das ich wahnsinnig gern Kostüme entwerfe und total auf Rüschen und tolle Kleider stehe. Es gehört für mich zum Künstler-Sein dazu, sich auch klamottentechnisch ausleben zu können. Und da ich von Natur aus nicht mit allzu viel Selbstvertrauen ausgestattet wurde, hilft mir diese Kleidung auch, mich auf der Bühne sicherer zu fühlen. Ein guter Nebeneffekt davon ist natürlich auch, das man somit auf der Bühne auch optisch gleich noch etwas zu bieten hat. Man will ja schließlich auch die Zuschauer aus dem Alltag in eine andere Welt „entführen“ damit sie vielleicht auch mal ihre Probleme und Sorgen vergessen können. Und das ist natürlich erheblich wirkungsloser, wenn man sich nur in Jeans und T-Shirt dort hinstellt. Da benötigt man mit Sicherheit erhebliches Charisma. Ich glaube nicht, das ich das so hätte.

DH: Wen siehst du als das typische Alexa Publikum an? Gibt es ein bestimmtes Publikum, dass du mit deiner Musik ansprechen möchtet?

Alexa: Ich habe die Erfahrung gemacht, das es das „typische Publikum“ für meine Songs anscheinend nicht gibt. Es sind natürlich viele Metalfans dabei, aber auch Leute, die nicht unbedingt ständig diese Art von Musik hören. Und auch, was das Alter angeht, ist hier mehr oder weniger alles vertreten.

DH: Gibt es eine gängige Schublade für die Musik von Alexa ? Wie beschreibst du Leuten deine Musik, die dich noch nie zuvor gehört haben?

Alexa: Ich nenne es Symphonic Rock. Viel Orchester mit Brettgitarren ;-)




CD: Storyteller


DH: Wie wichtig ist für Alexa (musikalischer) Erfolg?

Alexa: Der musikalische Erfolg ist in sofern schon sehr angenehm, wenn das, was man wirklich gerne tut, auch anderen gefällt. Aber da ich nicht von der Musik lebe, ist der dortige Erfolg natürlich nichts, was jetzt unbedingt in großem Ausmaß eintreten muss. Denn wie alles hat natürlich auch großer Erfolg seine Schattenseiten.

DH: Würdest du dich vielleicht auch (musikalisch) verbiegen lassen, um dadurch eventuell erfolgreicher zu werden, einen fetten Label Deal zu bekommen und bei VIVA & MTV den lieben langen Tag präsent zu sein?

Alexa: Nein, absolut nicht. Ich höre mir natürlich auf jeden Fall Vorschläge an, wie man vielleicht etwas verbessern könnte. Aber in erster Linie muss mir die Musik Spaß machen und ich muss meine Songs gerne singen. Ansonsten fehlt die nötige Energie, um sie dem Publikum gut rüber zu bringen. Verbindest du mit Musik machen irgendwelche Träume? (Wenn ja, welche?) Ich schätze mal, ich verbinde damit den Traum, den viele haben. Mal auf einer großen Bühne vor einer Menge Leute auftreten zu können.

DH: Mit welchen Schwierigkeiten hast du als Künstler momentan am meisten zu kämpfen? Oder läuft bei Alexa alles so, wie es laufen sollte?

Alexa: Ich schätze, ich habe die gleichen Probleme wie andere Künstler auch. Dass man oft nicht genug Zeit hat, um alles unter einen Hut zu kriegen, das mal die Aufnahmen für eine Produktion nicht so klappen wie sie sollen oder Sachen nicht umsetzbar sind, Das einem beim Songschreiben auch mal die Ideen ausgehen…

DH: Wie lange hast du an der Fertigstellung für die neueste CD gearbeitet? Wo wurde sie aufgenommen und produziert?

Alexa: Die CD wurde in zwei Abschnitten produziert. Ich hatte zuerst drei Songs fertig geschrieben, die in 2007 aufgenommen wurden. Weitere vier folgten dann Anfang 2008. Aufgenommen und produziert wurden sie von Roland Loy (Loyworld Records).

DH: Wurdest du bei der Produktion von jemandem hinter den Reglern unterstützt, oder lag alles allein in deinen Händen?

Alexa: Roland Loy hat die Songs, nachdem ich sie zu Hause geschrieben und vorproduziert hatte, in seinem Studio noch mal überarbeitet. Gerade, was die Bandparts (Drums, Bass und Gitarre) angeht, da ich die am PC nicht so gut erarbeiten kann. Das spielt man besser live ein.

DH: Welche Anforderungen stellst du persönlich an einen guten Song?

Alexa: Er sollte interessant gemacht sein, abwechslungsreich (wohl etwas, an dem ich auch noch arbeiten muss, und er sollte etwas ausstrahlen.

DH: Wenn du neue Songs komponiert, benötigst du da eine bestimmte innerliche Stimmung oder eine besondere Atmosphäre?

Alexa: Das kommt ganz darauf an. Manchmal sehe ich ein Bild und habe plötzlich eine ganze Szenerie mit Musik im Kopf. Ein anderes Mal ist es ein Erlebnis, das ein bestimmtes Gefühl auslöst, so das ich sofort eine ganze Seite Text schreiben kann. Manchmal habe ich auch eine tolle Melodie im Kopf, wenn ich gerade in der Bahn sitze und nichts zum Schreiben da ist…

DH: An welchen Orten kannst du dich am besten auf das Schreiben neuer Songs und Texte konzentrieren?

Alexa: Wenn ich richtig arbeiten will, muss ich natürlich an meinem Rechner sitzen. Dazu ist es am Besten, wenn es möglichst ruhig ist, sonst fällt mir das Konzentrieren etwas schwer.

DH: Welche Themen greifst du in euren Texten auf und durch was lässt du dich beim Texten inspirieren?

Alexa: Das kommt drauf an. Teilweise sind es persönliche Erfahrungen, oder Momente, an die man sich plötzlich wieder erinnert, wie z. B. der Tod meiner Mutter. Oder halt Gedanken, die man sich um die Zukunft macht. Wenn man in den Nachrichten vom Klimawechsel und irgendwelchen Katastrophen hört. Oder man liest ein Fantasybuch und schreibt einen Song über einen der Charaktere. Oder man guckt des nachts aus dem Fenster, sieht den Vollmond strahlend am Himmel, keine Wolken drum herum und fragt sich, warum der Mond eigentlich immer so traurig aussieht und ob der wohl einsam ist…

DH: Wie wichtig sind dir deine Texte? Nehmen sie in der Musik von Alexa einen großen Stellenwert ein, oder siehst du die Texte eher als Beiwerk zur Musik?

Alexa: Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Eine zeitlang habe ich nur Musik geschrieben, weil ich es nicht so gut hinbekommen habe, zu den Melodien auch Texte hinzukriegen. Irgendwie passte die Rhythmik nicht, der Satz war zu lang für die Melodielinie usw. Vor zwei Jahren änderte ich dann die Taktik, machte mir erst Gedanken, über welches Thema ich schreiben will und entwickelte dann zeitgleich damit die Musik. Da war ich dann erstmal froh, das es überhaupt mal zusammengepasst hat. Vielleicht werden die Texte in Zukunft noch etwas wichtiger, wer weiß.

DH: Was kannst du uns über die Live Aktivitäten von Alexa berichten? Bekommst du oft die Gelegenheit Live zu spielen?

Alexa: Naja, ich hoffe, das es zukünftig noch etwas mehr wird. Ich habe immer gehörigen Respekt bis mittlere Panik, wenn ich auftrete…Da hilft wohl nur üben… Vielleicht wird es im nächsten Jahr mal langsam etwas mehr. Ich arbeite dran!

DH: Wie kann man sich einen Alexa Auftritt vorstellen? Was geht bei dir so auf der Bühne ab?

Alexa: In diesem Jahr hatte ich gemeinsame Auftritte mit einer Gothic-Tribal-Tänzerin. Sie hat zu meinen Songs eine Choreographie erarbeitet. Teilweise bekam das Ganze dann so ein bisschen was von einem Musical. War sehr interessant und hat viel Spaß gemacht. Davon gibt `s im nächsten Jahr bestimmt noch mehr!

DH: Ist es für Alexa wichtig auch im Internet vertreten zu sein?

Alexa: Ja, weil es heute die schnellste und einfachste Möglichkeit ist, Leute zu erreichen. Was möchtest du in naher Zukunft (musikalisch) mit Alexa erreichen? Ich würde gerne mehr Auftritte machen und natürlich neue Songs aufnehmen.

DH: Was war 2008 deine schönste Erfahrung als Musiker?

Alexa: Es ist eigentlich immer wieder eine tolle Erfahrung, wenn die Menschen auf einen zukommen und sagen: Oh, das war ja toll!

DH: Gab es für dich 2008 auch weniger erfreuliche Ereignisse?

Alexa: Bisher eigentlich nicht, ich hoffe, das bleibt so...

DH: Kannst du dich denn zu einem bestimmten Termin hinsetzen um an den neuen Songs zu arbeiten, oder ist dies gänzlich stimmungsabhängig bei dir?

Alexa: Stimmungsabhängig ist mehr der Anfang eines neuen Songs. Da brauche ich halt einen bestimmten Impuls, um zu wissen, was, wie und worüber ich schreiben will. Danach wird es dann doch etwas routinemäßiger und ich setze mich dann möglichst zu festen Zeiten an den Rechner. Es gibt natürlich auch Tage, an denen mir auch mal gar nichts einfällt. Dann muss ich abwarten…

DH: Was geht dir eigentlich durch den Kopf herum, wenn du Musik machst?

Alexa: Meistens ganze Filme mit Szenen und Bildern, zu denen sich dann die Musik im Kopf entfaltet. Manchmal habe ich ganze Orchesterparts im Kopf und dann Mühe, schnell genug alles in den Rechner zu tickern…

DH: Ich bedanke mich bei dir für das Interview und wünsche dir für die Zukunft alles gute. Die letzten Worte in diesem Interview überlasse ich dir.

Alexa: Ich möchte mich sehr herzlich bei allen Leuten bedanken, die mir helfen, meine Träume zu verwirklichen, die an mich glauben und mich unterstützen! Vielen, vielen Dank dafür!!!!!

Kontakt: http://www.myspace.com/alexaprc
Label: Loyworld Records

Interview: Claudia Wagner